Salzburg: Abwasserreinigung über Bundesgrenzen hinweg

vonRedaktion Salzburg
APRIL 23, 2026

Foto: Land Salzburg/Neumayr/Leopold

Marktschellenberg und Reinhalteverband Tennengau kooperieren bei Abwasser / Wirtschaftliche und nachhaltige Lösung für die ganze Region

(LK) Alle Abwässer aus Marktschellenberg im benachbarten Bayern werden seit Ende letzten Jahres in das Netz des Reinhalteverbandes Tennengau Nord geleitet und in der Kläranlage Siggerwiesen gereinigt. Diese Zusammenarbeit, die Kosten spart und Nutzen bringt ist nur ein gutes Beispiel für mehrere erfolgreiche, grenzenlose Kooperationen über Staatsgrenzen hinweg.


Wenn es technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist, sind Staatsgrenzen und Bundesländergrenzen für die Abwasserreinigung Salzburgs keine Barrieren. Bereits seit 1971 gibt es im Bundesland Salzburg deshalb eine ganze Reihe grenzüberschreitender Lösungen mit Bayern und mit angrenzenden Bundesländern. Jüngstes Beispiel ist die Zusammenarbeit mit Marktschellenberg, die kürzlich am Grenzübergang in Hangendenstein gefeiert wurde.

Aigner: „Keine Grenzen, wenn es um sauberes Wasser geht.“

Für Landesrat Maximilian Aigner ist „die Abwasserreinigung im Land Salzburg vorbildlich und liegt europaweit im Spitzenfeld. Rund 98 Prozent der Salzburger Haushalte sind an die öffentliche Kanalisation und in weiterer Folge an kommunale Kläranlagen angeschlossen. Die flächendeckend organisierte Abwasserentsorgung und das enge Zusammenwirken der Gemeinden zeigen klar, auf welch hohem Niveau in Salzburg gearbeitet wird. Getragen von einer Zusammenarbeit über Grenzen hinweg im Sinne des europäischen Gedankens, arbeiten unsere Reinhalteverbände, wo es wirtschaftlich und sinnvoll ist, eng und verantwortungsvoll im Sinne der Bevölkerung zusammen. Das zeigt sich auch beim jüngsten Projekt von Marktschellenberg und dem Reinhalteverband Tennengau Nord sehr deutlich.“

“Stangassinger: „Starkes Zeichen der Zusammenarbeit.“

Der Halleiner Bürgermeister und Obmann des Reinhalteverbandes Tennengau Nord freut sich besonders, „dass das Projekt nach den vielen Jahren der Vorbereitung nun umgesetzt wurde. Für mich ist das ein starkes Zeichen für die Zusammenarbeit über Grenzen hinweg. Denn Gemeinden und Verbände sind in Zeiten wie diesen ohnehin gezwungen noch mehr zusammenzuarbeiten. Das Projekt mit Marktschellenberg bringt außerdem zusätzliche Einnahmen für den Reinhalteverband.“

Ernst: „Tun etwas für die Region und die Umwelt.“

Die Entscheidung, das Abwasser über die Grenze hinweg zu behandeln, war für Michael Ernst, den Ersten Bürgermeister von Marktschellenberg nicht nur vernünftig, sondern auch zukunftsweisend. „Wir tun etwas für unsere Region und für die Umwelt. Wenn wir gemeinsam denken und handeln, können wir Lösungen schaffen, die ökologisch verantwortungsvoll, wirtschaftlich sinnvoll und nachhaltig sind.“ Die Wirtschaftlichkeit für die bayrischen Nachbarn zeigt sich recht deutlich. Der Neubau einer Kläranlage auf Stand der Technik hätte für Marktschellenberg mehr als 4,5 Millionen Euro gekostet. Beim aktuellen Projekt sind es 1,8 Millionen Euro.

10 Jahre Vorbereitung

Zehn Jahre an Vorbereitung mit umfangreichen Planungen und Baumaßnahmen waren nötig, um die Kooperation auf den Weg zu bringen. So musste ein Übergabeschacht am Grenzübergang Hangendenstein mit einer Messeinrichtung errichtet werden. Bei der Kläranlage Marktschellenberg entstand eine neue Pumpanlage sowie eine 1,6 Kilometer lange Druckleitung.

2,23 Millionen wurden investiert

Insgesamt wurden von Marktschellenberg und dem Reinhalteverband 2,23 Millionen Euro investiert. Im Tennengau fielen davon 430.000 Euro für den Übergabeschacht an. Das Pumpwerk und die Druckleitung in Marktschellenberg kosteten 1,8 Millionen Euro.

Kooperation mit Bayern seit 1971

Die älteste Kooperation über Staatsgrenzen hinweg läuft schon 1971 zwischen den Gemeinden Großgmain und Bayerisch Gmain. Seit 1997 fließen auch die Abwässer aus einem kleinen Gewerbegebiet an der Großgmainer Landesstraße zur Kläranlage der Stadtgemeinde Bad Reichenhall. In Oberndorf werden bayerische Abwässer aus Laufen gereinigt. Im Grenzgebiet von Hallein mit den Marktgemeinden Berchtesgaden und Marktschellenberg wurden bereits im Zeitraum 1987 bis 1988 mehrere Objekte an die Kanalisation Hallein - Dürnberg angeschlossen. Seit 2005 sind 140 Einwohner des Ortsteils Melleck auf dem Steinpass an die Kläranlage Unken des Reinhalteverbandes Pinzgauer Saalachtal angeschlossen. Ab 2013 werden alle Abwässer der Gemeinde Schneizlreuth nach Unken abgeleitet. Seit Ende 2025 kooperieren Marktschellenberg und der RHV Tennengau Nord.


Quelle: Land Salzburg

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