Österreich: Patient Journey bei chronischen Wunden im Fokus der Initiative Wund?Gesund!

vonOTS
MAI 28, 2026

Foto: Initiative Wund?Gesund!/APA-Fotoservice/Ludwig Schedl

26. Jahrestagung der Austrian Wound Association bildete den passenden Rahmen

"Die Patient Journey macht Versorgungsangebote, Warte- und Behandlungszeiten sowie Ressourcennutzung sichtbar und ist damit eine zentrale Grundlage für eine personzentrierte, koordinierte und qualitätsgesicherte Versorgung", stellten die Panel-Teilnehmer:innen des Dialogforums der Initiative Wund?Gesund! am Donnerstagvormittag im Rahmen der 26. Jahrestagung der Austrian Wound Association unisono fest. Peter Kurz, Generalsekretär Austrian Wound Association, Mag.a Verena Nikolai, Leiterin der Abteilung Qualität im Gesundheitssystem, Gesundheitssystemforschung im BMASGPK, Mag.a Elisabeth Potzmann, Präsidentin Österreichischer Gesundheits- und Krankenpflegeverband, Univ.-Prof. Dr. Georg Stummvoll, Chefärztlicher Dienst der SVS, und Mag.a Martina Laschet, Sprecherin der Initiative Wund?Gesund! diskutierten mit hunderten Teilnehmer:innen im Saal. "Menschen mit chronischen Wunden erleben oft eine Irrfahrt durch das System: Viele warten monatelang oder jahrelang auf eine qualitätsgesicherte Versorgung. Das kostet Lebensqualität, belastet Angehörige und Pflege und verursacht hohe Folgekosten. Deshalb brauchen wir abgestimmte Prozesse, multiprofessionelle Zusammenarbeit und ein modernes eHealth-System", so Laschet. Ebenso notwendig sei aus ihrer Sicht "ein zentraler, transparenter, nachvollziehbarer, einheitlicher und verbindlicher Einreich- und Erstattungsprozess für alle Behandlungsleistungen – von der Wundauflage bis zur digitalen Gesundheitsanwendung".

Handlungsbedarf entlang der Patient Journey

"Patientinnen und Patienten bewegen sich zwischen Krankenhaus, Fachärzt:innen, Allgemeinmediziner:innen, Pflege, Apotheken und Sozialversicherung oft ohne klare Koordination", kritisierte Kurz für die Austrian Wound Association (AWA). Zudem sei häufig unklar, welche Produkte zur Verfügung stünden, da Verfügbarkeit und Auswahl von Verbandstoffen je nach Bundesland unterschiedlich geregelt seien. Das führe zu Ungleichheiten für Patient:innen und erschwere es Hersteller:innen und Anbieter:innen, innovative Lösungen flächendeckend in die Versorgung zu bringen. Als Lösungsansatz verwies Kurz auf eine personzentrierte Wundversorgung, die die gesamte Patient Journey konsequent aus der Perspektive der betroffenen Menschen denkt.

"Der Qualitätsstandard 'Integrierte Versorgung Chronische Wunden' wurde im April 2026 veröffentlicht und enthält elf evidenzbasierte Empfehlungen. Damit wurde erstmals bundesweit ein abgestimmter Rahmen für die integrierte, qualitätsgesicherte Versorgung von Patient:innen mit chronischen Wunden in Österreich geschaffen", unterstrich Nikolai. Interprofessionelle Zusammenarbeit, Versorgungskontinuität und Patientenorientierung würden dadurch gefördert. Durch den Qualitätsstandard werde zudem verdeutlicht, wo strukturelle Verbesserungen nötig seien. "Im Zentrum stehen dabei Versorgungsqualität und verlässliche strukturelle Rahmenbedingungen", stellte Nikolai klar.

Potzmann forderte in ihrem Statement: "Innerhalb der gesetzlichen Gesundheitsberufe benötigen wir Task-sharing, also gemeinsam übernommene Verantwortung für die Patient:innen. Ergänzend brauchen wir - über das ASVG - abrechenbare Leistungen durch die Pflege, die Schaffung von Pflege- und Therapiepraxen und eine erweiterte Verordnungskompetenz für die Fachpflege." Der Schlüssel dazu liege in der Digitalisierung.

"Für ein ethisch und gesundheitsökonomisch verantwortungsbewusstes Handeln sind interdisziplinärer Austausch und enge Kooperation zentral. Grundlage der Behandlung chronischer Wunden muss jedoch die ärztliche Abklärung sein, denn eine effiziente Versorgung erfordert die Therapie der zugrunde liegenden Ursache oder Erkrankung", ergänzte Stummvoll. "Chronische Wunden ohne Heilungstendenz brauchen ein interprofessionelles, im Wundmanagement erfahrenes Team. Entscheidend ist, dass Produkte und neue Entwicklungen gemäß einer evidenzbasierten Versorgung eingesetzt werden und dass auch bei Verordnungen im Bereich des Wundmanagements das Ökonomiegebot berücksichtigt werden muss, das einen Grundpfeiler der solidarisch organisierten Krankenversicherung darstellt", so Stummvoll abschließend.

Über die Initiative Wund?Gesund!

Die Initiative Wund?Gesund! ist ein Zusammenschluss von Unternehmen und Kooperationspartnern aus dem Gesundheitswesen. Im Mittelpunkt steht die optimale Versorgung der Patient:innen mit passenden Medizinprodukten: vom einfachen Wundpflaster über hydroaktive Wundauflagen bis zur Wundunterdrucktherapie.


Quelle: OTS

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