Tirol: Schutz und Monitoring seltener Vogelarten

vonRedaktion Salzburg
JÄNNER 04, 2026

Copyright: Land Tirol/Danzl

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Projekt wird bis 2027 fortgesetzt

Bereits 2015 wurde das Projekt „Wiesenvogelschutz“ in Tirol ins Leben gerufen. Nun beschloss die Tiroler Landesregierung auf Antrag von Naturschutzlandesrat René Zumtobel, das Projekt bis 2027 fortzusetzen. „Ziel ist es, die Lebensbedingungen für wiesenbrütende Vogelarten wie Braunkehlchen, Feldlerche, Wachtelkönig, Schwarzkehlchen oder Wiesenpieper zu verbessern und damit die Artenvielfalt in Tirol zu stärken. Wesentlich bei diesem Projekt ist die enge Zusammenarbeit zwischen dem Naturschutz und der Landwirtschaft“, unterstreicht LR Zumtobel.

Einerseits benötigen diese Vögel die Kulturlandschaft als Lebensraum, andererseits bringt intensivere landwirtschaftlichen Nutzung - wie etwa früheres und häufigeres Mähen, erhöhter Düngereinsatz oder leistungsstärkere Mähtechniken – diese Arten in ganz Österreich zunehmend in Bedrängnis. Wiesenvogelarten bauen ihre Nester am Boden und sind darauf angewiesen, dass sie während der Brutzeit möglichst wenig gestört werden. Als Brutplätze benötigen sie artenreiche Wiesen, die auch über ein entsprechendes Nahrungsangebot an Insekten verfügen. Der Schnittzeitpunkt sollte so spät sein, dass die Jungvögel vorher ausfliegen können. Auch wenn nur Teilbereiche bis zur zweiten Mahd stehengelassen werden, kann dies den Wiesenvögeln bereits helfen.

Enge Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft als Erfolgsrezept

Seit zehn Jahren sind im Rahmen des Projekts eigens bestellte Wiesenvogelbeauftragte in ganz Tirol unterwegs, um gemeinsam mit landwirtschaftlichen Betrieben vor Ort an Lösungen zu arbeiten und Aufklärungsarbeit zu leisten. Mit ersten Erfolgen: In langjährig etablierten Gebieten wie dem Natura 2000-Gebiet Silz-Stams-Haiming sind die Feldlerchenbestände auf einem konstanten Niveau angekommen und es gibt eine Zunahme bei den Schwarzkehlchen. Im Ehrwalder Becken stabilisiert sich der Bestand der Braunkehlchen ebenfalls.

„Dass das Projekt nun fortgesetzt wird, ist wichtig und richtig. Denn auch wenn sich die Bestände langsam stabilisieren, ist das erreichte Niveau immer noch sehr niedrig. Häufigere und frühere Mähtermine, erhöhter Düngereinsatz und große landwirtschaftliche Maschinen sind für wiesenbrütende Arten problematisch. Wir haben in den vergangenen zehn Jahren bereits viel erreicht und es konnten in Kooperation mit den landwirtschaftlichen Betrieben auf vielen Wiesen gute Lösungen gefunden werden“, verweist LR Zumtobel auf den Erfolg. Die Maßnahmen sind wichtig, denn wenn die Brutpaare zu oft gestört werden oder gar während der Brutzeit gemäht wird, kann die Brut der Eier abgebrochen werden oder bereits geschlüpfte Küken können nicht mehr von den Altvögeln versorgt werden.

LandwirtInnen erhalten über das Agrarumweltprogramm ÖPUL eine jährliche Förderung, um etwaige finanzielle Verluste, beispielsweise durch weniger Heuertrag, auszugleichen. In den Projektgebieten in Tirol ist das Ziel, dass möglichst viele Wiesen oder Wiesenstreifen für die Wiesenvögel geeignet bewirtschaftet werden, um die Vogelpopulationen zu stärken. Die insgesamt vier Wiesenvogelbeauftragten führen auch mit Schulen und der lokalen Bevölkerung Bildungsveranstaltungen in den Projektgebieten durch und erheben regelmäßig, wie sich die Bestände entwickeln. Tirol ist mit seinem Projekt durch ein Jahrzehnt an Erfahrung bereits gut aufgestellt.

Quelle: Land Tirol

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