Wien:   Betrugsnetzwerk mit gefälschten Identitäten ausgeforscht – zwölf Festnahmen

vonRedaktion Salzburg
SEPTEMBER 11, 2026

Foto: LPD Wien

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November 2024 bis August 2026 - Umfangreiche Ermittlungen des Landeskriminalamtes Wien, Außenstelle Süd, führten zur Ausforschung eines mehrstufig organisierten Täternetzwerks, das im Verdacht steht, mit gefälschten österreichischen Personalausweisen Bankkonten eröffnet und in weiterer Folge hochpreisige Mobiltelefone sowie weitere Waren betrügerisch erlangt zu haben. Der bislang bekannte Gesamtschaden beläuft sich auf mehrere hunderttausend Euro.
Ausgangspunkt der Ermittlungen waren mehrere im November 2024 ange-zeigte Kontoeröffnungen bei einer Bank in Wien. Dabei waren gefälschte österreichische Personalausweise verwendet worden. Auffällig war, dass auf unterschiedlichen Ausweisen teilweise dieselben Lichtbilder aufschienen. Bis zum Sommer 2025 wurden mehr als 200 derartige Kontoeröffnungen bekannt.
Die Ermittler des Landeskriminalamtes Wien stellten fest, dass zahlreiche österreichische Identitäten missbräuchlich verwendet worden sein dürften. Mit den gefälschten Ausweisen sollen die Tatverdächtigen Bankkonten eröffnet und anschließend insbesondere hochpreisige Mobiltelefone in Onlineshops verschiedener Mobilfunkanbieter bestellt haben. Vereinzelt sollen Mobiltele-fone auch unter Verwendung von Konsumkrediten erworben worden sein.
Teilweise wurden mit einer einzigen gefälschten Identität zwei bis drei Mobiltelefone im Gesamtwert von rund 3.000 bis 4.000 Euro bestellt. Um eine Nachverfolgung zu erschweren, sollen die Tatverdächtigen unter den falschen Identitäten auch die bestellten Geräte an sogenannte „tote“ Adressen oder Paketshops ohne Videoüberwachung liefern lassen haben.
Da die Kontoeröffnungen persönlich in Bankfilialen durchgeführt wurden, konnten die Ermittler umfangreiches Videomaterial sicherstellen. Durch dessen Auswertung wurden rund 35 zunächst unbekannte Tatverdächtige fest-gestellt, von denen etwa 30 eindeutig identifiziert werden konnten.
Weitere Erkenntnisse ergaben sich aus Ermittlungen deutscher Behörden gegen die Darknet-Plattform „Crimenetwork“. Dabei sichergestellte Daten führten zu einem österreichischen Tatverdächtigen mit dem Nickname „INKO1“, der über die Plattform gefälschte österreichische Personalausweise
angeboten und sogenannte „Läufer“ für Kontoeröffnungen im Raum Wien angeworben haben soll. Durch Observationen, Scheinkäufe und weitere Ermittlungsmaßnahmen konnte ein Zusammenhang zwischen dem Tatverdächti-gen und mehreren mutmaßlichen Läufern hergestellt werden.
Am 25. August 2025 wurde der Tatverdächtige festgenommen. Bei einer Hausdurchsuchung erfolgten umfangreiche Sicherstellungen. Die Auswertung sichergestellter Mobiltelefone erhärtete den Verdacht hinsichtlich des zuvor ermittelten Modus Operandi und lieferte weitere Erkenntnisse zur Struktur des mutmaßlichen Täternetzwerks.
In weiterer Folge kam es zu weiteren Festnahmen, Hausdurchsuchungen und Sicherstellungen. Insgesamt wurden zwölf Personen festgenommen und zehn weitere Tatverdächtige, darunter mutmaßliche Läufer, ausgeforscht und vernommen. Die Tatverdächtigen sind zwischen 24 und 50 Jahre alt. Die Staatsangehörigkeiten sind Russland, Afghanistan, Serbien, Türkei und Österreich, wobei die drei Haupttäter österreichische Staatsbürger mit russi-schen Wurzeln sind. Im Zuge der weiteren Ermittlungen konnte auch eine mutmaßliche Fälscherwerkstatt lokalisiert werden. Dort stellten die Ermittler unter anderem Gerätschaften sicher, die zur Herstellung der gefälschten Personalausweise verwendet worden sein dürften.
Darüber hinaus wurden im Zuge des gesamten Ermittlungskomplexes unter anderem Bargeld, Kryptoguthaben, gefälschte Personalausweise sowie ein Kraftfahrzeug sichergestellt.
Bislang kam es zu zwölf rechtskräftigen Verurteilungen. Drei mutmaßliche Haupttäter befinden sich derzeit in Untersuchungshaft und sollen Ende September vor Gericht stehen.
Die Ermittlungen wurden wegen des Verdachts unter anderem des schweren bzw. gewerbsmäßigen Betruges, der Urkundenfälschung und weiterer Delikte geführt.

Quelle: LPD Wien

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