Österreich: Tabuthema Darmvorfall - Chirurgische Behandlung ohne künstlichen Darmausgang

vonOTS
MÄRZ 18, 2026

Foto: Göttlicher Heiland Krankenhaus

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Soziale Isolation durch Darmerkrankungen. Darmvorfall noch immer ein Tabuthema. Chirurgischer Eingriff für eine dauerhafte Heilung – minimalinvasiver bzw. robotischer Eingriff ohne künstlichen Darmausgang.

In Österreich sind mehrere hunderttausend Menschen von Funktionsstörungen der Ausscheidungsorgane betroffen. Viele sprechen nicht darüber. Ein Darmvorfall (Rektumprolaps) beeinträchtigt die Lebensqualität massiv. Aufgrund der starken Beeinträchtigung der Lebensqualität ist eine Operation immer indiziert; eine Alternative zur chirurgischen Behandlung gibt es nicht. Beim Darmvorfall, medizinisch Rektumprolaps genannt, treten sämtliche Wandschichten des Enddarms durch den After nach außen. Der Vorfall entsteht, wenn der ringförmige Schließmuskel (Sphinktermuskel) und die stützende Beckenbodenmuskulatur geschwächt sind. „Die Betroffenen scheuen sich oft lange Zeit davor medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen“, sagt Oberärztin Dr.in Michaela Lechner, F.B.E.S. Fachärztin für Koloproktologie im Göttlicher Heiland Krankenhaus und Präsidentin der Medizinischen Kontinenzgesellschaft Österreich. „Allerdings können wir diese Erkrankung mit Hilfe eines minimalinvasiven oder robotischen Eingriffs oder aber bei sehr betagten Patient*innen durch den kleineren transanalen Eingriff gut behandeln. Ein künstlicher Darmausgang ist nie erforderlich.“

Wenn das Bindegewebe nachgibt

Die Ursachen sind vielfältig. Häufig liegt eine Schwächung des Beckenbodens vor – etwa durch altersbedingte Veränderungen des Stütz- und Bindegewebes. Auch chronische Verstopfung mit starkem Pressen beim Stuhlgang gilt als wichtiger Risikofaktor. Neurologische Erkrankungen oder angeborene Bindegewebsschwächen spielen nur selten eine Rolle. Typische Symptome sind sichtbares Hervortreten von Darmanteilen, Fremdkörpergefühl, Nässen oder Blutungen im Analbereich. Viele Patient*innen berichten zudem über ein Gefühl unvollständiger Entleerung sowie über Stuhl- oder Gasinkontinenz – Beschwerden, die für die Betroffenen oft besonders belastend sind.

Moderne Diagnostik ermöglicht gezielte Therapie

Um die Diagnose zu sichern stehen verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung, darunter die klinische Untersuchung und bildgebende Verfahren wie ein MRT während der Stuhlentleerung. Auch die Koloskopie spielt eine wichtige Rolle um andere Pathologien auszuschließen. Im Anfangsstadium einer Darmsenkung, können konservative Behandlungsmöglichkeiten wie Beckenbodentraining, Physiotherapie oder unterstützende Pessare helfen. Ist die Erkrankung weiter fortgeschritten, ist ein operativer Eingriff notwendig. „Eine Operation ist bei einem Darmvorfall unumgänglich und die einzige Behandlung, die eine dauerhafte Stabilisierung durch das Einsetzen eines Netzes ermöglicht.“, erklärt Dr.in Lechner. „In der Chirurgie im Göttlicher Heiland Krankenhaus wenden wir modernste Technologien an. Routinemäßig kommt hier auch die robotische Chirurgie zum Einsatz, um noch mehr Präzision zu gewährleisten.“

Göttlicher Heiland Krankenhaus: Fachklinik für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Neurologie mit Zentrum für Gefäßmedizin und Chirurgie sowie Spezialisierung auf Altersmedizin

Das Krankenhaus bietet eine breite internistische Versorgung mit Schwerpunkten in den Bereichen Angiologie mit multiprofessionellem Gefäßzentrum, Kardiologie inkl. Herzüberwachungsstation und Herzkatheterlabor sowie Diabetologie. Die Neurologie mit Stroke Unit ist auf die Behandlung von Schlaganfall spezialisiert. Die Chirurgie setzt ihre Schwerpunkte auf Bauch-, Gefäß-, Hernien- und Schilddrüsenchirurgie sowie Onkologie, als auch Plastische und Rekonstruktive Chirurgie und führt ein Adipositas- und Lymphologie Zentrum. Die Akutgeriatrie und die Palliativstation sind seit Jahrzehnten für höchste Expertise in der Versorgung älterer bzw. unheilbar kranker Menschen bekannt. Das Göttlicher Heiland Krankenhaus ist ein Unternehmen der Vinzenz Gruppe. www.khgh.at. Gefördert aus Mitteln des Wiener Gesundheitsfonds.

Vinzenz Gruppe: Gesundheit kommt von Herzen

Die Vinzenz Gruppe ist eines der größten gemeinnützigen Gesundheits- und Sozialunternehmen Österreichs. Von der Prävention, über den klinischen Bereich bis hin zu Pflege und Rehabilitation begleiten wir die Menschen in allen Lebensphasen mit einem vielfältigen Angebot und innovativen neuen Lösungen. 1995 von Ordensfrauen mit langer Tradition und Erfahrung in der Krankenpflege gegründet, verbinden wir tief verwurzelte christliche Werte mit jeder Menge Innovationsgeist, um die Gesundheitsversorgung Österreichs in Zeiten der Veränderung ganzheitlich weiterzuentwickeln. Mit rund 10.000 Mitarbeiter*innen in unseren Krankenhäusern, in den zahlreichen Pflege- und Rehabilitationseinrichtungen sowie mit neuen Angeboten wie unseren Gesundheitsparks begleiten wir immer mehr Menschen immer individueller bei Gesundheitsfragen & Krankheit, analog und digital. Weil wir überzeugt sind, dass in Zukunft die besten Angebote aus der Kraft eines inspirierenden Miteinanders entstehen, betreiben wir immer mehr Angebote gemeinsam mit unseren Partner*innen. Dafür suchen wir laufend neue Kooperationen. Denn eine neue Welt der Gesundheit und des Sozialen, entsteht erst im Miteinander. Ermächtigt die Menschen. Und kommt von Herzen.

Quelle: OTS

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