Österreich: Weißer Barockesel aus Schloss Hof ziert neue Briefmarke der Post

vonOTS
JULI 29, 2026

Foto: Österreichische Post

Foto: Österreichische Post

Sonderpostamt am 31. Juli in Schloss Hof - Post würdigt stark gefährdete Nutztierrasse

Er wirkt wie ein Erbstück der Habsburgermonarchie und sein Name klingt wie ein Titel: der Österreichisch-Ungarische Weiße Barockesel. Die weitverbreitete Geschichte besagt, dass er für die adelige Gesellschaft gezüchtet wurde, da helle Tiere als Lichtbringer galten, während dunkle Tiere den Tod voraussagten. Im Laufe der Jahrhunderte verschwand die Rasse bis auf ein paar vereinzelte Zuchttiere, die erst in den 1980er-Jahren wieder entdeckt wurden und den heutigen Grundstein des rund 400 Tiere großen Bestands bilden. Eine der letzten Populationen lebt heute auf Schloss Hof im Marchfeld. Die Rasse ist stark gefährdet und ziert daher die heurige Ausgabe der beliebten Briefmarkenserie „Seltene Nutztierrassen“.

Vorgestellt wurde die neue Briefmarke nun von Andreas Minnich, Abgeordneter zum Nationalrat in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Klaus Panholzer, CEO/Geschäftsführer, Schönbrunn Group, und Patricia Liebermann, Leiterin Philatelie, Österreichische Post AG, im niederösterreichischen Schloss Hof.

Die von Kirsten Lubach entworfene Briefmarke zeigt eine Stute mit den für die Rasse typischen blauen Augen und mit ihrem Fohlen. Die Briefmarke hat einen Nennwert von 1 Euro (Tarif: Brief Österreich S) und erscheint in einer Auflage von 250.000 Stück. Sie ist in allen Postfilialen, auf onlineshop.post.at sowie beim Sammler-Service der Österreichischen Post (Telefon: +43 577 67 – 95095; E-Mail: sammler-service@post.at) erhältlich.

Neue Briefmarken-Produkte und Sonderpostamt in Schloss Hof

Für den charmanten Vertreter aus monarchischen Zeiten legt die Post erstmals ein hochwertiges Set aus Briefmarken, Karten und Kuverts mit Motiven des Weißen Barockesels auf – eine kleine Eselei zum Verschicken. Das Set enthält drei Briefmarken, drei Karten und drei Kuverts und kostet 9,80 Euro.

Die Marken-Edition „Schloss Hof“ widmet sich zudem dem Hauptwohnsitz der Weißen Barockesel und dem bekanntesten der Marchfeldschlösser. Das Heft enthält 20 Briefmarken mit prachtvollen Aufnahmen von Schloss Hof und ist um 26,20 Euro erhältlich.

Am 31. Juli findet in Schloss Hof von 10 bis 16 Uhr ein eigenes Sonderpostamt statt. Besucher*innen können dort die neue Briefmarke, das Set und die Marken-Edition erwerben und ihre Sendungen mit dem passenden Sonderstempel des Weißen Barockesels abstempeln lassen – und gleich daneben einen Blick auf die letzten Weißen Barockesel erhaschen.

Weißer Barockesel

Die weiße Farbe des Fells, die als „cremello“ bezeichnet wird, sowie seine blauen Augen machen den Weißen Barockesel unverwechselbar. Die helle Färbung nennt man Flavismus, auch seine Haut und die Hufe sind nur schwach pigmentiert. Das Tier ist mittelgroß mit normal langem Fell und der typischen Stehmähne der Esel. Aufgrund der Zuschreibung als „Lichtbringer“ wird vermutet, dass die ersten Weißen Barockesel als Statussymbol von Adeligen in der Habsburgermonarchie, vor allem in Ostösterreich und in Ungarn, gezüchtet wurden. Im Laufe der Zeit geriet die Rasse in Vergessenheit, erst in den 1980ern rückte sie wieder in das Bewusstsein der Öffentlichkeit.

Seit 2016 ist der Weiße Barockesel als eigene Rasse anerkannt, zuständig für die Zucht ist der Zuchtverband Stadl Paura. Der Verein zur Erhaltung der Weißen Barockesel in Niederösterreich mit Sitz in Schloss Hof bemüht sich um den Fortbestand der stark gefährdeten Rasse, von der heute nur noch wenige hundert Exemplare im Zuchtbuch eingetragen sind. Populationen in Österreich gibt es vor allem auf Schloss Hof im Marchfeld und im Nationalpark Neusiedler See.

Weiße Barockesel können 30 bis 40 Jahre alt werden und sind wie alle Esel robust, genügsam und unerschrocken. Zum Einsatz kommt der weiße Esel als Reittier für Kinder, als Zugtier für leichte Kutschen und in der Tiertherapie, im Seewinkel wird er auch in der Landschaftspflege eingesetzt.

Fakten auf einen Blick

(Stand: Juli 2026)

Quelle: OTS

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