vonRedaktion Salzburg
FEBRUAR 24, 2026
Foto: Land Salzburg / Büro Schnöll
Foto: Land Salzburg / Büro Schnöll
„Monocam“ bereits in Rheinland-Pfalz erfolgreich im Einsatz / 40 Prozent der Unfälle in Salzburg auf Ablenkung zurückzuführen
(LK) Rheinland-Pfalz ist das erste deutsche Bundesland, in dem Handyblitzer, der offizielle Name lautet „Monocam“, bereits im Regelbetrieb eingesetzt werden. Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll hat sich mit einer Salzburger Delegation vor Ort ein Bild davon gemacht.
„Wir müssen die Möglichkeiten der modernen Technik nutzen, um unseren Straßenverkehr noch sicherer zu machen“, mit diesen klaren Worten zieht Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll eine positive Bilanz über seinen Arbeitsbesuch zum Thema Handyblitzer in Rheinland-Pfalz. Die Wichtigkeit der Schaffung dieser Kontrollmöglichkeit sieht Schnöll auch statistisch untermauert: „Ich habe für Salzburg die Vision Zero – keine Verkehrstoten im Jahresverlauf. Da Ablenkung inzwischen Unfallursache Nummer 1 ist, ist es umso wichtiger, Maßnahmen gegen Ablenkung am Steuer zu ergreifen. Wer bei 50 Stundenkilometern nur drei Sekunden aufs Handy schaut, ist über 40 Meter im Blindflug unterwegs.“
Monatlich rund 200 Verstöße
Ein Handyblitzer erkennt automatisiert, ob ein Lenker mit einem Smartphone hantiert. Ist das der Fall, wird das Foto von geschulten Polizeibeamten nochmals überprüft, ob tatsächlich ein Verstoß vorliegt. In Rheinland-Pfalz hat sich gezeigt, dass der Einsatz sehr erfolgreich ist: Binnen der ersten beiden Monate wurden bereits 437 Lenker gestraft. Seither werden im Schnitt monatlich rund 200 Verstöße festgestellt. Messdaten vor und nach den Überwachungen belegen darüber hinaus die präventive Wirkung der Handyblitzer.
StVO soll erweitert werden
Für den Einsatz im Regelbetrieb wurde in Rheinland-Pfalz eigens das Polizeigesetz geändert. „Wir prüfen gerade, welche rechtlichen Maßnahmen für einen Einsatz der Handyblitzer auch in Österreich notwendig sind und werden mit konkreten Schritten an den Bund herantreten“, so Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll. Unter anderem geht es dabei um eine Erweiterung des Paragrafen 98 der Straßenverkehrsordnung (StVO), in dem es um die Verkehrsbeobachtung und die entsprechenden Kontrollen geht. Eine Erweiterung der Kontrollmöglichkeiten ist das Ziel.
Deutscher Handyblitzer bald in Salzburg
Die Salzburger Delegation, bestehend aus Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll, Landespolizeidirektor Bernhard Rausch sowie dem Referatsleiter des Verkehrsrechts Elmar Stadler, hat aus Deutschland aber nicht nur Erfahrungswerte mitgebracht, sondern auch ein wichtiges Angebot: Rheinland-Pfalz hat sich dazu bereit erklärt, mit dem Handyblitzer nach Salzburg zu kommen, um das Gerät vor Ort zu Demonstrationszwecken zu präsentieren. „Im Rahmen der Bemühungen zur Schaffung der gesetzlichen Grundlagen wollen wir diese Chance nutzen, um Verkehrsminister Peter Hanke und die Verkehrsreferenten der übrigen Bundesländer zur Demonstration in Salzburg einzuladen“, erklärt Stefan Schnöll.
Quelle: Land Salzburg