vonOTS
APRIL 27, 2026
Foto: Fotografinnen: Anna Lang und Madalina Leahu
Foto: Anna Lang und Madalina Leahu
Foto: Anna Lang und Madalina Leahu
Erinnern verpflichtet! Für jüdisches Leben und gegen Israelhass
„Marsch des Lebens" in Wien: Starkes Zeichen gegen Antisemitismus und für jüdisches Leben
Rund 400 Menschen versammelten sich am Sonntag, dem 26. April 2026 in Wien zum „Marsch des Lebens" – einer internationalen Initiative für Erinnerung, Versöhnung und Solidarität mit der jüdischen Gemeinschaft. Organisiert von WUNDERWERK Wien in Kooperation mit Marsch des Lebens e.V. führte der Marsch unter dem Motto „Erinnern verpflichtet! Für jüdisches Leben und gegen Israelhass" vom Josef-Meinrad-Platz zur Abschlusskundgebung an der Namensmauer im Ostarrichipark.
Die Veranstaltung verband bewusst historisches Gedenken mit aktueller gesellschaftlicher Verantwortung. Die Atmosphäre war geprägt von Würde und Solidarität mit der jüdischen Gemeinschaft und Israel. Christinnen und Christen verschiedener Konfessionen sowie eine Gruppe iranischer Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten mit ihrer Teilnahme am Marsch ihre Solidarität mit Israel.
Ein zentraler Moment der Abschlusskundgebung war der persönliche Beitrag von Dr. Julius Neumark, einem Holocaustüberlebenden, der seine Geschichte schilderte. Sein im Holocaust ermordeter Großvater ist an der Namensmauer namentlich verewigt. Im Anschluss wurde feierlich ein Kranz niedergelegt. Dass auch Nachfahren von NS-Tätern öffentlich das Wort ergriffen, hinterließ bei allen Anwesenden einen bleibenden Eindruck. Pastorin und Organisatorin Birgit Berchtold brachte die Bedeutung dieses Moments auf den Punkt:
„Es hat mich tief bewegt zu sehen, wie Nachfahren von NS-Tätern öffentlich Schuld bekannt, um Vergebung gebeten und ihre Solidarität mit Israel zum Ausdruck gebracht haben. Das ist kein selbstverständlicher Schritt, sondern ein bewusstes und zutiefst berührendes Zeichen von echter Versöhnung."
- Birgit Berchtold, Pastorin und Organisatorin, WUNDERWERK Wien
Zu den Rednerinnen und Rednern zählten:
Sie alle betonten die Notwendigkeit, Antisemitismus in all seinen Formen entschieden entgegenzutreten und jüdisches Leben in Österreich und Europa aktiv zu stärken.
„Was passiert mit uns Juden, in Wien, in Österreich, in ganz Europa? Wie kommt es, dass sich Juden heute wieder verstecken, dass sie sich wieder zurückziehen, dass sie wieder ihre jüdischen Zeichen verbergen müssen, dass Antisemitismus wieder Normalität geworden ist, dass man sich daran gewöhnt? Wie kann das sein?"
- Oberrabbiner Engelmayer
Über den Marsch des Lebens
Der „Marsch des Lebens" ist eine internationale Initiative, über 100 Märsche finden weltweit in 25 Nationen statt. Sie setzt ein Zeichen gegen Vergessen, für Versöhnung zwischen Völkern und für die Würde jüdischen Lebens heute. WUNDERWERK Wien engagiert sich als christliche Gemeinschaft aktiv für den jüdisch-christlichen Dialog und die Erinnerungskultur in Österreich.
Weitere Informationen:
www.wunderwerk.wien | www.marschdeslebens.org
Quelle: OTS