vonRedaktion International
JÄNNER 31, 2026
Wien
Der Wiener Patient*innenanwalt, Dr. Gerhard Jelinek, ist tief betroffen anlässlich des öffentlich angekündigten assistierten Suizids eines jungen ME/CFS Patienten.
„Auch die WPPA ist über diesen Fall erschüttert und sieht sich in ihren wiederholten Hinweisen auf die dramatische Unterversorgung und mangelnde soziale Absicherung der von dieser Krankheit betroffenen Patient*innen bestätigt. Wiederkehrende Beschwerden zeigen, dass noch immer viele Sachverständige der PVA, aber auch im Gerichtsverfahren zur Überprüfung negativer PVA-Bescheide, die notwendige Empathie vermissen lassen und die Untersuchung der Patient*innen im Wege von Hausbesuchen verweigern“, kritisiert Jelinek. Und weiter: „Dazu kommt eine weitverbreitete Skepsis dieser Sachverständigen, was dieses Krankheitsbild generell betrifft und daher negative Auswirkungen auf die Anerkennung einer Berufsunfähigkeit oder höherer Pflegegeldstufen hat.“
„Der Aufbau einer Versorgungsstruktur durch ein Kompetenzzentrum in Wien geht nur sehr schleppend voran, bis dahin müssen sich Patient*innen an die wenigen spezialisierten Ärzt*innen wenden, die meist auf Wahlarztbasis und damit teuer arbeiten und hoffnungslos überlastet sind“, so der Patientenanwalt und ergänzt: „Auch scheint die interdisziplinäre Post COVID Ambulanz des AKH - trotz ihrer bedeutenden zeitlichen Überbrückungsfunktion - für diese schwerkranke Patientengruppe keine Behandlung anzubieten, wie uns ME/CFS Patient*innen und Patient*innenvertreter schildern.“
Und auch in der Forschung fehlen noch immer die finanziellen Ressourcen, sodass private Initiativen wie die WE&ME Foundation der Familie Ströck durch private Charitys und Spendenaufrufe Mittel aufbringen müssen.“
Quelle: Stadt Wien