Österreich: Klimawandel verschärft Krise in Syrien - Schwere Dürre bedroht Lebensgrundlagen von Millionen Menschen

vonOTS
MÄRZ 12, 2026

Foto: CARE

16,5 Millionen Menschen in Syrien auf humanitäre Hilfe angewiesen / CARE versorgt mit Unterstützung der EU mehr als 580.000 Menschen mit sauberem Wasser, Bargeld und Schutz

„Wir beten um Regen. Und wenn er kommt, gehen wir raus und feiern ihn. Alles hängt vom Regen ab.“ Mit diesen Worten beschreibt Ahmed, 40, seinen Alltag in Syrien. Er ist Erntehelfer im Gouvernement al-Hasaka im Nordosten. Die Region gilt als Kornkammer des Landes: Rund drei Viertel des syrischen Weizens werden hier angebaut. Doch der lebenswichtige Regen bleibt immer häufiger aus.

Die schlimmste Dürre seit Jahrzehnten trifft ein Land, das ohnehin unter den Folgen des Krieges, der 14 Jahre andauerte, leidet: 16,5 Millionen Menschen in Syrien benötigen humanitäre Hilfe. Viele Familien leben immer noch als Vertriebene in Camps. Diejenigen, die in ihre zerstörten Dörfer zurückkehren, sind mit einem langwierigen Wiederaufbau konfrontiert. Die Wirtschaft liegt brach und Armut ist weit verbreitet. Landwirtschaftliche Flächen sind durch Landminen und Trümmer kontaminiert. Und mit jedem Jahr ohne ausreichend Regen verschärft sich die Ernährungsunsicherheit und die Wasserversorgung weiter. CARE leistet gemeinsam mit den Partnern IYD und Shafak sowie mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union vor Ort Nothilfe.

„Die letzte Saison war sehr schlecht“

„Wir hatten nur etwa ein Drittel der üblichen Regenmenge. Die Pflanzen sind verdorrt oder fast verkümmert. Es gab nicht viel zu ernten“, berichtet Ahmed. „Saison für Saison wird es schlimmer.“ In einer schlechten Erntesaison reicht sein Einkommen kaum aus, um die täglichen Ausgaben der Familie zu decken. An den meisten Tagen gibt es Brot. Fleisch ist zu teuer geworden. Obst gibt es höchstens einmal pro Woche.

Neben der Ernährungssicherheit bedroht die Dürre auch die Wasserversorgung. Bereits jetzt haben über zehn Millionen Syrer:innen keinen gesicherten Zugang zu sauberem Wasser. Auch auf die Wasserstation, die Ahmeds Dorf und vier weitere umliegende Gemeinden versorgt, war früher kaum Verlass, da sie auf öffentlichen Strom und Dieselgeneratoren angewiesen war. Wenn es Strom gab, dann oft nur eine Stunde am Tag. Der Treibstoff, um die Generatoren am Laufen zu halten, ist zu teuer.

Mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union setzte CARE die Wasserstation instand und installierte Solarpanele. Seither wechseln sich die Dörfer ab: Jedes von ihnen erhält alle fünf Tage für sieben bis acht Stunden fließendes Wasser. „Der Unterschied ist enorm. Wir haben viel Geld für Treibstoff ausgegeben und der Ertrag war minimal. Jetzt sparen wir Geld und haben viel mehr Wasser.“ Das gesparte Geld verwendet Ahmed nun für den Lebensmitteleinkauf.

Ein Minimum zum Überleben

Im Nordwesten Syriens kämpft Yasmin, 41, mit ähnlichen Herausforderungen. Sie ist Mutter von sechs Kindern und sorgt mit ihren zwei ältesten Söhnen als Erntehelferin für den Lebensunterhalt der Familie. Doch die steigenden Preise machen das immer schwerer. Neben Lebensmitteln sind „besonders Wasser und Strom im letzten Jahr viel teurer geworden“, sagt Yasmin. „Wir brauchen ungefähr 1,5 US-Dollar am Tag, um Brot für alle zu kaufen. Das ist das Minimum zum Überleben.“ Wegen der Dürre gab es weniger Arbeit auf den Feldern. Mehrfach musste Yasmin Geld leihen, um Brot kaufen zu können.

CARE unterstützt Yasmin mit Bargeldhilfe, finanziert durch die Europäische Union. „Es reicht nicht aus, um all unsere Bedürfnisse zu decken, vor allem wenn ich meine Kinder zur Schule schicken will. Aber es hilft uns zu überleben“, sagt sie. Die erste Zahlung nutzte Yasmin, um Schulden für Lebensmittel zu begleichen. Mit der zweiten beglich sie die Schulden für die wöchentliche Wasserlieferung.

So hilft CARE: Seit 2013 arbeitet CARE gemeinsam mit Partnerorganisationen in Syrien – seit zehn Jahren mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union. Im Norden Syriens sichert CARE den Zugang zu sauberem Wasser und Sanitärversorgung, etwa durch den Bau und die Sanierung von Brunnen, Toiletten und Handwaschstationen sowie Abwassermanagement. Berufsausbildungen, Mentoring-Programme und Startkapital helfen Frauen und Männern, eigene Einkommensquellen aufzubauen. Frauen und Mädchen, die von Gewalt betroffen oder bedroht sind, erhalten zudem Schutz durch mobile Gesundheitsdienste, psychosoziale Beratung sowie finanzielle Unterstützung. Ergänzend richten sich Aufklärungskampagnen an Männer und Buben, um Gewalt vorzubeugen.

Insgesamt profitieren von dem Projekt mehr als 580.000 Menschen, die Mehrheit davon sind Frauen.

Quelle: OTS

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