vonRedaktion International
OKTOBER 03, 2025
Foto: Land Salzburg / Franz Neumayr
Digital vor ambulant und stationär / Wertschätzung im Sozialen als neue Währung / Wolfgang Fürweger im Studiogespräch
(LK) Gestern Mittwoch, den 1. Oktober 2025, wurde Wolfgang Fürweger als Landesrat für Soziales, Lebensmittelaufsicht und Verbraucherschutz sowie Regionalentwicklung und EU-Regionalpolitik gewählt und angelobt. Was ihn zu dieser Aufgabe bewegt hat und welche Themen von der Pflege über Soziales bis hin zu Kindern ihm besonders am Herzen liegen, erklärt der neue Landesrat im Studiogespräch.
Wolfgang Fürweger ist neuer Soziallandesrat. Er hat Politikwissenschaft studiert, eine Ausbildung zum Milizoffizier absolviert und war zuletzt Pressesprecher der Salzburger Landeskliniken. Für die herausfordernde Aufgabe fühlt er sich gut gerüstet.
Landesrat Wolfgang Fürweger erläutert im Studiogespräch, welche Themen von der Pflege über Soziales bis hin zu Kindern ihm besonders am Herzen liegen.
Fürweger: „Es ist Zeit etwas zurückzugeben.“
„Ich habe in meinem Leben in einem Bereich ganz besonders Glück gehabt in der Bildung. Ich habe in der Schule motivierte und inspirierende Lehrer gehabt an der Universität und beim Bundesheer wahnsinnig viel gelernt. In den letzten Jahren habe ich als Sprecher der Salzburger Landeskliniken mit unglaublich tollen Führungskräften und Fachleuten arbeiten dürfen. Diese Menschen haben mich geprägt“, so Fürweger und er ergänzt: „Davor habe ich 23 Jahre lang als Journalist über Politik geschrieben und Politik kritisiert. Wenn ich nun gesagt hätte, ich mache es nicht, das wäre feig gewesen. Ich glaube jetzt ist es Zeit etwas zurückzugeben.“
Pflege zu Hause
Für den neuen Landesrat muss das System Sozialwesen so gestaltet werden, „dass wir den heutigen Standard auch in 15 Jahren noch gewährleisten können. Dazu gibt es eine klare Strategie von Bund, Ländern und Sozialversicherung. Die heißt: digital vor ambulant vor stationär und fasst das gut zusammen. Bei allem, was wir tun müssen wir uns fragen, wie es da reinpasst. Digitalisierung und die Stärkung von ambulanten und tagesklinischen Strukturen sind dabei wichtig. Die Menschen müssen dort betreut werden, wo es für sie am sinnvollsten ist und das ist zu Hause“, betont Fürweger im Studiogespräch.
Wertschätzung für Pflegepersonal
„Wir müssen der Pflege die Wertschätzung geben, die sie verdient“, ist Wolfgang Fürweger überzeugt. „Der Partner meiner ältesten Tochter hat kürzlich das Diplom zur Pflegefachassistenz bekommen. Welche diplomierte Kraft möchte sein Leben lang Assistent sein? Niemand käme bei einem Tischler auf die Idee ihn lebenslang als Assistent zu bezeichnen. Wertschätzung, habe ich gelernt, ist die neue Währung im Sozialen. Dafür muss man keine großen Beträge in die Hand nehmen. Es beginnt schon bei der Berufsbezeichnung, denn damit wird der Beruf interessanter.“
Early Life Care für das ganze Land
Ein persönlich großes Anliegen ist dem neuen Landesrat der Bereich Kinder und Jugendliche. „Mit meiner ersten Ehefrau habe ich Krisenpflege gemacht und Babys in ihren ersten Wochen und Monaten zu Hause betreut. Das erste war nur wenige Tage alt, als wir es von der Geburtenstation abgeholt haben. Das bewegt mich emotional sehr. Ich habe in den SALK gelernt, dass man Soziales und Gesundheit nicht trennen kann. Das beginnt oft schon am Beginn des Lebens. Hier setzt das Konzept Early Life Care an. Dieses sollte man auf das ganze Land ausrollen, damit wir nicht am Beginn des Lebens schon riskieren, Kinder abzuhängen. Das ist ein sozialer und finanzieller Wahnsinn für die Gesellschaft“, betont Wolfgang Fürweger.
Redaktion: Landes-Medienzentrum / LK_251001_30 (mw/ap)
Quelle: Land Salzburg