Tirol: Betrug mit " schweren Verkehrsunfall" der Tochter

vonRedaktion Salzburg
DEZEMBER 14, 2022

Symbolbild
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Österreichische und Bayrische Polizei ermitteln Hand in Hand

Eine 86-jähriger Österreicherin erhielt am 13. Dezember 2022 gegen 13:30 Uhr auf ihrem Festnetztelefon einen Anruf wobei sich der Anrufer als Polizist ausgab und mitteilte, dass die Tochter der Frau als Beschuldigte in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt gewesen sei. Die Frau wurde aufgefordert ihre und die Handynummer ihres Mannes bekannt zu geben und erhielt kurze Zeit später am Handy ebenfalls einen Anruf. Dieser Anrufer gab sich als Rechtsanwalt aus und teilte mit, dass das Verfahren nach Deutschland abgetreten worden sei, da die Opfer aus Deutschland seien. Weiters fordere die dortige Staatsanwaltschaft eine Kaution in der Höhe eines niederen 6-stelligen Eurobetrages. Während des Telefonates habe die 86-Jährige mit einer weinerlichen, weiblichen Stimme – der angeblichen Tochter – sprechen können. Die Frau und ihr Mann seien anschließend über Aufforderung der Anrufer mit Bargeld und Wertgegenständen in der Höhe eines niederen 6-stelligen Eurobetrages zu einem vereinbarten Treffpunkt nach Deutschland/Bayern gefahren. Als der Mann der 86-Jährigen zuvor versucht habe mit dem Festnetztelefon seine Tochter anzurufen, sei er wieder mit dem Anrufer verbunden worden, welcher sich als Polizist ausgegeben habe. Beim Treffpunkt übergab die Frau das Bargeld und die Wertgegenstände einem unbekannten Mann und fuhren anschließend wieder nach Hause. Etwas später erhielt die Familie einen Anruf von der Tochter, wobei sich herausstellte, dass diese in keinen Unfall verwickelt war, der Betrug schließlich auffiel und die Anzeige erstattet wurde.

Update der Polizei:

Durch gemeinsame, intensiven Fahndungsmaßnahmen der KPI (Z) Oberbayern Süd, zusammen mit der GPI Murnau, KPI Weilheim, Kräften des Polizeipräsidiums München und in enger Absprache mit Beamten des LKA Tirol konnten am 13. Dezember 2022 ein 34- und ein 21-jähriger Pole in Huglfing bzw. Mittenwald festgenommen werden. Ein dritter 38-jähriger Pole wurde von Kräften des Polizeipräsidiums München im Bereich Burgau / Schwaben festgenommen. Zuvor hatte er bei zwei Geldabholungen in München insgesamt 220.000 Euro erbeutet. Alle drei konnten somit unmittelbar nach erfolgter Übergabe von Geld, Schmuck und Wertgegenständen festgenommen werden. Insgesamt wurden über 220.000 Euro Bargeld, ca. 1,5 Kilogramm Krügerrand-Goldmünzen und über 600 Gramm hochwertiger Goldschmuck sichergestellt. Darunter befanden sich auch die Wertgegenstände, welche die 86-jährige Österreicherin dem unbekannten Mann in Bayern übergeben hatte. Bei dem Abholer handelte es sich um den 21-jährigen Polen, welcher von den deutschen Polizeibeamten festgenommen werden konnte.

Quelle: LPD Tirol

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