vonOTS
MÄRZ 12, 2026
Foto: APG / fotokerschi/Werner Kerschbaummayr
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Erster von drei Transformatoren erreicht Umspannwerk Pichling
Am Mittwoch wurde im Rahmen des Partnerprojekts Sichere Stromversorgung Zentralraum OÖ von Austrian Power Grid (APG), Netz Oberösterreich GmbH (Netz OÖ) und LINZ NETZ GmbH (Linz Netz) ein 220/110-kV-Transformator zu seinem künftigen Arbeitsplatz in das Umspannwerk Pichling transportiert. In den kommenden Wochen folgen zwei weitere baugleiche Transformatoren.
Präzision von der ersten bis zur letzten Minute
Der imposante Transformator misst rund 11 Meter in der Länge, 3,5 Meter in der Breite und beeindruckende 4,6 Meter in der Höhe. Nach dem Bahntransport vom Siemens Energy-Werk in Weiz zum Bahnhof Asten/St. Florian wurde der Transformator mit einem Transportgewicht von 272 Tonnen von einem 32-achsigen Tragschnabelwagen (TSW) – ein Spezial-Schwerlastwagen – auf einen 20-achsigen TSW umgeladen – eine millimetergenaue Prozedur, bevor sich der Straßentransport auf die 3,7 Kilometer lange Strecke Richtung Pichling machte.
„Ein Trafotransport ist immer Präzisionsarbeit. Von der Planung über Genehmigungen bis hin zur Durchführung ist höchste Konzentration und viel Erfahrung aller Beteiligten gefragt“, erklärt Jürgen Pilgerstorfer, APG-Projektleiter für Umspannwerke.
Herausfordernde Route
Die Fahrstrecke zum Umspannwerk Pichling stellte das Transportteam vor mehrere technisch anspruchsvolle Herausforderungen. Für den Transport über die Tagerbachbrücke war die Errichtung eines sogenannten Fly-Overs notwendig – eine temporäre, stabile Überbauung, die das Brückenbauwerk entlastet und die sichere Passage des 272-Tonnen-Kolosses ermöglicht. Auch Verkehrsschilder und Straßenlaternen mussten vorübergehend abgebaut werden.
Besonders knifflig gestaltete sich zudem die Eisenbahnunterführung im Südpark: Hier betrug der Spielraum lediglich fünf Zentimeter. Im Schritttempo und unter permanenter Überwachung durch erfahrene Einweiser wurde die Engstelle sicher gemeistert.
Auch der anschließende Kreisverkehr verlangte viel Geschick: Der rund 76 Meter lange Transport musste behutsam, Meter für Meter, durch die enge Rundung manövriert werden, bevor es weiter in das Industriegebiet ging. Nach ca. drei Stunden Fahrtzeit erreichte der Transformator schließlich das Umspannwerk Pichling.
Transformatoren als Herzstück jedes Umspannwerks
„Transformatoren sind das Herz jedes Umspannwerks. Im konkreten Fall des Umspannwerks Pichling verbindet der neue Transformator das österreichweite Höchstspannungsnetz der APG mit dem Verteilernetz der Linz Netz, das den Strom direkt zu den Haushalten und Betrieben bringt“, betont Pilgerstorfer.
Dies ist entscheidend, um die Region bei Bedarf mit Strom aus dem überregionalen APG-Netz zu versorgen. Regional erzeugte nachhaltige Energie kann über das Umspannwerk Pichling in das überregionale Netz der APG eingespeist und österreichweit verteilt und genutzt werden. Im Gegenzug dazu kann nachhaltiger Strom aus anderen Regionen Österreichs über das Umspannwerk in die Region gebracht und somit für Wirtschaft, Industrie und Gesellschaft nutzbar gemacht werden.
Fertig aufgerüstet bringt es der angelieferte Stromriese auf ein Gesamtgewicht von ca. 445 Tonnen. Bis Ende April werden noch zwei baugleiche Transformatoren auf demselben Transportweg nach Pichling geliefert.
15 Transformatoren für die sichere Stromversorgung Zentralraum OÖ
Das Transformatorentrio in Pichling ist Teil des Partnerprojekts Sichere Stromversorgung Zentralraum Oberösterreich, das gemeinsam von APG, Netz OÖ und Linz Netz umgesetzt wird. Insgesamt investieren die drei Partner rund 800 Millionen Euro in den Bau eines 220-kV-Versorgungsrings, der die derzeitige 110-kV-Anspeisung des Zentralraums Oberösterreich zukunftsfit macht.
Im Rahmen des Projekts errichtet APG zehn neue Transformatoren im Zentralraum Oberösterreich, verteilt auf die APG-Umspannwerke Pichling, Wegscheid und Kronstorf.
Berücksichtigt man zusätzlich die Umspannwerke Ernsthofen und Hütte Süd – beide nicht Teil des UVP-Projekts, aber ebenfalls am 220-kV-Versorgungsring gelegen –, erhöht sich die Gesamtzahl auf 15 APG-Transformatoren, die künftig entscheidend zur Netzstabilität und Versorgungssicherheit der Region sowie zur Stärkung des Industrie- und Wirtschaftsstandorts Oberösterreich beitragen.
Über Austrian Power Grid (APG)
Als unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber verantwortet Austrian Power Grid (APG) die sichere Stromversorgung Österreichs. Mit unserer leistungsstarken und digitalen Strominfrastruktur, sowie der Anwendung von State-of-the-art-Technologien integrieren wir die erneuerbaren Energien und reduzieren somit die Importabhängigkeit, sind Plattform für den Strommarkt, schaffen Zugang zu preisgünstigem Strom und bilden so die Basis für einen versorgungssicheren sowie zukunftsfähigen Wirtschafts- und Lebensstandort. Das APG-Netz erstreckt sich auf einer Trassenlänge von etwa 3.500 km, welches das Unternehmen mit einem Team von rund 1.000 Spezialist:innen betreibt, instand hält und laufend den steigenden Anforderungen der Elektrifizierung von Gesellschaft, Wirtschaft und Industrie anpasst. Über die Steuerzentrale in Wien wird ein Großteil der insgesamt 67 Umspannwerke, die in ganz Österreich verteilt sind, remote betrieben. Auch 2025 lag die Versorgungssicherheit, dank der engagierten Mitarbeiter:innen, bei 99,99 Prozent und somit im weltweiten Spitzenfeld. Unsere Investitionen in Höhe von 680 Millionen Euro 2026 (2025:595 Mio., 2024: 440 Mio., 2023: 490 Mio. Euro) sind Wirtschaftsmotor und wesentlicher Baustein für die Erreichung der Energieziele Österreichs. Insgesamt wird APG bis 2034 rund 9 Milliarden Euro in den Netzaus- und Umbau investieren.
Quelle: OTS