Österreich: Österreichs Eltern sehen Schule und Politik bei KI nicht gerüstet

vonOTS
NOVEMBER 02, 2026

Foto: GoStudent

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Bericht zur Zukunft der Bildung 2026: Nur 24% der Eltern meinen, die Regierung tue genug für klare KI-Regeln an Schulen. Mehr Eltern setzen auf eine Lehre als auf ein Studium.

Wenn morgen nach den Herbstferien wieder die Schule beginnt, stellen viele Eltern in Österreich Schule und Politik beim Thema künstliche Intelligenz ein schlechtes Zeugnis aus. Zugleich setzen mehr Eltern auf eine Lehre als auf ein Studium. Das zeigt der GoStudent Bericht zur Zukunft der Bildung 2026. Dafür wurden in sechs europäischen Ländern 3.001 Eltern, ihre 3.001 Kinder im Alter von 8 bis 16 Jahren und 300 Lehrkräfte befragt, in Österreich 500 Eltern und 500 Kinder.

Die wichtigsten Ergebnisse für Österreich:


KI ist Alltag, Anleitung fehlt

Viele Schülerinnen und Schüler nutzen KI für die Schule, im Unterricht kommt sie dagegen wenig vor. 43 Prozent der befragten Kinder in Österreich wurden noch nie im Umgang mit KI-Tools unterrichtet, nur 15 Prozent hatten eine strukturierte Unterrichtsstunde. Auch die befragten Eltern trauen sich insgesamt weniger zu als vor einem Jahr. Über alle Länder hinweg fühlt sich nur noch die Hälfte (50 Prozent) sicher, die KI-Nutzung ihres Kindes zu Hause zu begleiten, im Vorjahr waren es 61 Prozent. In Österreich sind es 44 Prozent.

Schule und Leben klaffen auseinander

Beim Blick auf die Zeit nach der Schule liegt Österreich hinter allen anderen Ländern: 36 Prozent der befragten Eltern sehen ihr Kind gut vorbereitet, in Frankreich sind es 39 Prozent, in Italien 41 Prozent, in Spanien 44 Prozent, in Deutschland 47 Prozent und im Vereinigten Königreich 66 Prozent. Gleichzeitig zeigt sich die Stärke der Lehre. In keinem anderen der sechs Länder wünschen sich so viele Eltern mit einer klaren Präferenz an erster Stelle eine Lehre oder Berufsausbildung für ihr Kind (Deutschland: 40 Prozent). Auch die Bundesregierung will die Lehre aufwerten: „Die Lehre ist kein Plan B, sondern ein Karriereweg mit Zukunft“, sagte Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (BMWET, 24.08.2026).

Die Ergebnisse fallen in eine laufende Debatte: Ab Herbst 2027 gelten neue Lehrpläne für die AHS-Oberstufe, in denen der Unterricht zu KI über das Fach Informatik ausgebaut wird. AHS-Lehrergewerkschafter Georg Stockinger (FCG) hält die Umstellung für „nicht mehr seriös umsetzbar“ (APA, 16.10.2026).

„Für viele Kinder gehört KI längst zur Hausübung. Die Eltern sagen uns klar, dass Schule und Politik darauf noch keine ausreichende Antwort haben. Kinder brauchen jetzt Anleitung, wie man KI kritisch und zum Lernen nutzt, statt sich das Denken abnehmen zu lassen. Dafür braucht es klare Regeln für Hausübungen und Prüfungen und Lehrkräfte, die dafür Zeit und Unterstützung bekommen. Schule, Eltern und Politik können das nur gemeinsam schaffen“, sagt Felix Ohswald, Co-Founder und CEO von GoStudent.

Methodik

Der GoStudent Bericht zur Zukunft der Bildung basiert auf einer Erhebung des Marktforschungsinstituts Censuswide.

Eltern und Kinder
Censuswide hat 3.001 Eltern (ab 23 Jahren) und Kinder zwischen 8 und 16 Jahren in Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Spanien und dem Vereinigten Königreich befragt. Die Befragung fand vom 26. Juni bis 13. Juli 2026 statt.

Lehrkräfte
Zusätzlich hat Censuswide 300 Lehrkräfte befragt, die Kinder zwischen 8 und 16 Jahren unterrichten, ebenfalls in Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Spanien und dem Vereinigten Königreich. Diese Befragung fand vom 6. bis 23. Juli 2026 statt.

Censuswide ist Mitglied der Market Research Society (MRS) und des British Polling Council (BPC) und hat den Global Data Quality Pledge unterzeichnet. Das Institut arbeitet nach dem Verhaltenskodex der MRS und den Grundsätzen der ESOMAR.

Über GoStudent

GoStudent ist einer der führenden Bildungsanbieter weltweit und unterstützt jeden Monat mehr als 10 Millionen Familien. Das Unternehmen wurde 2016 in Wien von Felix Ohswald und Gregor Müller gegründet und verbindet Online-Nachhilfe mit Lernangeboten vor Ort. Zu GoStudent gehören Studienkreis, LernQuadrat, Seneca Learning und Tus Media. Gemeinsam betreiben sie über 1.000 Bildungsstandorte in Europa. Ziel ist es, Schülerinnen und Schülern individuelle Lernunterstützung zu ermöglichen, online wie vor Ort.

Weitere Informationen: www.gostudent.org

Quelle: OTS

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