Salzburg: Schleedorf setzt auf blackoutsichere Trinkwasserversorgung

vonRedaktion Salzburg
APRIL 03, 2026

Foto: Land Salzburg/Alexander Paier

Neuer Hochbehälter verdoppelt das Speichervolumen / Rund 500.000 Euro wurden in „Munten 2“ investiert / Land und Bund fördern mit

(LK) Der neue Brunnen und Hochbehälter „Munten 2“ sind für Spaziergeher unübersehbar. Oberhalb des Ortskerns steht in einem kleinen Waldstück ein Betonquader, der die Wasserversorgung in der Flachgauer Gemeinde langfristig absichert. Rund 500.000 Euro hat die örtliche Wassergenossenschaft in den Bau investiert. Einerseits wird so das Speichervolumen verdoppelt, andererseits wird durch den sogenannten Hebereffekt das kostbare Nass ganz ohne Strom transportiert. Zusätzlich gibt es eine PV-Anlage, um für den Blackoutfall besser gerüstet zu sein.

LR Maximilian Aigner beim Besuch des neuen Brunnens und Hochbehälters „Munten 2“ in Schleedorf. Bgm. Martina Berger, Siegfried Jank (Obmann der WG Schleedorf) und Matthäus Wimmer (Obmann Dachverband Salzburger Wasserversorger) stellen die blackoutsichere Trinkwasserversorgung vor.

Rund 1.150 Einwohnerinnen und Einwohner zählt Schleedorf derzeit. Vor 25 Jahren waren es noch rund 900 Personen. Neben der Infrastruktur muss auch die Wasserversorgung „mitwachsen“, um für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet zu sein. Mit dem neuen Hochbehälter hat die Wassergenossenschaft in der Flachgauer Gemeinde die Weichen für die kommenden Generationen gestellt. Die Wassergenossenschaft versorgt aktuell die Bewohner des Ortes sowie vier Landwirtschaften mit rund 1.000 Stück Großvieh und drei Gasthäuser mit Trink- und Nutzwasser.

Aigner: „Vorzeigeprojekt über Gemeindegrenzen.“

Landesrat Maximilian Aigner hat vor Kurzem die Anlage in Schleedorf besichtigt. „Der Wasserreichtum in Salzburg ist ein Geschenk. Jeder Schluck führt uns aber vor Augen, wie viel Arbeit hinter der Versorgung steckt. Das Herzstück sind hier die Gemeinden, Genossenschaften und die Personen vor Ort. Sie sichern die hohe Qualität nicht nur in der Gegenwart, sondern auch für die Zukunft. Jeder Euro, den wir in die Versorgungssicherheit investieren, ist sinnvoll genutzt. Das Projekt im nördlichen Flachgau ist ein Vorbild dafür, frühzeitig in die Modernisierung und Absicherung der Wasserversorgung zu investieren“, so Aigner. Bund und Land werden den Neubau mit jeweils rund 40.000 Euro fördern.

Optimale (Wasser-)Versorgung

Für Bürgermeisterin Martina Berger ist es sehr beruhigend, dass die Wasserversorgung im Ort derart gut läuft: „Wir haben eine sehr gute Infrastruktur, die laufend modernisiert wird. Das gibt allen Einwohnerinnen und Einwohnern Sicherheit und ein gutes Gefühl. Nicht nur beim Thema Trinkwasser, sondern auch beim Thema Brandschutz. Hierfür ist die Gemeinde unmittelbar zuständig und durch die Kapazitätserhöhung sind wir auch hier bestens aufgestellt.“

Absicherung für die Zukunft

Mehrere Jahre wurde das Projekt in Schleedorf entwickelt. Der ehemalige Obmann der Wassergenossenschaft, Matthäus Wimmer, informiert: „Ich habe die Vorarbeiten durchgeführt – sprich Grundstücke angekauft und die wasserrechtlichen Genehmigungen eingeholt. Uns war immer klar: Wir müssen hier etwas unternehmen, denn die Klimaerwärmung und die reduzierte Grundwasserbildung haben Auswirkungen“, so Wimmer, der als Obmann die Geschicke des Dachverbandes der Salzburger Wasserversorger leitet.

Im Fokus steht Versorgungssicherheit

Der aktuelle Obmann der Wassergenossenschaft Schleedorf, Siegfried Jank, ergänzt: „Die neuen Brunnen und der Hochbehälter verdoppeln das bisherige Speichervolumen. Auch für die Zukunft sorgen wir vor: denn das Projekt wurde mit einer stillen Reserve geplant. Besonders stolz sind wir auf die große Eigenleistung. Mehrere tausend Stunden haben die Mitglieder ehrenamtlich mitgearbeitet. Das Wichtigste ist für mich die Versorgungssicherheit aller Mitglieder.“ Im Herbst wird das Projekt abgeschlossen, derzeit laufen noch letzte technische Adaptierungen und Arbeiten an der Fassade.

Ehrenamt stellt Versorgung sicher

Mehr als 550 Wassergenossenschaften, 75 Gemeinden sowie vier Private oder Unternehmen - das größte ist hier die Salzburg AG - stellen derzeit die Trinkwasserversorgung in Salzburg sicher. „Das System hat sich absolut bewährt. Der Dachverband der Salzburger Wasserversorger kümmert sich um die Aus- und Fortbildung seiner Mitglieder und informiert über Förderungen und den allgemeinen Betrieb der Anlagen. Das Zusammenspiel mit dem Land läuft hier sehr gut, aber ohne das ehrenamtliche Engagement vor Ort würde es nicht gehen. Ein wichtiger Punkt ist hier die Nachwuchsarbeit. Je mehr Personen in einer Gemeinde bereits sind, Verantwortung zu übernehmen, umso besser ist es“, sagt der Referatsleiter für Allgemeine Wasserwirtschaft, Theodor Steidl.

Quelle: Land Salzburg

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