Deutschland: ZOLL durchsucht wegen Steuerhinterziehung mit gepanschten Kraftstoffen

vonPresseportal.de
FEBRUAR 18, 2026

ots/Zollfahndungsamt Hannover

Hannover (ots) -

Schmieröl als Kraftstoff an Tankstellen verkauft - ZOLL ermittelt wegen Steuerschaden in Millionenhöhe im Harzvorland

Bei Ermittlungen gegen eine mutmaßliche Bande von Steuerhinterziehern hat das Zollfahndungsamt Hannover im Auftrag der Staatsanwaltschaft Göttingen am 17.02.2026 Durchsuchungsbeschlüsse in mehreren Bundesländern vollstreckt.

Die Ermittlungen richten sich gegen ein Netzwerk, das Schmieröle als regulären Dieselkraftstoff an Tankstellen und gewerbliche Endabnehmer verkauft haben soll, ohne die fällige Energiesteuer zu entrichten.

Die auch als "Designer Fuels" bezeichneten Mineralölprodukte wurden mutmaßlich über ein Geflecht aus Scheinfirmen unter diversen Handelsbezeichnungen aus dem Ausland bezogen.

Jeweils rund 30.000 Liter Schmieröle sollen ohne Kennzeichnung als Gefahrgut mit ausländischen Tankwagen nach Deutschland transportiert und in einem firmeneigenen Tanklager zweier Unternehmen im Harz zwischengelagert worden sein.

Der Verkauf der Ware erfolgte über ein Netzwerk von Unternehmen in Deutschland. Ohne jegliche Be- oder Verarbeitung wurde das Schmieröl dann als vermeintlich versteuerter Dieselkraftstoff durch beauftragte Speditionen zu den Endabnehmern transportiert.

Der ZOLL geht davon aus, dass durch das Umgehen der Energiesteuer (rd. 49 Cent pro Liter) ein vorläufiger Steuerschaden von mindestens 1,5 Millionen Euro entstand.

"Der nicht erhobene Energiesteuerbetrag ermöglichte es den Beschuldigten, die Ware etwa 5 Cent pro Liter unter dem Marktwert zu veräußern. Diese Handlungen schädigten nach der aktuellen Verdachtslage mithin nicht nur den Staat durch entgangene Steuereinnahmen, sondern auch gesetzestreue Mitbewerber" erklärt Tobias Steinführer, Sprecher des Zollfahndungsamtes Hannover.

Steinführer ergänzt: "Neben dem immensen Steuerschaden besteht zudem die Gefahr, dass minderwertige Kraftstoffe die Motoren in den Fahrzeugen von ahnungslosen Autofahrern schädigen."

Bei den Durchsuchungen in Berlin, Frankfurt (Oder), Herzberg am Harz sowie in Meppen, Greven, Landau in der Pfalz, Pfinztal und Grünstadt wurden umfangreiche Beweismittel in elektronischer und Papierform sichergestellt. Der Einsatz wurde von Kräften des Hauptzollamts Braunschweig sowie der Zollfahndungsämter Berlin-Brandenburg, Essen, Frankfurt/Main und Stuttgart unterstützt.

Die weiteren, im Auftrag der Staatsanwaltschaft Göttingen geführten Ermittlungen des Zollfahndungsamts Hannover dauern an.


Quelle: Original-Content von: Zollfahndungsamt Hannover, übermittelt durch news aktuell

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