Berlin: Das gefährlichste Kunstwerk der Welt

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Das gefährlichste Kunstwerk der Welt
Foto: Spectrum
27 Jän 18:12 2020 von OTS Print This Article

Deutsche Krebshilfe, ADP und das Künstlerduo LOW BROS luden zu einer Vernissage der besonderen Art

Berlin (ots) - Eine Vernissage, für die sich die Gäste in Schutz-statt Maßanzüge zwängen und die Designerbrille hinter UV-Schutz-Visieren verstecken: Das erlebt man nicht alle Tage. Der 22. Januar 2020 jedoch war so ein Tag. Zahlreiche Menschen kamen in die Berliner Reinbeckhallen zur Präsentation des neuesten Werkes des Berliner Künstlerduos LOW BROS: "Spectrum. The most dangerous artwork" - eine altarähnliche UV-Röhren-Konstruktion. Eingeladen zu diesem Event hatte die Deutsche Krebshilfe gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP), um auf die Risiken der Solariennutzung aufmerksam zu machen. Am 23. Januar ist das gefährliche Kunstwerk der interessierten Öffentlichkeit ebenfalls frei zugänglich.

Der schwarze Hautkrebs und seine Opfer

Die Zahlen sind erschreckend: Jährlich erkranken etwa 37.000 Menschen in Deutschland an einem malignen Melanom, dem gefährlichen schwarzen Hautkrebs. Bei einigen von ihnen sind nachweislich regelmäßige Solarienbesuche Auslöser. Besonders gefährdet: Junge Menschen unter 35 Jahren. Und doch legt sich etwa jeder zehnte Bundesbürger auf die Sonnenliege - um die Haut zu bräunen und Entspannung zu suchen. "Bräune ist nie gesund, sondern eine Stressreaktion der Haut. Jede Solariennutzung führt zu gesundheitlichen Schäden", erklärt Professor Dr. Eckhard Breitbart, Dermatologe und Vorsitzender der ADP. Auf genau diese Gefahren möchte auch die Kunstinstallation der LOW BROS hinweisen.

Das Kunstwerk und seine Wirkung

Ein Tempel, in dem eine künstliche Sonne über einem abstrakten Altar schwebte: Die Installation "Spectrum. The most dangerous artwork" zog die Blicke auf sich - allen UV-Visieren zum Trotz. War das Stimmengemurmel unter den Zuschauern zu Beginn noch groß, wurde es plötzlich mucksmäuschenstill. "Mich berührt dieses Kunstwerk", so Susanne Klehn, Moderatorin und Botschafterin für Hautkrebsprävention der Deutschen Krebshilfe im Anschluss. "Ich selbst war als Jugendliche künstlicher UV-Strahlung ausgesetzt, ohne die Folgen zu kennen. Gebräunte Haut und gute Laune waren zunächst tolle Kicks. Mit 27 Jahren erkrankte ich dann lebensgefährlich an schwarzem Hautkrebs. Es ist mir daher ein Herzensanliegen, dass speziell junge Menschen Solarien fernbleiben."

Die Künstler und ihre Intention

Die Berliner Brüder Christoph und Florin Schmidt - besser bekannt als die LOW BROS, gehören schon länger zu den angesagtesten urbanen Künstlern Deutschlands. Immer wieder faszinieren sie durch ihre großflächigen, teils surrealen, poppigen Installationen. In ihrer neuesten Kreation wird eine von vielen unterschätzte Gefahr plötzlich konkret, greifbar.

"Ein Sonnenstudio ist in unseren Augen eine Kultstätte, in dem sich ein wiederkehrendes Ritual vollzieht. In unserer Installation "Spectrum" heben wir den Aspekt der Sonnenanbetung heraus und legen den Fokus auf das Objekt der Anbetung: eine Sonne aus echten UV-Röhren, von der eine reale Bedrohung ausgeht", erklären die beiden die Intention ihres Werkes.

Das Kunstwerk wurde gemeinsam mit HEIMAT, Berlin entwickelt. Für Tom Hauser, Executive Creative Director, fließen bei "Spectrum" verschiedene Aspekte zusammen: "Kunst und das Streben nach Schönheit: zwei große Hypes unserer Zeit. An dieser Schnittstelle setzt "Spectrum" an, ein Todesstern des 21. Jahrhunderts. Wer sich ungeschützt der UV-Strahlung der Installation aussetzt, begibt sich in große Gefahr. So machen wir zeitgemäß auf die Risiken von Solarien aufmerksam und zeigen eindringlich, dass das Streben nach ästhetischer Perfektion oftmals ein größeres Opfer erfordert als erwartet."

Das Event und seine Besucher

Das Kunstwerk der LOW BROS will auf spektakuläre Art auf die gesundheitlichen Gefahren durch Solarienbesuche aufmerksam machen. Den Reaktionen der Besucher nach zu urteilen, ist das bestens gelungen. Und auch am anschließenden Expertentalk herrschte reges Interesse: Die Teilnehmenden konnten sich dort noch weiter informieren und selbst eine fundierte Meinung bilden. Neben HEIMAT Berlin war die Influencer-Agentur INTERMATE sowie die Kommunikationsagentur achtung! an der Umsetzung des Projektes beteiligt.



Quelle: OTS



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