vonOTS
OKTOBER 26, 2026
Foto: Carina Karlovits/Bundesheer
„Nicht Papier, sondern Menschen verteidigen die Freiheit!“ Diese Worte hat vor 60 Jahren der damalige Bundespräsident Franz Jonas am Nationalfeiertag gesagt. Und er hatte Recht - und er hat immer noch Recht: Freiheit, Demokratie und auch unsere Neutralität haben wir nicht nur, weil sie auf einem Papier stehen. Das sind Errungenschaften, die wir in Österreich erkämpft haben und die wir auch verteidigen müssen.
Die internationale Sicherheitslage hat sich grundlegend verändert: Österreich ist keine Insel der Seligen. Sicherheit ist keine Selbstverständlichkeit. Sie ist ein Gut, welches jeden Tag aufs Neue geschützt und verteidigt werden muss. Und Sicherheit gibt es nicht zum Nulltarif.
Unsere Antwort darauf ist klar: Wir stärken die Verteidigungsfähigkeit Österreichs.
Nach Jahrzehnten des Sparens investieren wir wieder in die militärische Landesverteidigung. Mit der Mission Vorwärts und dem Aufbauplan ÖBH 2032+ haben wir einen umfassenden Modernisierungsprozess eingeleitet. Wir modernisieren unsere Ausrüstung, stärken unsere Fähigkeiten am Boden, in der Luft und im Cyberraum und verbessern die Infrastruktur unserer Streitkräfte.
Doch die modernste Ausrüstung allein schafft noch keine Einsatzbereitschaft. Entscheidend sind die Menschen, die sie bedienen, beherrschen und im Ernstfall einsetzen können.
Und genau aus diesem Grund haben wir auch die umfassende Wehrdienstreform auf den Weg gebracht. Die Verlängerung des Grundwehrdienstes und des Wehrersatzdienstes ist kein Selbstzweck. Die Entscheidung darüber dürfen wir uns nicht leicht machen. Sie ist eine absolut notwendige Anpassung an die Realitäten unserer Zeit.
Nur wer ausreichend übt, ist im Bedarfsfall einsatzbereit. Nur das Erlernen des Grundwissens in den ersten sechs Monaten ist zu wenig. Wer im Bedarfsfall zur Landesverteidigung herangezogen werden kann, muss wissen, was er oder sie tut. Unzureichend ausgebildete Milizsoldaten im Krisenfall einzusetzen, wäre schlichtweg unverantwortlich. Das wollen wir nicht. Die dafür notwendigen gesetzlichen Beschlüsse gilt es noch zu fassen.
Die Wehrdienstreform und der Aufbauplan 2032+ gehören untrennbar zusammen. Sie sind wesentliche Voraussetzungen für ein verteidigungsfähiges Österreichisches Bundesheer und eine glaubwürdige militärische Landesverteidigung.
Die Neutralität ist ein Teil des österreichischen Selbstverständnisses geworden. Trotzdem muss uns eines klar sein: Die Neutralität allein schützt uns nicht!
Sie schützt uns nicht vor Aggressionen, nicht vor Raketen und nicht vor hybrider Kriegsführung gegen unser Land. Neutralität muss sich verteidigen können. Wehrhafte Neutralität bedeutet auch, dass wir uns vorbereiten müssen. Wir müssen investieren, wir müssen das Bundesheer modernisieren und wir müssen unsere eigenen Fähigkeiten stärken.
Wer den Frieden will, muss für die Sicherheit vorsorgen!
Geschätzte Soldaten und Soldatinnen und zivile Bedienstete!
Sie alle leisten einen unverzichtbaren Beitrag dazu. Ob im militärischen Einsatz, in der Ausbildung, in der Miliz oder im zivilen Dienstbetrieb: Ihre Arbeit ist das Fundament unserer Landesverteidigung.
Sie haben in den vergangenen Jahren mit Professionalität, Engagement und großer Einsatzbereitschaft bewiesen, dass sich Österreich auf sein Bundesheer verlassen kann. Dafür danke ich Ihnen von Herzen.
Die kommenden Jahre werden uns weiterhin viel abverlangen. Wir werden Veränderungen gestalten, neue Fähigkeiten aufbauen und Bewährtes weiterentwickeln müssen. Das wird nicht immer einfach sein. Aber ich bin überzeugt, dass wir diesen Weg gemeinsam erfolgreich fortsetzen werden.
Unser Auftrag ist eindeutig. Unser Ziel ist klar. Und unsere Verantwortung ist größer denn je.
Setzen wir gemeinsam unsere Mission Vorwärts fort – für ein starkes Bundesheer, für eine glaubwürdige Neutralität und für ein sicheres, freies und unabhängiges Österreich.
Es lebe das Österreichische Bundesheer! Es lebe die Republik Österreich!
Quelle: OTS