Tirol: Mobilitätsfreundliche Wanderwege eröffnen neue Naturerlebnisse

vonRedaktion Salzburg
AUGUST 16, 2026

Copyright: Land Tirol/Brandhuber

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Was Ausflüge zum Reintaler See (Bezirk Kufstein), zum Seefelder Wildsee (Bezirk Innsbruck-Land) oder zum Schlosskopf Ehrenberg (Bezirk Reutte) gemeinsam haben? Sie stehen für mobilitätsfreundliche Wanderwege, die die Tiroler Berg- und Naturlandschaft für möglichst viele Menschen zugänglich machen. Damit solche Projekte umgesetzt werden können, unterstützt das Land Tirol Gemeinden und Tourismusverbände dabei, mobilitätsfreundliche Wege zu schaffen und bestehende Angebote weiterzuentwickeln. Allein im Jahr 2025 wurden dafür rund 250.000 Euro Fördermittel bereitgestellt – etwa für Wanderwegsanierungen, Neubauten mobilitätsfreundlicher Wanderwege, einen Themenweg sowie einen barrierefreien Seezugang. Aktuell befinden sich neun weitere Projekte in Umsetzung. Parallel dazu werden bestehende Angebote in ganz Tirol erstmals systematisch erfasst und nach einheitlichen Kriterien klassifiziert.

„Natur und Erholung sollen allen Menschen zugänglich sein. Das Land Tirol unterstützt Gemeinden und Tourismusverbände mit einer Förderung von bis zu 70 Prozent der förderbaren Nettogesamtkosten bei Neubau- und Adaptierungsmaßnahmen. Damit schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass Menschen mit Mobilitätseinschränkungen die Tiroler Landschaft möglichst selbstbestimmt erleben können“, betont LHStv Josef Geisler.

Von Reutte bis ins Unterland: Mobilitätsfreundliche Angebote wachsen

Was vor einigen Jahren vor allem im Außerfern seinen Anfang nahm, findet mittlerweile in mehreren Tiroler Regionen Umsetzung. Neben den bekannten Angeboten rund um den Schlosskopf Ehrenberg (Bezirk Reutte), den Seefelder Wildsee (Bezirk Innsbruck-Land) oder das Frauenschuhgebiet in Elmen (Bezirk Reutte) entstehen auch in Regionen wie Seefeld-Leutasch, dem Kaunertal oder dem Wipptal neue mobilitätsfreundliche Wege. Ein gelungenes Beispiel ist der Rundweg am Reintaler See in Kramsach (Bezirk Kufstein) mit barrierefreiem Seezugang und Bewegungspark, der zeigt, wie Naturerlebnis und Barrierefreiheit im alpinen Raum erfolgreich miteinander verbunden werden können.

„Mobilitätsfreundlichkeit bedeutet, Angebote von Anfang an für möglichst viele Menschen mitzudenken. Deshalb sprechen wir bewusst nicht mehr nur von rollstuhltauglichen Wegen. Im Mittelpunkt stehen vielmehr Angebote, die von Familien mit Kinderwagen ebenso wie von älteren Menschen oder Personen mit Mobilitätseinschränkungen gut genutzt werden können“, betont Soziallandesrätin Eva Pawlata.

Einheitliche Standards für mehr Orientierung

Damit NutzerInnen bereits vor dem Start einer Tour wissen, welche Anforderungen sie erwarten, setzt Tirol nun auch auf eine landesweit einheitliche Einstufung mobilitätsfreundlicher Wanderwege. Grundlage bildet die Tiroler Richtlinie zur Klassifizierung von Wanderwegen für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Die Wege werden nach objektiven Kriterien bewertet und in die Schwierigkeitsstufen leicht, mittelschwierig und schwierig eingeteilt.

Für die Erhebung kommt ein eigens entwickelter Messrollstuhl zum Einsatz, der zahlreiche Parameter wie Wegbreite, Längsneigung, Distanz, Höhenprofil und Oberflächenbeschaffenheit erfasst. Die tirolweite Bestandsaufnahme schafft damit nicht nur die Grundlage für eine einheitliche Klassifizierung, sondern auch für eine künftig übersichtliche und öffentlich zugängliche Darstellung der mobilitätsfreundlichen Wanderangebote in Tirol. Die Einstufung ist direkt auf der gelben Wanderwegbeschilderung mit Plaketten sowie auf ergänzenden Informationstafeln an den Ausgangspunkten ersichtlich.

Investitionen in Tirols Wanderinfrastruktur

Mit rund 24.000 Kilometern Wanderwegen verfügt Tirol über eines der vielfältigsten Wanderangebote im Alpenraum. Das Land Tirol investiert kontinuierlich in die Infrastruktur: Allein in den vergangenen zehn Jahren wurden rund 7,5 Millionen Euro dafür aufgewendet, davon etwa 3,9 Millionen Euro in die Sanierung bestehender Wege.

Gefördert werden unter anderem Brücken, Rastplätze, Themenwege und mobilitätsfreundliche Wege, damit Naturerlebnisse möglichst vielen Menschen zugänglich gemacht werden können. Sämtliche Projekte werden vom Tiroler Landschaftsdienst fachlich begleitet und auf ihre Vereinbarkeit mit dem Tiroler Wander- und Bergwegekonzept sowie den Zielen des Programms „Bergwelt Tirol – miteinander erleben“ geprüft. Im Fokus dabei: gezielte BesucherInnenlenkung, Information und Sensibilisierung, hochwertige Infrastruktur und digitale Innovationen. Naturerlebnisse sollen nachhaltig gestaltet und ein sicheres sowie rücksichtsvolles Miteinander am Berg gefördert werden.

Quelle: Land Tirol

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