Salzburg: 3,16 Millionen „Guest Mobility Tickets“ in acht Monaten ausgestellt

vonRedaktion Salzburg
JÄNNER 05, 2026

Foto: Land Salzburg/Grafik

Gäste finanzieren Ausbau von Bus und Bahn in Salzburg mit / 50 Cent pro Übernachtung, dafür können alle Öffis genutzt werden

(LK) Stadt- und Regionalbusse, S-Bahnen, Regional- und Fernverkehrszüge und Mikro-ÖV: Seit 1. Mai 2025 können Touristinnen und Touristen mit dem Guest Mobility Ticket während ihres Aufenthalts alle öffentlichen Verkehrsmitteln in Salzburg nützen. Dafür zahlen sie zusätzlich zur Nächtigungsabgabe pro Nacht einen Mobilitätsbeitrag. Mit 31. Dezember wurden bis dato mehr als 3,16 Millionen Tickets mit rund 13,658 Millionen Gültigkeitstagen ausgestellt. „Das ist eine echte Erfolgsgeschichte“, zieht Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll eine erste Zwischenbilanz.

Das Guest Mobility Ticket schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Weniger Verkehrsaufkommen in den Gemeinden und gleichzeitig wird durch die Einnahmen des Mobilitätsbeitrages der Gäste wird der Öffentliche Verkehr vor Ort ausgebaut. Dieser beträgt derzeit 50 Cent, ab Mai 2027 werden 1,10 Euro eingehoben. Und die Nachfrage von Seiten der Touristinnen und Touristen am Angebot ist hoch: Über den gesamten Zeitraum erhielten 60 Prozent der Gäste ein Ticket, zu Spitzenmonaten waren es je nach Bezirk sogar bis zu 88 Prozent. Auf Grund dieses mutigen Schritts war das Guest Mobility Ticket vergangenen September auch in der Kategorie „Mobilitätsmanagement“ des VCÖ-Mobilitätspreises siegreich.

Schnöll: „Öffis in den Regionen ausbauen.“

Das Guest Mobility Ticket ist für Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll ein echter Meilenstein. „So gelingt es uns, den touristischen Individualverkehr auf die Öffis zu verlagern. Durch die Zweckwidmung der Mittel profitieren vor allem die Einheimischen vom Mobilitätsbeitrag, da damit die Öffis für alle Regionen spürbar ausgebaut und verbessert werden. Durch die gewonnene Flexibilität der Gäste steigt auch die Nutzung des Freizeitangebots im gesamten Bundesland und damit die Wertschöpfung in den Regionen“, sagt Schnöll. Mit 31. Dezember 2025 wurden 3,16 Millionen Tickets ausgestellt. Der Bezirksüberblick mit gerundeten Zahlen zum Guest Mobility Ticket:

Touristischer Wettbewerbsvorteil

Für die Gäste bedeutet das Ticket vor allem eines: Entspannung am Weg zum Hotel oder zur Sehenswürdigkeit. Das Land selbst ist mit seiner Initiative ein echter Vorreiter – auch im europäischen Vergleich. Und die Rekord-Nächtigungszahlen 2025 zeigen, dass das Projekt auch ein wichtiger Buchungsgrund ist. „Das Ticket wird zu einem unschätzbaren touristischen Wettbewerbsvorteil für die Zukunft. Salzburg hat so ein absolutes Alleinstellungsmerkmal und ist Vorbild für viele weitere Regionen in ganz Europa. Denn Nachhaltigkeit und umweltfreundliche Mobilität werden zunehmend zum Buchungsargument. Mit dem Angebot hat sich Salzburg als Vorreiter im nachhaltigen Tourismus positioniert. Wir ermöglichen den Gästen, Salzburg stressfrei, komfortabel und umweltfreundlich zu erkunden“, sagt Schnöll. Die Monatsübersicht der ausgestellten Guest Mobility Ticket:

Ländlicher Raum als Profiteur

Der Präsident des Salzburger Gemeindeverbandes, Manfred Sampl, sieht das Guest-Mobility-Ticket als große Chance für den ländlichen Raum. „Durch die Einnahmen kann der öffentliche Verkehr in den Salzburger Regionen insgesamt ausgebaut werden. Das hilft den Einheimischen und den Gästen gleichermaßen. Die Fahrplanumstellung Mitte Dezember hat wieder zu Verbesserungen geführt. So ist beispielsweise der Lungau näher mit der Stadt Salzburg zusammengerückt. Alle zwei Stunden gibt es nun eine kostengünstige und attraktive Busverbindung in unsere Landeshauptstadt“, so der Bürgermeister von St. Michael im Lungau.

Grünes Licht für Mobilitätsbeitrag

Die Einführung des Mobilitätsbeitrags war von vereinzelter Kritik von Hoteliers begleitet. Das Landesverwaltungsgericht Salzburg hat im Herbst vergangenen Jahres eine Klage abgewiesen und die Verfassungsmäßigkeit sowie Rechtmäßigkeit des Beitrags und seiner Verwendung bestätigt - juristische Zweifel sind also ausgeräumt. „Ich freue mich, dass jetzt Klarheit herrscht. Der Mobilitätsbeitrag ist eine der weitreichendsten Reformen der jüngsten Vergangenheit – da darf kein Raum für Zweifel bleiben. Umso wichtiger ist, dass auch die letzten offenen Rechtsfragen nun vom Gericht beantwortet wurden. Ich lade alle, die bislang skeptisch waren, ein, gemeinsam daran zu arbeiten, dass volle Potenzial des Tickets auszuschöpfen und Teil dieser historischen Weichenstellung zu sein“, so Stefan Schnöll.

Quelle: Land Salzburg

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