Salzburg: Neue Grabfunde für das Keltenmuseum

vonRedaktion Salzburg
FEBRUAR 17, 2026

Foto: Keltenmuseum Hallein/Wildbild/Herbert Rohrer

Foto: Fa. Context

Siedlungsreste und Bestattungen aus Kelten- und Römerzeit in Hallein ausgegraben / Erste Präsentation vom 12. bis 15. März

(HP) Bei einer baubegleitenden Grabung konnten 2024 in der Halleiner Altstadt erstmals seit rund vier Jahrzehnten wieder umfangreiche archäologische Neufunde dokumentiert werden. Ausgegraben wurden sowohl Siedlungsreste als auch insgesamt drei Körper- und fünf Brandbestattungen, noch in ihrer ursprünglichen Lage.

Neue Erkenntnisse zur Besiedlungsgeschichte Halleins liefern vor zwei Jahren entdeckte Gräber und Überreste einer Siedlung aus keltischer und römischer Zeit. Die Funde wurden als Schenkung dem Halleiner Keltenmuseum übergeben und werden Mitte März erstmals im Museum zu sehen sein.

Schnöll: „Geschenk für ganz Salzburg.“

„Diese archäologischen Neufunde sind ein Geschenk für ganz Salzburg“, betont Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll. „Sie zeigen eindrucksvoll, welch zentrale Rolle Hallein bereits in keltischer und römischer Zeit gespielt hat und dass die Region deutlich intensiver besiedelt und weiterentwickelt war, als man bislang angenommen hat“, so Schnöll.

Kulturerbe bleibt im Land

Für Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll unterstreichen die Neufunde den hohen Stellenwert unseres kulturellen Erbes. „Hallein wird dadurch als Kultur- und Wissenschaftsstandort nachhaltig gestärkt: Spitzenforschung, Denkmalpflege und regionale Identität wirken hier auf höchstem Niveau zusammen. Mit der Schenkung an das Keltenmuseum Hallein bleibt dieses außergewöhnliche Kulturerbe im Land und stellt einen echten Mehrwert für den Standort dar. Dass die Funde so auch für alle zugänglich sind, freut mich besonders“, sagte Schnöll.

Waffen, Werkzeug und eine Gürtelkette

Besonders hervorzuheben ist das Grab eines keltischen Mannes, das mit einem außergewöhnlich reichen Inventar ausgestattet war. Zu den Beigaben zählen ein Schwert in Eisenscheide, eine Lanzenspitze, ein Hiebmesser, eine Schere, ein Wetzstein, ein Keramikgefäß sowie eine Fleischbeigabe. Ebenso bemerkenswert ist eine einer weiblichen Bestattung zuzuordnende Bronze-Gürtelkette mit Haken in Tierform, die trotz früher Zerstörung des Grabes erhalten blieb.

Neue Perspektiven auf die Talsiedlung von Hallein

Die Funde bestätigen, dass im Bereich der heutigen Halleiner Altstadt bereits in keltischer und römischer Zeit eine bedeutende Talsiedlung mit zugehörigen Friedhöfen bestand. Diese erstreckte sich vom Georgsberg über vorgelagerte Terrassen im Süden bis zum Schwemmfächer des Kotbaches und reichte im Norden etwa bis zur Höhe des ehemaligen Salzburger Tores.

Außergewöhnlich gut erhalten

Ein Großteil der Objekte wurde bereits während der Ausgrabung durch eine Restauratorin geborgen und unmittelbar erstversorgt. Insbesondere die Eisenobjekte sind dadurch ungewöhnlich gut erhalten. Am Keltenmuseum Hallein werden die Objekte nun dauerhaft konserviert und weiter analysiert. Neben den Körpergräbern wurde auch eine Urnenbestattung entdeckt, die im Block geborgen wurde. Die „Ausgrabung in der Werkstatt“ ermöglichte eine detaillierte Dokumentation mit Fotografien und 3D-Modellen sowie die Bergung äußerst fragiler Funde, darunter dünne Bronzeobjekte.

Schenkung an das Keltenmuseum Hallein

Von besonderer Bedeutung für die Stadt Hallein ist, dass das gesamte Fundkonvolut dank des Entgegenkommens der Grundeigentümer als Schenkung in den Sammlungsbestand des Keltenmuseums Hallein überging. Dadurch sind die dauerhafte Erhaltung, der uneingeschränkte wissenschaftliche Zugang sowie die öffentliche Präsentation dieser herausragenden Neufunde gewährleistet.

Exklusive Präsentation der Neufunde

Von 12. bis 15. März wird ein exklusiver Einblick in die Neufunde geboten, die als Intervention in der Dauerausstellung zu den Kelten präsentiert werden. Vertiefende Hintergrundinformationen bietet bereits am 11. März ein Vortrag mit Peter Höglinger vom Bundesdenkmalamt Salzburg, der die Grabung behördlich begleitet hat und erste Erkenntnisse vorstellen wird. Anschließend ermöglichen Rundgänge mit der Restauratorin des Keltenmuseums Hallein, Saskia Stefaniak, Einblicke in die konservatorischen Maßnahmen und Zielsetzungen. Am 14. März berichten die Archäologinnen Julia Haas und Anna Holzner über die unterschiedlichen Wege, auf denen Objekte in die Sammlung und in die Ausstellungen gelangen.

Quelle: Land Salzburg

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