Salzburg: Ein Jahr Guest Mobility Ticket - Mehr als 4,5 Millionen Fahrkarten

vonRedaktion Salzburg
APRIL 23, 2026

Foto: Land Salzburg / Franz Neumayr

Starke Nutzung, verbesserte Öffis auch für Einheimische und entscheidender Wettbewerbsvorteil im Tourismus / Durchschnittlich pro Tag rund 12.900 Tickets ausgegeben

(LK) Seit 1. Mai 2025 sorgt das Guest Mobility Ticket im Bundesland Salzburg für eine neue Form der touristischen Mobilität – und die Bilanz nach einem Jahr fällt deutlich positiv aus. Mehr als 4,5 Millionen Tickets wurden ausgegeben, 87 Prozent davon an Erwachsene und 13 Prozent an Kinder. Besonders stark war die Nachfrage im August 2025 mit rund 691.000 ausgegebenen Fahrkarten.

Die Jahresbilanz zum Guest Mobility Ticket (GMT) zeigt auch, dass touristisch geprägte Regionen wie der Pinzgau, auf den knapp die Hälfte aller ausgegebenen Tickets entfällt, besonders stark profitiert haben. „Das Guest Mobility Ticket ist ein Meilenstein für nachhaltigen Tourismus in Salzburg und ein Gewinn für Gäste, Einheimische und Umwelt. Wir entlasten unser Bundesland vom Individualverkehr und investieren gleichzeitig gezielt in ein besseres Öffi-Angebot. Dieses Alleinstellungsmerkmal erweitert das Portfolio jeder einzelnen Region und wir präsentieren uns aber gleichzeitig als starkes Tourismusland im hart umkämpften europäischen Markt“, so Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll bei der Präsentation.

Das Guest Mobility Ticket nach Bezirken

Insgesamt wurden vom 1. Mai 2025 bis inklusive 20. April 2026 4.575.565 Guest Mobility Ticket ausgegeben. Hier die Bezirksübersicht:

Damit wurden insgesamt an 55 Prozent aller Übernachtungsgäste das Guest Mobility Ticket ausgegeben.

Öffentlicher Verkehr profitiert spürbar

Das GMT-Modell verbindet zwei zentrale Ziele: die Reduktion des Verkehrsaufkommens in den Gemeinden und gleichzeitig den Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Finanziert wird dies durch einen Mobilitätsbeitrag, den Gäste zusätzlich zur Nächtigungsabgabe leisten – 50 Cent pro Nacht (ab 2027: 1,10 Euro). Die Einnahmen aus dem Ticket fließen gezielt in den Ausbau des Angebots. Bereits im ersten Jahr konnten zahlreiche Verbesserungen umgesetzt werden:

Breite Nutzung im ganzen Bundesland

Eine Untersuchung zeigt, dass das Ticket intensiv und überregional genutzt wird. Gäste bewegen sich nicht nur innerhalb einzelner Regionen, sondern im gesamten Bundesland. Die Landeshauptstadt, der Pinzgau sowie beliebte Ausflugsgebiete zählen zu den wichtigsten Bewegungsräumen. Auch die Fahrgastzahlen auf Regionalbuslinien sind deutlich gestiegen – ein klarer Hinweis auf die tatsächliche Verlagerung hin zum öffentlichen Verkehr. „Die steigenden Fahrgastzahlen zeigen deutlich, dass das Angebot angenommen wird. Mit den zusätzlichen Verbindungen und dichteren Takten konnten wir die Qualität im öffentlichen Verkehr bereits im ersten Jahr spürbar verbessern“, so Hannes Gfrerer, Geschäftsführer Salzburger Verkehrsverbund.

Gäste überzeugt: Einfluss auf Buchungsentscheidung

Eine aktuelle Befragung unter Gästen, durchgeführt von Kohl+Partner, unterstreicht die hohe Akzeptanz:

Damit entwickelt sich das Ticket zunehmend zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor im Tourismus. „Das Ticket ist ein echter Mehrwert für unsere Gäste und stärkt die Attraktivität des Standorts Salzburg. Es unterstützt Betriebe dabei, nachhaltige Angebote glaubwürdig umzusetzen“, ergänzt Walter Veit, Präsident der Österreichischen Hotelvereinigung.

Deutliche Umweltwirkungen

Auch aus ökologischer Sicht zeigt das Projekt Wirkung. Mehr als die Hälfte der in der Begleitstudie vom Mobility-Analytics-Unternehmen vionmo untersuchten Anreisen erfolgte bereits mit öffentlichen Verkehrsmitteln – bei gleichzeitig sehr geringem Anteil an den Gesamtemissionen (acht Prozent). Zusätzlich besteht ein erhebliches Einsparungspotenzial: Schon bei einer moderaten (30 Prozent) Verlagerung auf öffentliche Verkehrsmittel könnten jährlich rund 38.900 Tonnen CO2 eingespart werden. „Nachhaltigkeit und umweltfreundliche Mobilität werden zunehmend zum Buchungsargument. Mit dem Angebot hat sich Salzburg als Vorreiter im nachhaltigen Tourismus positioniert“, ergänzt Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll.

Noch engere Einbindung der Touristiker

Nachdem die Einführungsphase dazu diente das neue System zu etablieren, ist der Fokus zukünftig auf eine noch engere Abstimmung aller Stakeholder gelegt. „Wir richten nun in jedem Bezirk Gremien ein, in welchem die Tourismusverbände gemeinsam mit dem jeweiligen Regionalverband vertreten sind. In diesem Gremium wird dann vom Verkehrsverbund über die Verwendung der Gelder berichtet und zusätzlich beraten, welche Maßnahmen zukünftig im Sinne eines breiten Mobilitätsangebots gemeinsam umgesetzt werden sollen. Das bietet uns die Chance sowohl für die Einheimischen als auch für die Touristen zum Beispiel mithilfe von Mikro-ÖV eine öffentliche Wegekette von der Haustüre bis zum Ziel zu schaffen. Das war unsere Vision und diese wird immer mehr zur Realität“, so Schnöll.

Guest Mobility Ticket hat Zukunft

Nach dem erfolgreichen ersten Jahr soll das Guest Mobility Ticket weiter ausgebaut und optimiert werden. Ziel bleibt es, den öffentlichen Verkehr noch attraktiver zu machen und Salzburg als Vorreiter für nachhaltige Tourismusmobilität zu positionieren. Hier noch ein Überblick über die wichtigsten Erfolgsfaktoren des Modells:

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Quelle: Land Salzburg

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