vonRedaktion Salzburg
JÄNNER 04, 2026
Foto: Land Salzburg/Grafik
Infrastrukturbereitstellungsbeitrag als Lenkungsmaßnahme zeigt Wirkung / Sparsamer Umgang mit Grund und Boden im Fokus
(LK) Rund 7.154,5 Quadratkilometer groß ist die Fläche von Salzburg. Aufgrund der alpinen Topografie ist aber nur rund ein Fünftel als Dauersiedlungsraum verfügbar. In diesen rund 1.430 Quadratkilometern spielt sich alles ab: Wohnen, Bildung, Wirtschaft, Gesundheit, Freizeit und Verkehr. Eine aktuelle Erhebung der Abteilung 10 des Landes zeigt, dass in den Gemeinden im Land rund 1.330 Hektar an Baulandreserven vorhanden sind, das entspricht in etwa der Größe des Wolfgangsees.
Die derzeit verfügbaren 1.330 Hektar an gewidmetem, unbebautem Bauland teilen sich zu zwei Dritteln in Wohnbauland und zu einem Drittel in Betriebsbauland auf. „Theoretisch könnte man rund 71.500 Wohnungen auf der Fläche errichten. In der Praxis brauchen wir die Grundstücke aber auch, um unseren Wirtschaftsstandort nachhaltig abzusichern und zu entwickeln. Das Ziel ist klar: Wir müssen mit dem bereits gewidmeten Bauland sehr bedacht und sparsam umgehen“, sagt Landesrat Martin Zauner.
Zauner: „Mehr Flächen zur Entwicklung.“
„Die vorliegenden Zahlen zeigen, dass sich unsere Initiativen der vergangenen zweieinhalb Jahre bewährt haben. So wurden etwa im Jahr 2025 rund zehn Hektar rückgewidmet, davon sieben Hektar Wohnbauland. Ein wesentlicher Hebel hier war der Infrastruktur-Bereitstellungsbeitrag – kurz IBB“, betont Landesrat Martin Zauner und ergänzt: „Die Reserven gehen in den meisten Bezirken zurück. Im Tennengau und im Pinzgau konnte durch die Maßnahmen des Landes der große Anstieg der vergangenen Jahre hintangehalten werden.“
Land denkt an die Zukunft
Der 2023 eingeführte IBB hat zu einer Mobilisierung der Baulandreserven geführt. „Die Gemeinden haben mit diesem Instrument beispielsweise 2023 mehr als zwei Millionen Euro eingenommen und diese zweckgebunden in leistbares Wohnen und Baulandsicherungsmodelle investiert“, sagt Landesrat Martin Zauner und ergänzt. „Und durch ein neues Dashboard der Stabstelle Planen und Bauen im SAGIS des Landes stellen wir sicher, dass Verwaltungsprozesse einfacher, schneller und nachvollziehbarer werden – und die Gemeinden sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren können.“ Vom IBB ausgenommen sind neben den rückgewidmeten Flächen auch jene, bei denen die Eigentümer Eigenbedarf anmelden. Dieser deckt neben dem eigenen Wohnbedürfnis auch jenes von Kindern oder Enkelkindern ab (bis zu 700 Quadratmeter je berechtigter Person).
Hoher Prozentsatz an Eigenbedarf
„Mehr als 85 Prozent der vom IBB ausgenommenen Flächen entfallen auf Eigenbedarf. Das zeigt die breit gestreute Eigentumsverteilung in Salzburg. Durch diese Vorsorgeflächen können heimische Familien ihren Traum vom Eigenheim erfüllen. Der oft ins Spiel gebrachte Vorwurf des ,bösen‘ Spekulanten führt ins Leere“, ergänzt Martin Zauner.
Größtes Flächenpotenzial im Flachgau
Rund 1.330 Hektar potenzielles Bauland – also gewidmet, aber noch unbebaut – sind derzeit in Salzburg ausgewiesen. Auf diesen Flächen könnten theoretisch 18.800 Einfamilienhäuser, 34.800 Reihenhäuser oder rund 71.500 Wohnungen errichtet werden. Rund ein Drittel des gewidmeten Baulandes liegt dabei im Flachgau. Hier ein Überblick über die Bezirke:
Lexikon: Baulandreserven
Eine Baulandreserve ist ein Grundstück, das bereits als Bauland gewidmet, aber noch nicht bebaut ist und für das zukünftige Wachstum einer Gemeinde oder Stadt vorgesehen ist. Gemeinden können eine negative oder positive Baulandbilanz aufweisen. Eine negative Bilanz bedeutet, dass eine Gemeinde mehr Flächen als Bauland ausweist, als tatsächlich noch benötigt werden. Bei einer positiven Bilanz weist eine Gemeinde weniger Flächen als Bauland aus, als sie benötigt. Es kommt somit zu einer Redimensionierung von Widmungen.
Quelle: Land Salzburg