vonOTS
JULI 14, 2026
Foto: Naturfreunde Bad Ischl
Foto: Naturfreunde Bad Ischl
Foto: Simon Fortmüller
Naturfreunde eröffnen nachhaltig sanierte Bleckwandhütte
Mit einem feierlichen Festakt eröffneten die Naturfreunde Bad Ischl die generalsanierte Bleckwandhütte nach eineinhalb Jahren Bauzeit wieder. Rund zwei Millionen Euro wurden seit dem Spatenstich im September 2024 in die umfassende Modernisierung investiert. Mit anspruchsvollen Bauarbeiten im alpinen Gelände, außergewöhnlichem ehrenamtlichem Engagement und konsequent nachhaltigen Lösungen entstand ein zukunftsweisendes Projekt für Hüttenentwicklung.
Hütten im alpinen Raum stehen vor zunehmenden Herausforderungen – von den Folgen des Klimawandels bis hin zu steigenden Anforderungen an Wasser– und Energieversorgung. Ziel war deshalb, die Bleckwandhütte ökologisch, technisch und wirtschaftlich nachhaltig für die kommenden Jahrzehnte aufzustellen.
Mit einer modernen Pflanzenkläranlage verfügt die Hütte künftig über eine biologische Abwasserreinigung. Das gereinigte Wasser wird anschließend wieder in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Schutz des sensiblen Naturraums. Ergänzt wird die Infrastruktur durch eine neue Wasserversorgung mit zwei 42.000-Liter-Speicherbehältern. Die Energieversorgung erfolgt mit 98 Prozent nahezu vollständig über eine Photovoltaikanlage, für Notfälle steht ein Notstromaggregat zur Verfügung.
Darüber hinaus wurden die gesamte Haustechnik, die Sanitäranlagen, die Küche sowie die Zimmer und Schlafplätze umfassend modernisiert. Auch das Thema Wiederverwendung spielte beim Umbau eine wichtige Rolle: So wurde das Holz des ehemaligen Hüttendachs sorgfältig aufgearbeitet und in der Gaststube wieder verbaut. Die neue Bleckwandhütte verbindet ressourcenschonende Technik mit einem verantwortungsvollen Umgang mit der alpinen Umwelt und ist damit ein Vorzeigeprojekt nachhaltiger Hüttenentwicklung.
Die Bauarbeiten auf 1.340 Metern Seehöhe verlangten außergewöhnlichen Einsatz. Da die Hütte nicht mit schweren Fahrzeugen erreichbar ist, mussten Baumaterialien, Maschinen und technische Anlagen nahezu vollständig per Hubschrauber transportiert werden. Große Bauteile wie Wasserbehälter oder Elemente der Pflanzenkläranlage wurden aus der Luft angeliefert und anschließend händisch eingebaut. Hinzu kamen wechselnde Wetterbedingungen und die anspruchsvolle Logistik einer Bergbaustelle. Die schwierigen Bedingungen erforderten eine präzise Planung und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten.
Insgesamt 2,2 Millionen Euro wurden in die Erneuerung investiert. Finanziert wurde das Projekt durch Fördermittel des Bundes, der Europäischen Union, der Naturfreunde Österreich sowie durch den Eigenanteil der Naturfreunde Bad Ischl.
Entscheidend für den Erfolg des Projekts war vor allem das außergewöhnliche Engagement der Ortsgruppe Bad Ischl. Rund 160 freiwillige Helferinnen und Helfer und mehr als 3.500 ehrenamtliche Arbeitsstunden machten die Umsetzung dieses Großprojekts überhaupt erst möglich. Unterstützt wurden die Naturfreunde zudem von zahlreichen regionalen Unternehmen, die ihre Expertise unter den besonderen Bedingungen einer Bergbaustelle einbrachten.
„Ein großer Dank an die zahlreichen Freiwilligen, die dieses Projekt in tausenden ehrenamtlichen Arbeitsstunden verwirklicht haben. Wir haben ein tolle Hütte mit einem super Team und freuen uns auf viele Bergerlebnisse auf der Bleckwandhütte, hoch über dem Wolfgangsee“, sagt Andreas De Bettin, Vorsitzender der Naturfreunde Oberösterreich.
Die Wiedereröffnung wurde gemeinsam mit zahlreichen Gästen aus Politik, Tourismus und den Naturfreunden gefeiert – darunter Staatssekretärin Mag. Elisabeth Zehetner, Mag. Philip Kirchler, Leiter der Tourismusabteilung im Bundesministerium, sowie Naturfreunde-Vorsitzender Andreas Schieder.
„Das Geld ist das Eine: 1,45 Millionen von Bund und EU; die ehrenamtliche Arbeit das Andere. Ich gratuliere dafür, was ihr aus der Hütte gemacht habt, ich kenne die Hütte vor dem Umbau und das Ergebnis kann sich sehen lassen.“, so Elisabeth Zehetner.
„Die EU und der Bund haben gemeinsam Geld zur Verfügung gestellt und die Naturfreunde haben neben den Eigenanteil, die Arbeitskraft in Form von Freiwilligen aufgestellt. Ohne Ehrenamt wären solche Projekte nicht umsetzbar. Danke für euren Einsatz. Ihr könnt stolz auf euer Werk sein.“, betont auch Andreas Schieder.
Mit ihrer einzigartigen Lage auf 1.340 Metern Seehöhe und dem beeindruckenden Panoramablick auf den Wolfgangsee und den Schafberg zählt die Bleckwandhütte seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Wanderzielen im Salzkammergut. Nach ihrer umfassenden Erneuerung verbindet sie zeitgemäßen Komfort mit nachhaltiger Infrastruktur und ist damit langfristig für die Anforderungen eines modernen und umweltbewussten Hüttenbetriebs gerüstet.
Quelle: OTS