vonRedaktion Salzburg
OKTOBER 09, 2026
Foto: Land Salzburg/Neumayr/Hofer
14 Fachleute im Expertengremium / Arbeitsgruppen definiert / Enquete am 27. November gibt inhaltlichen Startschuss / Klare Vorgabe: Keine Schließung von Spitalsstandorten
(LK) Mit dem Projekt „Zukunft Gesundheit“ sollen die Weichen für die Gestaltung der medizinisch-pflegerischen Gesundheitsversorgung in Salzburg gestellt und tragfähige Perspektiven für eine hochwertige, verlässliche und zukunftsfähige Versorgung bis 2040 und darüber hinaus entwickelt werden. Den Auftakt dafür bildet eine Enquete am 27. November. Dr. Franz Harnoncourt wird das Expertengremium leiten, für das Anfang November 14 Fachleute nominiert werden.
Das gemeinsam vom Land Salzburg und der Land Salzburg Gesundheits-Holding GmbH getragene Projekt verfolgt das Ziel, die hohe Qualität der Gesundheitsversorgung langfristig zu sichern sowie die Versorgungssicherheit für Patientinnen und Patienten nachhaltig zu gewährleisten. Im Rahmen eines breit angelegten Entwicklungsprozesses sollen daher konkrete Empfehlungen erarbeitet werden, wie die Gesundheitsversorgung in Salzburg zukunftsfit, nachhaltig und bedarfsgerecht gestaltet werden kann. In den vergangenen Monaten wurden die ersten Vorkehrungen für den partizipativen Prozess getroffen. Dr. Franz Harnoncourt, der im Mai von der Landesregierung an Bord geholt worden ist und dem Expertengremium vorstehen wird, hat sich bereits intensiv mit den Stakeholdern der Salzburger Gesundheitslandschaft ausgetauscht. Am Donnerstag hat Harnoncourt der Landesregierung über den aktuellen Stand und den weiteren Fahrplan des Projekts „Zukunft Gesundheit“ berichtet.
Hochkarätig besetztes Gremium
Nun steht auch der weitere Fahrplan für das Projekt Zukunft Gesundheit fest. Den inhaltlichen Startschuss gibt es am 27. November im Rahmen einer Enquete. Rund 300 Personen, darunter Vertreter von Fondskrankenanstalten, Privatkliniken, Universitäten, Organisationen, Kammern, Versicherungsträgern, Gesundheitseinrichtungen, Landessanitätsrat, Gemeindeverband sowie Städtebund werden zur Kick-Off-Veranstaltung eingeladen. Fünf Arbeitsgruppen mit inhaltlichen Schwerpunkten wurden definiert. Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist außerdem die Einrichtung eines hochkarätig besetzten unabhängigen Gremiums aus Expertinnen und Experten. 14 ausgewiesene Fachleute aus Fondskrankenanstalten, Institutionen, Organisationen und der Standesvertretung werden in das Gremium unter Vorsitz von Dr. Franz Harnoncourt nominiert. Die Salzburger Landesregierung agiert als Auftraggeberin des Projekts Zukunft Gesundheit. Die Projektleitung liegt bei der Abteilung Krankenanstalten und Gesundheitswesen des Landes gemeinsam mit der im Vorjahr gegründeten Gesundheitsholding.
Fokus weit nach vorne gerichtet
Ziel ist die Entwicklung eines landesweiten Zielbildes für die zukünftige Spitalsversorgung bis zum Jahr 2040 und darüber hinaus. Dabei sollen bestehende Versorgungsregionen sowie die bestehenden Standorte und ihre Rollen in der Versorgung berücksichtigt werden. Im Zentrum steht der stationäre Bereich. Hier soll eine qualitative Versorgung des medizinisch-pflegerischen Angebotes durch abgestimmte Versorgungsleistungen sichergestellt werden. Das Projekt, das bis 2028 angesetzt ist, soll belastbare Entscheidungsgrundlagen für organisatorische, strukturelle und gesundheitspolitische Beschlüsse auf Landesebene vorbereiten.
