Salzburg: Salzburgs Schutzwälder - Ein Bollwerk gegen Lawinen und Muren

vonRedaktion Salzburg
OKTOBER 07, 2026

Foto: Land Salzburg/Grafik

10-Jahres-Bilanz: Rund 11,5 Millionen Euro Investitionen zur Verbesserung der Sicherheit im Bundesland / Beispielprojekt in Göriach

(LK) Abermillionen von Fichten, Tannen, Lärchen, Buchen und Birken sind ein wichtiger Sicherheitsanker im Land gegen Lawinen und Muren. Mehr als die Hälfte des Waldes in Salzburg ist Schutzwald und schützt Siedlungsräume, Infrastruktureinrichtungen und Stromleitungen. Von 2016 bis 2025 haben Land, Bund und Grundstückseigentümer (Interessenten) rund 11,5 Millionen Euro für vielfältige Investitionen in die Hand genommen. Rund 5,7 Millionen Euro stammen dabei vom Land Salzburg.

Die Leistungen des Schutzwalds werden der Gesellschaft oft erst dann bewusst, wenn sie nicht mehr im vollen Umfang erbracht werden können. Fehlt der Wald an den Hängen, kommt es zu Erosion, der Wasserabfluss verändert sich und Muren und Rutschungen werden rascher ausgelöst. Gerade der Klimawandel verändert den Umgang mit diesem Thema im alpinen Raum: Es gilt, die passenden Baumarten in den einzelnen Höhenlagen neu zu definieren. Darauf macht auch die derzeit laufende Woche des Schutzwaldes aufmerksam, die vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus initiiert wurde.

Aigner: „Schutzwald sichert Salzburgs Lebensraum.“

Landesrat Maximilian Aigner betont: „Ein intakter Schutzwald gibt der Bevölkerung Sicherheit. Zugleich ist er eine der wirksamsten und wirtschaftlichsten Formen der Vorsorge vor Naturgefahren. Daher sind die Expertinnen und Experten des Landes sowie der Bezirksverwaltungsbehörden täglich im Austausch mit Grundeigentümern, um den Wald ,fit‘ zu halten. Denn Schädlinge, Schneedruck, Wind und auch die Hitze setzen den Bäumen zu. Um das Thema bereits den jüngsten Salzburgerinnen und Salzburgern ins Bewusstsein zu bringen, gibt es für Schulen auch ein umfassendes Workshop-Programm, um die Bedeutung des Lebens- und Schutzraums Wald erlebbar zu machen.“

Vorzeigeprojekt in Göriach

Lokalaugenschein in Göriach: Die Agrargemeinschaft betreut rund 1.200 Hektar Waldfläche in der Lungauer Gemeinde. Davon sind etwa 500 Hektar (etwas größer als der Obertrumer See) Schutzwald mit teils extremen Geländeverhältnissen. „Es ist ein Beispiel von vielen im Bundesland, bei dem sich engagierte Grundeigentümer zusammenschließen, um der Allgemeinheit den bestmöglichen Schutz zu gewährleisten. Mit innovativen Ideen und dem klaren Ziel, auch den nächsten Generationen einen klimafitten, gepflegten Schutzwald zu hinterlassen, kümmert man sich um den Wald. Er sorgt für Schutz vor Naturgefahren und ist gleichzeitig ein beliebtes Naherholungsgebiet. Das Vorzeigeprojekt wurde 2024 mit dem Staatspreis Wald ausgezeichnet“, sagt Landesrat Maximilian Aigner.

Eckpunkte Schutzwald

  • Fläche: 196.346 Hektar (Waldfläche gesamt: 357.411 Hektar)
    • Pinzgau: 74.478 Hektar (Waldfläche gesamt: 116.372 Hektar)
    • Pongau: 58.700 Hektar (Waldfläche gesamt: 99.491 Hektar)
    • Lungau: 29.811 Hektar (Waldfläche gesamt: 53.234 Hektar)
    • Tennengau: 20.330 Hektar (Waldfläche gesamt: 40.660 Hektar)
    • Flachgau: 12.084 Hektar (Waldfläche gesamt: 46.476 Hektar)
    • Stadt Salzburg: 633 Hektar (Waldfläche gesamt: 1.179 Hektar)
  • Investitionen im Bundesland von 2016 bis 2026:
    • Gesamtsumme rund 11,5 Millionen Euro. Davon 5,7 Millionen Euro vom Land Salzburg, 1,5 Millionen Euro vom Bund und 4,3 Millionen Euro von Grundstückseigentümern (Interessenten).
    • Im Lungau wurden in dieser Zeit rund fünf Millionen Euro investiert, im Pinzgau rund 4,3 Millionen Euro, im Pongau rund 2,1 Millionen Euro und im Tennengau rund 100.000 Euro.
    • Zusätzlich werden aktuell auch noch Verbauungsprojekte der Wildbach- und Lawinenverbauung vom Land Salzburg mit insgesamt 5,5 Millionen Euro unterstützt.

Blick auf Salzburgs Wälder

Die Landesforstdirektion hat Salzburgs Wälder rund um die Uhr im Blick. Sei es in puncto Waldbrandgefahr oder hinsichtlich des Schutzwaldes. „Einen vollständigen Schutz vor den Auswirkungen von Naturgefahren gibt es leider nicht. Wir können aber gezielt Beiträge leisten, um diese Auswirkungen zu verringern. Davon profitieren sowohl die hier lebende Bevölkerung als auch unsere Gäste“, sagt Landesforstdirektor Michael Mitter.

Quelle: Land Salzburg

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