Graz: Sterile Tigermücken-Männchen (SIT) Methode bringt konkrete Verbesserungen

vonRedaktion Salzburg
JÄNNER 12, 2026

Foto: © FotoFischer

Das Gesundheitsamt der Stadt Graz geht beim Schutz vor der Tigermücke neue Wege in Österreich - und setzt dabei auf Wissenschaft statt Chemie. Mit der Markierungs-Freisetzungs-Wiederfang-Studie (MRR) in stark betroffenen Kleingartenanlagen legt die Stadt nun die Ergebnisse eines österreichweit einzigartigen Pilotprojekts vor: Der Einsatz steriler Tigermückenmännchen zeigt messbare Wirkung.

Während der Mückensaison 2025 führte das Gesundheitsamt der Stadt Graz gemeinsam mit der Sektion Insect Pest Control (IPCL) des FAO/IAEA-Zentrums eine umfangreiche Studie zur Sterilen-Insekten-Technik (SIT) durch. Über sieben Wochen wurden 804.500 sterile Männchen in einem 15 Hektar großen Aktionsgebiet freigesetzt - parallel dazu wurde ein 12 Hektar großes Kontrollgebiet beobachtet. Ziel: herauszufinden, ob die Methode auch in dicht bewachsenen urbanen Räumen funktioniert.

Das Ergebnis ist klar:

Damit ist belegt: Die SIT-Methode ist machbar und ein wirksames Instrument der Populationskontrolle - gerade dort, wo klassische Bekämpfung an ihre Grenzen stößt.

„Die Ergebnisse zeigen: Die SIT-Methode kann auch in dicht besiedeltem Gebiet, wie einer Stadt, wirksam sein. Neben dieser innovativen Maßnahme bleibt die Mithilfe der Bevölkerung entscheidend: Stehendes Wasser in Regentonnen, Blumentopfuntersetzern, Gießkannen oder Vogeltränken sollte entfernt oder abgedeckt werden, um Brutstätten zu vermeiden," weiß Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer um die Wichtigkeit der Unterstützung der Grazerinnen und Grazer.

Auch Dr.in Eva Winter, Leiterin des Gesundheitsamts Graz, unterstreicht die Bedeutung der Studie: „Die Tigermücke kennt keine Gemeindegrenzen. Mit diesem Projekt gewinnen wir Erfahrung, die weit über Graz hinaus relevant ist. Aufklärung und Information bleiben weiterhin im Zentrum hinsichtlich vorbeugender Maßnahmen durch die Bevölkerung aber auch, um offene Fragen zum SIT-Projekt zu beantworten. Dazu finden Sie auf http://www.graz.at/tigermuecke-faqs alle Antworten.."

Erwin Wieser, Experte für strategischen Infektionsschutz im Gesundheitsamt Graz, ergänzt: „Gerade in Kleingartenanlagen mit hoher Dichte war die Herausforderung groß. Dass wir hier einen klaren biologischen Effekt sehen, ist ein starkes Signal und stärkt uns im Bestreben, auch weiterhin auf diesen Baustein zu setzen. Gleichzeitig ist wichtig, dass wir die SIT-Technologie mit den bewährten klassischen Maßnahmen kombinieren. Nur gemeinsam entfalten diese Ansätze ihre volle Wirkung."

Auch künftig gilt: Neben innovativen Maßnahmen bleibt die Mithilfe der Bevölkerung entscheidend - aufmerksam sein, stehendes Wasser vermeiden und Brutstätten beseitigen.

Quelle: Stadt Graz

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