vonRedaktion International
MAI 23, 2026
Foto: Landesmedienservice Burgenland
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Bund und Länder berieten über zentrale Weichenstellungen für die Energiezukunft – Fokus auf Netze, Speicher und raschere Umsetzung der Energiewende
Im Rahmen der Landesenergiereferentinnen- und Landesenergiereferentkonferenz am 21. und 22. Mai 2026 in Rust haben die Länder gemeinsam mit dem Bund über zentrale Maßnahmen zur Stärkung der Versorgungssicherheit und zur Beschleunigung der Energiewende beraten. Gastgeberin Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner begrüßte dazu Vertreter:innen aller Bundesländer sowie Staatssekretärin Elisabeth Zehetner. Vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheiten und steigender Anforderungen an die Energieversorgung standen insbesondere der raschere Ausbau erneuerbarer Energien, leistungsfähige Netze und Speicher sowie Maßnahmen für leistbare Energie im Mittelpunkt der Gespräche. Dabei konnten 26 von 30 Anträgen einstimmig beschlossen werden. Die anwesenden Landesenergiereferent:innen unterstrichen in einer gemeinsamen Präambel die Bedeutung einer sicheren, unabhängigen und nachhaltigen Energieversorgung für Österreich. Ein zentraler Themenbereich der Konferenz war das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG). Diskutiert wurden insbesondere rechtssichere und praxistaugliche Rahmenbedingungen für raschere Verfahren beim Ausbau erneuerbarer Energieprojekte sowie eine möglichst effiziente Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Gemeinden. Haider-Wallner betonte dazu: „Die Energiewende braucht ambitionierte Ziele und Geschwindigkeit in der Umsetzung. Dafür braucht es praktikable und rechtssichere Verfahren, die Projekte rascher ermöglichen und gleichzeitig hohe Standards absichern. Damit Österreich unabhängig von fossilen Energieimporten wird, braucht es aber auch ausreichend verbindliche Ausbauziele und einen konsequenten Beitrag aller Bundesländer.“ Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner hielt fest: „Die Energiewende darf kein Staffellauf werden, bei dem der Stab zwischen Behörden, Ebenen und Verfahren liegen bleibt. Sie muss ein gemeinsamer Kraftakt sein. Als Bundesregierung haben wir bereits wichtige Schritte gesetzt. Mit dem Elektrizitätswirtschaftsgesetz haben wir die größte Reform des Strommarktes seit Jahrzehnten auf den Weg gebracht. Der nächste entscheidende Schritt ist das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz. Es soll Verfahren bündeln, Doppelgleisigkeiten reduzieren und den Ausbau von erneuerbarer Erzeugung, Netzen und Speichern beschleunigen. Dieses Gesetz liegt auf dem Tisch. Jetzt geht es darum, es gemeinsam auf den Weg zu bringen.“
Die Konferenz befasste sich darüber hinaus mit zentralen Zukunftsfragen der Energieversorgung. Auf der Tagesordnung standen unter anderem Energiespeicher als wesentlicher Bestandteil eines stabilen Stromnetzes, der Umbau der Energieinfrastruktur sowie Rolle und Herausforderungen der unterschiedlichen Technologien.
Auch die Umsetzung europäischer Vorgaben – insbesondere im Zusammenhang mit RED III – sowie die Abstimmung zwischen Bund und Ländern bei Genehmigungs- und Planungsverfahren wurden intensiv erörtert. Dabei wurde die Bedeutung effizienter Abläufe und klarer Zuständigkeiten für das Gelingen der Energiewende hervorgehoben.
Präambel: Versorgungssicherheit und Klimaschutz gemeinsam denken
In einer Präambel hoben die Landesenergiereferent:innen hervor, dass Versorgungssicherheit, wirtschaftliche Stabilität und Klimaschutz gemeinsam gedacht werden müssen. Der Ausbau erneuerbarer Energien, leistungsfähige Netze und moderne Speicherlösungen seien wesentliche Voraussetzungen, um Österreich unabhängiger von fossilen Energieimporten zu machen und die Energieversorgung langfristig abzusichern.
