Burgenland: Passionsspiele St. Margarethen feierten Premiere im Steinbruch

vonRedaktion Salzburg
MAI 24, 2026

Bildquelle: Landesmedienservice Burgenland

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LH-Stv.in Haider-Wallner / LR Schneemann: Neuinszenierung „Mirjam – Stark wie der Tod ist die Liebe“ zeigt zum 100-Jahr-Jubiläum die Passionsgeschichte auf der Ruffinibühne aus weiblicher Sicht

Seit 100 Jahren bringen die Passionsspiele St. Margarethen alle fünf Jahre die Geschichte vom Leben, Leiden, Sterben und der Auferstehung Jesu Christi auf die Bühne. Am Samstagnachmittag feierte die Jubiläumsinszenierung „Mirjam – Stark wie der Tod ist die Liebe“ auf der Ruffinibühne im Steinbruch St. Margarethen im Beisein von Landesrat Leonhard Schneemann in Vertretung von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner ihre Premiere. Zum 100-Jahr-Jubiläum erzählt die Neuinszenierung nach einem Textbuch von Spielleiter Pfarrer Richard Geier unter der Regie von Manfred Waba und mit neuer Musik von Albin Rudisch die Passion Christi erstmals aus der Sicht von Mirjam – Maria Magdalena. Rund 500 Mitwirkende sind auf und hinter der Bühne ehrenamtlich dabei, um die Geschichte zum Leben zu erwecken und das Publikum mit ihrer Darstellung der Passionsgeschichte zu berühren.

Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner zeigte sich begeistert: „Ich finde es besonders spannend, dass die Passionsspiele heuer mit ‚Mirjam‘ bewusst eine weibliche Perspektive einnehmen. Viele biblische Geschichten wurden jahrhundertelang vor allem aus männlicher Sicht erzählt – deshalb ist es wichtig und zeitgemäß, solche Figuren stärker in den Mittelpunkt zu rücken und die Geschichte einmal anders zu erzählen. Was die Passionsspiele in St. Margarethen für mich so besonders macht, ist, dass hier Menschen aus der Region diese Geschichte tragen und auf die Bühne bringen. Viele investieren dafür monatelang Zeit, Energie und Leidenschaft. Genau dieses gemeinsame Proben, Spielen und Zusammenarbeiten spürt man auch als Publikum – und das verleiht den Passionsspielen ihre ganz besondere Atmosphäre.“

Landesrat Leonhard Schneemann betonte bei der Premiere: „100 Jahre nach der ersten Aufführung durch Jugendliche der Pfarre haben die Passionsspiele heute noch einen besonderen Stellenwert für die gesamte Region und sind für das Land von wesentlicher kultureller, religiöser und touristischer Bedeutung. Der Römersteinbruch mit seiner einzigartigen Akustik hilft dabei, dass hier die Passion besonders intensiv empfunden werden kann. Die rund 500 Laiendarstellerinnen und -darsteller, Helferinnen und Helfer bringen hier eine sehenswerte Neuinszenierung der Geschichte Jesu auf die Bühne. Das zeigt, welch geballte schauspielerische und organisatorische Leistung sich hinter den Interpretationen der Passionsspiele verbirgt. Mit all ihren Besonderheiten führen die Passionsspiele St. Margarethen in eindrucksvoller Weise eine alte burgenländische Tradition der Glaubensverkündung weiter. Ich wünsche allen Besucherinnen und Besuchern der Passionsspiele St. Margarethen beeindruckende Aufführungen sowie den Mitwirkenden und Veranstaltern viel Erfolg!“

Zur Neuinszenierung

Der neue Passionstext, „Mirjam – Stark wie der Tod ist die Liebe“ von Spielleiter und Autor Pfarrer Richard Geier erzählt die Passionsgeschichte erstmals aus weiblicher Perspektive. Mirjam – Maria Magdalena – blickt 20 Jahre nach den Ereignissen in Bethanien und Jerusalem auf Jesu Wirken zurück und verarbeitet ihre Erinnerungen und nachwirkenden Eindrücke im Gespräch mit anderen Figuren aus dem Johannesevangelium.

Für Regie und Bühnenbild zeichnet – 30 Jahre nach seiner ersten Oper im Steinbruch St. Margarethen – der Podersdorfer Manfred Waba verantwortlich und erweckt auf der Ruffinibühne das alte Jerusalem zum Leben. Komponist Albin Rudisch gibt der neuen Passion ihre musikalische Atmosphäre.

100 Jahre Passionsspiele St. Margarethen

Die Passionsspiele St. Margarethen wurden erstmals 1926 von Pfarrer Josef Kaindlbauer und dem Leiter der Pfarrjugend, dem Jungbauern Emmerich Unger, gemeinsam mit Jugendlichen der Pfarre aufgeführt – damals noch auf dem Bauernhof der Familie Unger, ab 1933 im 1929 errichteten Pfarrgemeindehaus, dem heutigen Haus Bethanien. 1961 wurde zum ersten Mal im Römersteinbruch St. Margarethen gespielt. Die damals in Eigenregie errichteten Bühnenbauten aus Holz und Stein dienten 50 Jahre als Kulisse und wurden 2011 abgerissen, um den Steinbruch zu entkernen. 2022 – coronabedingt mit einem Jahr Verzögerung – fanden die Passionsspiele auf der kleineren Ruffinibühne statt.

Die aktuelle Jubiläumsinszenierung „Mirjam – Stark wie der Tod ist die Liebe“ wird noch bis 12. Juli 2026 an allen Samstagen, Sonntagen und Feiertagen auf der Ruffinibühne aufgeführt.

Quelle: Land Burgenland

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