Österreich: Berufliche Inklusion als wirtschaftlicher Erfolgsfaktor

vonOTS
MAI 26, 2026

Foto: BMWET/Enzo Holey

Österreichische Post, Zero Project und Wirtschaftsminister setzen gemeinsames Zeichen

Die berufliche Inklusion von Menschen mit Behinderungen ist eines der zentralen Zukunftsthemen für Wirtschaft und Arbeitsmarkt. Bei einer Pressekonferenz des Zero Project mit der Österreichischen Post AG betonten Vertreter*innen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft die Chancen einer inklusiven Arbeitswelt. Inklusion im Arbeitsalltag ist nicht nur gesellschaftliche Verantwortung, sondern auch ein entscheidender wirtschaftlicher Hebel, etwa für Innovation, Fachkräftesicherung und stabile Teams.

Inklusion als ungenutztes Potenzial am Arbeitsmarkt

In Österreich leben bis zu 1,9 Millionen Menschen mit Einschränkungen im Alltag, gleichzeitig sind Menschen mit Behinderungen am Arbeitsmarkt nach wie vor deutlich unterrepräsentiert. Nur etwa 15 Prozent der Menschen mit registrierter Behinderung sind erwerbstätig.

Martin Essl, Gründer und Initiator, Zero Project:Unser Ziel ist es, Menschen mit Behinderungen die Chance zu geben, durch eine ihren individuellen Fähigkeiten entsprechende Tätigkeit ein eigenes Einkommen zu erzielen. Auf diese Weise erfahren sie Wertschätzung und das Gefühl, einen wichtigen Beitrag zu leisten – Aspekte, die ihr Selbstbewusstsein nachhaltig stärken. Aus meiner langjährigen Erfahrung als Unternehmer weiß ich, dass sich diese Menschen durch außergewöhnliches Engagement, hohe Motivation und große Loyalität auszeichnen – eine Win-win-win-Situation!

Wolfgang Hattmannsdorfer, Bundesminister für Wirtschaft, Energie und Tourismus: Rund 170.000 Menschen wollen und können arbeiten – sie finden nur keinen Zugang, und das in Zeiten des schärfsten Fachkräftemangels seit Jahrzehnten. Die Post zeigt gemeinsam mit dem Zero Project, dass Inklusion funktioniert, Teams stärkt und brachliegende Arbeitspotenziale erschließt – ÖBAG-Unternehmen liefern damit mehr als Dividenden: Sie tragen dazu bei, den Fachkräftemangel zu lindern und den Wirtschaftsstandort zu stärken, und genau das erwarte ich von Unternehmen mit staatlicher Beteiligung.

Österreichische Post als Vorreiterin

Die Österreichische Post zählt mit 20.000 Mitarbeiter*innen zu den größten Arbeitgeber*innen des Landes und nimmt in der beruflichen Inklusion eine Vorzeigerolle ein: Fast 1.300 Menschen mit Behinderungen sind in Österreich im Konzern beschäftigt, womit die gesetzliche Beschäftigungsquote übererfüllt wird.

Die Einsatzbereiche in der Post sind vielfältig, von Logistikzentren über die Zustellung bis hin zu den Zentralbereichen:

Die Praxis zeigt: Inklusion ist bei der Post längst kein Einzelprojekt mehr, sondern gelebter Arbeitsalltag.

Inklusion als Business-Faktor

Unternehmen profitieren nachweislich von inklusiven Strukturen, etwa durch höhere Mitarbeiter*innenbindung, geringere Fluktuation und stärkere Innovationskraft. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels eröffnet die Einbindung von Menschen mit Behinderungen neue Perspektiven für nachhaltiges Wachstum.

Walter Oblin, Generaldirektor, Österreichische Post AG:Inklusion ist für uns nicht nur Teil unserer gesellschaftlichen Verantwortung, sondern macht uns als Unternehmen insgesamt auch stärker. Rund 1.300 Menschen mit Behinderung erfahren bei der Post Freude, Sinn und Leistung, die Kernwerte unserer Unternehmenskultur. Wenn wir also Barrieren abbauen, erschließen wir neue Talente und stärken gleichzeitig unsere Innovationskraft und unsere Teams.

Gemeinsames Ziel: eine Arbeitswelt für alle

Die Zusammenarbeit zwischen Österreichischer Post und dem Zero Project steht exemplarisch für den Schulterschluss zwischen Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Ziel ist es, Inklusion als strategische Chance sichtbar zu machen und nachhaltige Lösungen für einen inklusiven Arbeitsmarkt voranzutreiben.

Fakten auf einen Blick

(Stand: Mai 2026)

Quelle: OTS

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