vonRedaktion Salzburg
MAI 16, 2026
Bildquelle: Büro LH-Stv.in Haider Wallner / Büro LR Schneemann
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LH-Stv.in Haider-Wallner / LR Schneemann: Grenzüberschreitender Naturpark feiert Jubiläum, wächst auf sieben Gemeinden – Land Burgenland zeichnet Obmann Engelbert Kenyeri für jahrzehntelanges Engagement aus
Der grenzüberschreitende Naturpark Geschriebenstein-Írottkõ feierte am Samstag, dem 16. Mai 2026, sein 30-jähriges Bestehen. Seit seiner Gründung im Jahr 1996 als erster grenzüberschreitender Naturpark Österreichs steht der Naturpark beispielhaft für die Verbindung von Naturschutz, Erholung, Bildung und nachhaltiger Regionalentwicklung. Gleichzeitig wird im Rahmen der Feierlichkeiten in der NaturArena Rechnitz die Erweiterung des Naturparks von vier auf künftig sieben Gemeinden gefeiert. Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner betonte bei der Festveranstaltung: „Der Naturpark Geschriebenstein zeigt seit drei Jahrzehnten, dass Naturschutz und Lebensqualität wunderbar zusammenpassen — und dass man für Erholung nicht immer ans andere Ende der Welt reisen muss. Oft reicht schon ein Spaziergang durch die hiesigen Wälder oder ein Blick über die Streuobstwiesen. Der Naturpark ist aber nicht nur Heimat für Rothirsche, Wimperfledermäuse und seltene Pflanzen — er ist auch Heimat für Ideen, Zusammenarbeit und nachhaltige Entwicklung. Mit Bernstein, Stadtschlaining und Weiden bei Rechnitz wächst bald nicht nur die Gesamtfläche, sondern auch die gemeinsame Verantwortung für diese besondere Landschaft.“ Auch Landesrat Leonhard Schneemann hob die Bedeutung der Naturparke für das Burgenland hervor: „Der Naturpark Geschriebenstein-Írottkõ ist ein Motor für nachhaltige Entwicklung im Südburgenland. Er verbindet Naturschutz mit regionaler Wertschöpfung, stärkt den sanften Tourismus und schafft Perspektiven für Gemeinden, Betriebe und die Menschen vor Ort.“
Mit einer Gesamtfläche von derzeit rund 37.500 Hektar – davon 8.500 Hektar in Österreich und 27.000 Hektar in Ungarn – zählt der Naturpark Geschriebenstein-Írottkõ zu den bedeutendsten Natur- und Kulturlandschaften der Region. Bereits 1972 wurde die Umgebung von Bernstein, Lockenhaus und Rechnitz als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Heute prägen wertvolle Eichen-Hainbuchenwälder, Streuobstwiesen, Trockenrasen sowie artenreiche Waldränder und Lichtungen das Landschaftsbild. Seltene Tierarten wie Rothirsch, Wimperfledermaus, Äskulapnatter oder Ringelnatter finden hier ebenso geschützte Lebensräume wie die Gemeine Kuhschelle.
Mit der Erweiterung um die Gemeinden Bernstein, Stadtschlaining und Weiden bei Rechnitz wächst der Naturpark künftig auf sieben Mitgliedsgemeinden an. Bereits Teil des Naturparks sind Lockenhaus, Markt Neuhodis, Rechnitz und Unterkohlstätten.
Im Rahmen der Jubiläumsfeier wurde außerdem der Kindergarten Rechnitz als Naturpark-Kindergarten ausgezeichnet. Die Zertifizierung erfolgt durch den Verband der Naturparke Österreichs und unterstreicht die Bedeutung frühzeitiger Umweltbildung in enger Verbindung mit der Region. Dazu erklärte Haider-Wallner: „Wer einmal mit Kindern durch den Naturpark unterwegs war, weiß: Die besten Naturvermittler sind oft die Kleinsten. Sie entdecken jeden Käfer mit Begeisterung und stellen Fragen, auf die Erwachsene manchmal gar keine Antwort haben.“ Schneemann ergänzte: „Gerade in ländlichen Regionen zeigen Naturparke, wie Lebensqualität, wirtschaftliche Entwicklung und der Schutz unserer einzigartigen Kulturlandschaften Hand in Hand gehen können. Die Erweiterung auf sieben Gemeinden ist ein starkes Signal für gelebte Zusammenarbeit über Gemeinde- und Staatsgrenzen hinweg.“
Im Zuge der Veranstaltung wurde außerdem Engelbert Kenyeri für seine außergewöhnlichen Verdienste um die nachhaltige Entwicklung des Burgenlandes mit einem Ehrenzeichen gewürdigt. Als langjähriger Bürgermeister der Marktgemeinde Rechnitz, Obmann des Naturparks Geschriebenstein-Írottkõ und engagierter Sprecher der burgenländischen Naturparke prägte er die Entwicklung der Region über Jahrzehnte hinweg maßgeblich mit. Kenyeri setzte sich mit großem persönlichem Engagement dafür ein, Naturschutz, nachhaltigen Tourismus und regionale Wertschöpfung miteinander zu verbinden. „Unter seiner Mitwirkung wurden die Naturparke zu lebendigen Entwicklungsräumen weiterentwickelt, die ökologische Verantwortung, wirtschaftliche Perspektiven und hohe Lebensqualität vereinen“, betonte Haider-Wallner bei der Verleihung des Ehrenzeichens.
Das Jubiläumsprogramm umfasste geführte Wanderungen, regionale Genussangebote, kulturelle Beiträge sowie zahlreiche Mitmachstationen für Familien, darunter Klettern, Bogenschießen, Kanufahren, eine Kinder-Bastelecke und Ausstellungen der Naturparkschulen. Musikalisch gestaltet wurde die Feier von der Volksschule und der Musikschule Rechnitz.
Quelle: Land Burgenland