Salzburg: Schuldenberatung - Drittes Jahr in Folge mehr als 1.000 Erstkontakte

vonRedaktion International
MÄRZ 31, 2026

Salzburg

Jahresstatistik 2025 zeigt ungebrochen hohe Nachfrage / 3.687 Beratungen insgesamt geleistet

(LK) Das dritte Jahr in Folge verzeichnet die Schuldenberatung Salzburg mehr als 1.000 Erstkontakte. Eine solche Phase gab es seit der Gründung der Schuldenberatung im Jahr 1991 noch nie. In der Jahresbilanz finden sich noch weitere Details zur aktuellen Entwicklung.

"Die Schuldenberatung leistet einen unverzichtbaren Beitrag", sagt Landesrat Wolfgang Fürweger - im Bild mit dem Leiter der Schuldenberatung, GF Peter Niederreiter.

Die Schuldenberatung Salzburg hat kürzlich ihre Jahresbilanz für das Vorjahr fertiggestellt. Im Jahr 2025 fanden in der Schuldenberatung Salzburg insgesamt 3.687 Beratungsgespräche statt. Das ist der zweithöchste Wert in den vergangenen fünf Jahren. 1.125 Beratungsfälle konnten abgeschlossen werden. Im Jahr 2025 wurde zum dritten Mal in Folge die Schallmauer von 1.000 Erstkontakten jährlich durchbrochen – eine Phase, die es seit Gründung der Schuldenberatung noch nie gab. Insgesamt wandten sich 1.093 Personen mit dem Wunsch nach einem Beratungstermin an die Expertinnen und Experten. „Dies sind rund 40 Erstkontakte mehr als im Jahr davor (2024: 1.052) und stellt den höchsten Wert seit 23 Jahren dar“, sagt Peter Niederreiter, Geschäftsführer und Leiter der Schuldenberatung. Lediglich im Rekordjahr 1998 (1.169) und 2002 habe es noch mehr Erstkontakte gegeben.

Fürweger: „Überschuldung ist kein Randthema“

Soziallandesrat Wolfgang Fürweger betont: „Überschuldung ist kein Randthema, sondern eine reale Belastung für viele Salzburgerinnen und Salzburger. Die Schuldenberatung leistet in diesem Zusammenhang einen unverzichtbaren Beitrag. Sie schafft Klarheit in schwierigen Lebenssituationen, zeigt konkrete Auswege auf und eröffnet den Betroffenen neue Perspektiven. Deshalb gilt: Wer Unterstützung benötigt, sollte dieses Angebot frühzeitig in Anspruch nehmen. Je früher, desto größer ist die Chance, finanzielle Stabilität dauerhaft zurückzugewinnen.“

Steigerung insbesondere im Pinzgau

Österreichweit wurden 2025 insgesamt 21.599 Erstkontakte gezählt. Dies entspricht gegenüber 2024 einer leichten Steigerung um ein Prozent. In Salzburg fiel dieser Zuwachs mit vier Prozent wesentlich deutlicher aus. „Seit dem Ende der Pandemiejahre liegen die Erstkontakte damit deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von 888. Die Nachfrage nach den Beratungsangeboten der Schuldenberatung ist ungebrochen hoch“, sagt Niederreiter. Eine regional differenziertere Betrachtung zeigt insbesondere im Pinzgau eine deutliche Steigerung von 119 auf 133 Erstkontakte. Im Pongau und Lungau hat sich die Nachfrage nach dem starken Anstieg im Jahr 2024 auf hohem Niveau eingependelt. Es gab 160 statt 170 Erstkontakte. Im Zentralraum Salzburg wurde eine Steigerung von sieben Prozent verzeichnet. 2024 hat das Land eine Erweiterung der Beratungsressourcen genehmigt. „Damit konnte die Wartezeit auf eine Erstberatung trotz gestiegener Nachfrage stabil gehalten werden“, betont Niederreiter.

Im Schnitt 88.800 Euro Schulden

Das Durchschnittsalter der Klientinnen und Klienten betrug im Vorjahr 43 Jahre. Von 100 Klientinnen und Klienten waren 60 männlich und 40 weiblich. Im Durchschnitt hatten die Klientinnen und Klienten Schulden in Höhe von 88.800 Euro (2024: 90.600 Euro) bei 12 verschiedenen Gläubigern angehäuft. Männer wiesen einen durchschnittlichen Schuldenstand von 97.800 Euro (2024: 107.200 Euro) auf, während er bei Frauen bei 75.200 Euro (2024: 65.400 Euro) lag. „Dieser deutliche Unterschied hängt vor allem damit zusammen, dass Männer häufiger Schulden aus einer ehemaligen Selbstständigkeit haben, die in der Regel deutlich höher ausfallen als bei anderen Schuldenursachen. Zusätzlich könnte der geschlechtsspezifische Unterschied auch durch den Gender-Pay-Gap beeinflusst sein“, sagt Peter Niederreiter.

13,7 Millionen Euro an Nachlässen erreicht

Im Jahr 2025 wurden in Österreich 8.768 Privatinsolvenzen eröffnet, im Bundesland Salzburg waren es 349. In 265 Fällen (75 Prozent) hat die Schuldenberatung die Vertretung der Schuldnerinnen und Schuldner übernommen. Insgesamt konnten durch Ausgleiche, Abschlagszahlungen und gerichtliche Zahlungspläne messbare Nachlässe von rund 13,7 Millionen Euro mit den Gläubigern vereinbart werden. Die Nachlässe steigen seit vier Jahren kontinuierlich an.

Ausblick für 2026

„In den kommenden Jahren erwarten wir zumindest ein Einpendeln der Privatinsolvenz-Zahlen auf diesem hohen Niveau. Die anhaltende wirtschaftliche Flaute, steigende Arbeitslosenzahlen sowie angekündigte Einschnitte und Sparmaßnahmen lassen dies befürchten“, sagt der Leiter der Schuldenberatung. Besonders interessant werde 2026 im Hinblick auf eine auslaufende gesetzliche Regelung zum Privatkonkurs, sagt Niederreiter. Im Sommer läuft - so der Gesetzgeber nicht aktiv wird - die dreijährige Entschuldungsphase für Verbraucher (= Privatpersonen) aus und wird durch eine fünfjährige ersetzt. Ist dies der Fall, ist damit zu rechnen, dass noch viele Schuldnerinnen und Schuldner versuchen werden, vor dem Stichtag 16. Juli 2026 in ein Verfahren zu kommen.

Terminerinnerung als neues Service

Wer einen Beratungstermin vereinbart, erscheint aber nicht immer. Für viele Klientinnen und Klienten ist es eine emotionale Belastung und eine Hürde, die Unterstützung der Schuldenberatung tatsächlich in Anspruch zu nehmen. Im Sommer 2025 wurde eine automatisierte Terminerinnerung per SMS eingeführt. Die Klientinnen und Klienten erhalten seither zwei Tage vor ihrem vereinbarten Termin eine Nachricht mit Datum und Uhrzeit der Beratung. Das Instrument hat sich bewährt, die Ausfallsquote der Termine ist zurückgegangen.

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Redaktion: Landes-Medienzentrum / LK_260330_80 (hei/bk)

Quelle: Land Salzburg

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