Gastgeberin Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner betonte: „Die Energiewende ist längst auch eine Frage der Versorgungssicherheit. Erneuerbare Energie, moderne Netze und Speichersysteme sind entscheidend, um Österreich unabhängiger und krisenfester zu machen. Dafür braucht es in allen Bundesländern ausreichend Flächen und klare Ausbauperspektiven für Windkraft und Photovoltaik. “
Mit Blick auf das EABG erklärte Haider-Wallner: „Damit die Energiewende rasch vorankommt, braucht es klare, praktikable und rechtssichere Rahmenbedingungen. Nur wenn Ziele verbindlich und klar sind und Verfahren effizient gestaltet werden, können Projekte schneller umgesetzt werden und gleichzeitig Akzeptanz und Rechtssicherheit gewährleistet bleiben. Die Energiewende braucht dabei nicht nur Beschleunigung, sondern auch ausreichend ambitionierte Ziele über 2030 hinaus.“
Staatssekretärin Elisabeth Zehetner betonte die Bedeutung gemeinsamer Lösungen zwischen Bund und Ländern: „Energiepolitik ist kein Bereich, in dem eine Ebene allein alles lösen kann. Der Bund kann Gesetze vorlegen, Rahmenbedingungen schaffen und europäische Interessen vertreten. Die Länder spielen eine zentrale Rolle bei Raumordnung, Verfahren, Akzeptanz, konkreter Umsetzung und regionaler Energieplanung. Genau deshalb braucht es hier ein gutes Zusammenspiel aller Ebenen. Wir haben im Bund mit dem EABG einen Vorschlag vorgelegt. Jetzt geht es darum, gemeinsam weiterzuarbeiten und einen energiepolitischen Schulterschluss zustande zu bringen. Für die notwendige Zweidrittelmehrheit braucht es Verantwortung und Gesprächsbereitschaft. Unsere Hand ist ausgestreckt.“
Gemeinsame Verantwortung von Bund, Ländern und Gemeinden
Haider-Wallner verwies dabei auch auf die Vorreiterrolle des Burgenlands. Das Burgenland zeige seit Jahren, dass der konsequente Ausbau erneuerbarer Energie möglich sei und Versorgungssicherheit, Klimaschutz sowie regionale Wertschöpfung gemeinsam gestärkt werden könnten. Gleichzeitig sei klar, dass die Energiewende ein gemeinsamer Kraftakt sei, zu dem alle Bundesländer und Regionen ihren Beitrag leisten müssten.
„Die großen energiepolitischen Herausforderungen lassen sich nur gemeinsam bewältigen. Bund, Länder und Gemeinden müssen bei Versorgungssicherheit, Netzausbau und Erneuerbaren-Ausbau eng zusammenarbeiten“, so Haider-Wallner. „Investitionen in erneuerbare Energie stärken nicht nur den Klimaschutz, sondern auch regionale Wertschöpfung, Innovation und Beschäftigung. Damit Österreich seine Energie- und Klimaziele erreicht, müssen alle Bundesländer beim Ausbau erneuerbarer Energien entschlossen vorangehen.“
Mit Blick auf Infrastruktur und Netzausbau ergänzte Zehetner: „Österreich ist gut unterwegs. Aber gut unterwegs zu sein reicht nicht, wenn andere schneller werden und die Krisen dichter kommen. Wir müssen vom Reden stärker ins Umsetzen kommen. Das Elektrizitätswirtschaftsgesetz ist ein großer Schritt. Das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz muss der nächste werden. Wir brauchen schnellere Verfahren, stärkere Netze, mehr Speicher, mehr erneuerbare Energie und einen gemeinsamen politischen Willen, das auch umzusetzen.“
Quelle: Land Burgenland