vonRedaktion International
JUNI 20, 2026
Tirol
Preis des Landes Tirol für Darstellende Künste erstmals verliehen
Der „Preis des Landes Tirol für Darstellende Künste – Tobias Moretti Preis“ geht an den gebürtigen Innsbrucker Harald Windisch. „Der Preis wurde anlässlich der Verleihung des europäischen Kulturpreises an Tobias Moretti initiiert, um den professionellen Darstellenden Bereich in all seinen Facetten stärker in den Fokus zu rücken. Mit dem Preis soll die Leistung von Persönlichkeiten in der Sparte Darstellende Kunst gewürdigt und ihre künstlerische Weiterentwicklung unterstützt werden“, begründet Kulturreferent LH Anton Mattle die Vergabe des Preises. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre auf Vorschlag einer vom Land Tirol eingesetzten Jury vergeben. Die Preisverleihung findet am 22. September 2026 beim Fest der Kultur in Innsbruck statt. „Mit Harald Windisch holen wir einen Künstler vor den Vorhang, der seit Jahrzehnten mit beeindruckender Vielseitigkeit und künstlerischer Tiefe das Theaterleben weit über Tirol hinaus prägt. Seine Arbeit steht beispielhaft für die Innovationskraft und Qualität der darstellenden Künste in Tirol“, gratuliert LH Mattle dem Preisträger.
Seit Ende der 1980er-Jahre prägt Harald Windisch die Innsbrucker Theaterlandschaft, von den intimen Bühnen des Kellertheaters über das Treibhaus bis hin zum Tiroler Landestheater.
Seine Karriere führte ihn weiter ans Münchner Volkstheater, ans renommierte Berliner Ensemble, ans Theater in der Josefstadt, an die Vereinigten Bühnen Bozen, den Bregenzer Festspielen und verschiedene freie Produktionen in Wien. So war beispielsweise in „Gegen die Wand“ über zehn Jahre auf der Bühne zu sehen, wobei er stets zu seinen künstlerischen Wurzeln für Projekte in Tirol zurückkehrte. Auch in Serien und TV-Filmen und im Kino hat sich Windisch einen Namen gemacht, viele davon mit Tirolbezug, etwa „Der Stille Berg“, „Das Wunder von Wörgl“, „Märzengrund“ und Landkrimis in Nord- und Südtirol.
Jurybegründung
Die Jury begründet ihre Entscheidung zusammengefasst wie folgt: Harald Windisch erhält den ersten Tiroler Landespreis für Darstellende Künste, weil er seit Jahrzehnten durch seine außergewöhnliche Schauspielkunst Maßstäbe setzt. Die Jury hebt seine unaufgeregte Präzision, kraftvolle Präsenz und verletzliche Feinnervigkeit hervor. Windisch gelingt es, Figuren mit klarer Kontur und tiefem Einfühlungsvermögen zu gestalten, ohne sie auf einfache Lösungen zu reduzieren. Seine Karriere führte ihn von Innsbruck auf renommierte Bühnen im deutschsprachigen Raum und immer wieder zurück nach Tirol. Er arbeitet sowohl im Theater als auch im Film und Fernsehen, bewegt sich sicher zwischen großen Produktionen und der freien Szene. Seine Darstellungen überzeugen durch subtile Tiefe und zeitlose Wahrhaftigkeit, unabhängig vom Genre. Windisch zeigt in all seinen Rollen, wie lebendig Sprache sein kann und wie sie das Verständnis von Leben prägt.
Acht Nominierungen
Für den „Preis des Landes Tirol für Darstellende Künste – Tobias Moretti Preis“ wurden von der Jury insgesamt acht Personen nominiert, in alphabetischer Reihenfolge: Bernadette Abendstein (Schauspielerin und Festivalleiterin), Elia Ritter (Schauspieler und Musiker), Esther Fromann (Kostümbildnerin und Ausstatterin), Harald Windisch (Schauspieler), Julia Posch (Schauspielerin), Lisa Wentz (Dramatikerin), Manfred Schild (Schriftsteller und Theaterleiter) und Susi Weber (Regisseurin). „Die Vielzahl und Qualität der Nominierungen zeigt eindrucksvoll, wie lebendig und vielfältig die darstellende Kunst in Tirol ist. Ich gratuliere allen Nominierten herzlich und danke ihnen für ihr Engagement und ihre Kreativität“, betont LH Mattle.
Zum Preis
Der Preis kann an Persönlichkeiten vergeben werden, die im darstellenden Bereich – Schauspiel, Musiktheater, Dramaturgie, Regie, Bühnendichtung etc. – tätig und durch Geburt, Wohnsitz oder künstlerisches Schaffen mit dem Land Tirol verbunden sind. Der Preis wird über Vorschlag einer vom Land Tirol eingesetzten Jury alle zwei Jahre verliehen. Der Jury gehören fünf namhafte VertreterInnen aus Kultur, Medien und Feuilleton an, die jeweils für eine Dauer von sechs Jahren bestellt werden. Aktuell sind dies Karin Bergmann, Christine Dössel, Joachim Leitner, Martin Leutgeb und Martin Sailer. Ferner ist Tobias Moretti als beratendes Mitglied Teil der Jury.
Quelle: Land Tirol