Edtstadler: „Langfristige Perspektive entscheidend“
Eine Schließung von Spitalsstandorten ist ausdrücklich nicht vorgesehen. Das hat die Landesregierung bereits mehrfach betont. Diese Leitlinie wurde auch für den anstehenden Prozess vorgegeben. Landeshauptfrau Karoline Edtstadler sagt: „Der Gesundheitsbereich braucht so wie der Pflegebereich eine langfristige Perspektive, abseits von Wahlterminen oder politischen Überlegungen. Wir sind in Salzburg gut aufgestellt und haben höchste Expertise im Gesundheitsbereich. Deshalb kommen auch andere Bundesländer auf uns zu, weil wir hier eben Vorreiter sind. Nichtsdestotrotz müssen wir auf den demografischen Wandel und damit einhergehende Veränderungen rechtzeitig reagieren. Der Gesundheitsbereich benötigt eine langfristige Perspektive. Genau das erreichen wir mit dem Projekt Zukunft Gesundheit.“
Harnoncourt: „Große Bereitschaft zur Beteiligung vorhanden“
Dr. Franz Harnoncourt wird dem Expertengremium vorstehen. Er hat in den vergangenen Wochen und Monaten sehr viele Gespräche mit Verantwortlichen geführt. „Es gibt eine große Bereitschaft, sich an dem Prozess jetzt zu beteiligen. Und es ist in den Gesprächen auch herausgekommen, dass Weiterentwicklung stattfinden muss. Klarheit ist eine der wichtigsten Dinge, sodass jeder weiß, wo seine Rolle auch in fünf, zehn oder 15 Jahren ist im Gesundheitssystem und in der Versorgungsstruktur“, betont Harnoncourt. Die Projektstruktur stehe, die Arbeitsgruppen ebenso, auch die Timeline sei klar festgelegt. Das Expertengremium werde offiziell im November nominiert und ist ausgewogen, zumal es die Versorgungsstruktur ebenso abbildet wie die maßgeblichen Institutionen. „Der Arbeitsauftrag lautet, bis 2028 ein Konzeptpapier zu erstellen. Das wird aus heutiger Sicht gelingen“, sagt Harnoncourt.
Svazek: „Heute Strukturen schaffen, die Salzburg morgen braucht“
Eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung darf nicht an der Tür des Krankenhauses enden. Gerade angesichts der demografischen Entwicklung müssen Gesundheit und Pflege stärker als zusammenhängende Systeme gedacht werden. Genau hier setzt auch der Fünf-Säulen-Plan von Landesrat Wolfgang Fürweger an, bei dem die Überleitungspflege eine zentrale Stütze bildet. Denn in der Praxis gibt es immer wieder Patienten, deren Behandlung im Krankenhaus abgeschlossen ist, die aber noch nicht nach Hause oder in eine geeignete Pflege und Betreuung wechseln können. Sie bleiben dadurch länger im Spital, obwohl die akutmedizinische Behandlung nicht mehr benötigt wird. Genau diese sogenannten Langlieger zeigen, wie wichtig funktionierende Übergänge zwischen Krankenhaus, Pflege und Betreuung sind. Dafür wird nun auch strukturell weitergearbeitet. Die Sozialabteilung entwickelt gemeinsam mit der Gesundheitsabteilung ein ganzheitliches Versorgungskonzept für Langlieger.
„Wir wollen heute jene Strukturen schaffen, die Salzburg morgen braucht. Gesundheit und Pflege dürfen langfristig nicht als getrennte Systeme gedacht werden. Entscheidend ist, ihre Schnittstellen so zu gestalten, dass Übergänge rascher, für die Patienten sinnvoller und für das Gesamtsystem ressourcenschonender funktionieren. Genau dort liegt ein wesentlicher Strukturschlüssel für eine moderne, zukunftsfähige und tragfähige Gesundheitsversorgung“, unterstreicht Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek.
Quelle: Land Salzburg