Wien: 30 Jahre Jugendtreff MIHO – mehr als ein Container

Slide background
Wien

12 Sep 21:00 2026 von Redaktion Salzburg Print This Article

Der Jugendtreff Mitterhofergasse, besser bekannt als MIHO, wird 30 Jahre alt. Seit den 90er-Jahern ist diese Einrichtung des Vereins Wiener Jugendzentren an die Gemeindebausiedlung Dr.-Franz-Koch-Hof angedockt und wird jährlich von circa 1000 verschiedenen Jugendlichen frequentiert. Die gemeinsame Zeit wurde am 11. September auf der sogenannten „MIHO-Wiese“ direkt vor dem Jugendtreff gefeiert.

Die MIHO ist, wie alle Einrichtungen des Vereins Wiener Jugendzentren, ein Raum für Kinder und Jugendliche, in dem sie sich ohne Konsumzwang aufhalten können, Freizeitangebote nutzen, mitgestalten und Begleitung erfahren. Eine junge Besucherin fasst es so zusammen: „Das Schönste hier ist, dass man sich nicht alleine fühlt. Es gibt immer Menschen, die zuhören und helfen. Und gleichzeitig kann man hier auch einfach Spaß haben und eine gute Zeit verbringen“. Kürzlich hat sich auch ein ehemaliger Besucher beim MIHO-Team gemeldet: „Ich habe meine halbe Kindheit bei euch und den lieben Betreuer:innen verbracht. Obwohl das Ganze schon über 20 Jahre her ist, habe ich nach wie vor so viele Erinnerungen in meinem Herzen. [...] Ich denke, eure Arbeit ist heute wichtiger denn je“. Mittlerweile passiert es immer öfter, dass auch die Kinder von ehemaligen Besucher:innen die Angebote der MIHO nutzen.

„MIHOtisch“ gefeiert

Die „MIHO-Wiese“ hat schon viele Feste gesehen, Kenner:innen wissen vom MIHOtischen Freitag oder den Siedlungsfesten, aber einen runden Geburtstag gibt’s nicht alle Tage. Die zuständige Jugend-Stadträtin und Vize-Bürgermeisterin Bettina Emmerling betonte bei ihren Glückwünschen: „Rasante Entwicklungen, ständige Erreichbarkeit, Sorgen um die eigene Zukunft. Junge Menschen tragen heute viel mit sich herum. Umso wichtiger sind Orte wie die MIHO, an denen sie Gehör finden und offen reden können. Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank an alle, die diesen Ort seit dreißig Jahren prägen“.

Auch Floridsdorfs Bezirksvorsteher Georg Papai und Jugendzentren Geschäftsführerin Manuela Smertnik gratulierten: „Die MIHO ist ein wichtiger Baustein in der gut vernetzten Jugendarbeit in Floridsdorf. Ich freue mich, dass heute so viele aktuelle und ehemalige Besucher:innen zusammenkommen und gemeinsam feiern“, sagt BV Georg Papai. GF Manuela Smertnik ergänzt: „Die heutige Zeit verlangt viel von Jugendlichen ab, oft fühlen sie sich allein gelassen. Unsere Jugendarbeiter:innen stehen ihnen zur Seite und helfen bei den unterschiedlichsten Belangen. Sie stehen auch als Mitspieler:innen und Moderator:innen zur Verfügung und garantieren einen geschützten Raum und ein wertschätzendes Miteinander.“

Neuer Schwerpunkt in der Jugendarbeit

Die Einrichtung war Ende der 90er ein wichtiger Schritt, um in der dicht besiedelten jungen Region kostenlose Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche und positive Akzente im Gemeinwesen zu setzen. Von Beginn an wurde ein Schwerpunkt auf die – sich damals gerade entwickelnde – herausreichende Arbeit gesetzt. Diese ist heute Standard in allen Jugendeinrichtungen und wurde damals in der MIHO fix verankert.

Die mit einer großen Fensterscheibe, nach außen offene Gestaltung war ein Paradigmenwechsel – weg von häufig im Souterrain befindlichen Jugendeinrichtungen hin zu transparenten, einsichtigen Einrichtungen, in dem sich die Zielgruppen nicht „verstecken“. Auf einer Fläche von insgesamt 272 m² gibt es Gruppenräume und Rückzugsräume, die sowohl zu gemeinsamen Aktionen einladen als auch individuelle Beratung und Begleitung von Jugendlichen in ihren Lebenswelten ermöglichen. Die einzigartige Containerbauweise, im Grünraum verortet, ermöglicht zudem eine multiple Nutzung der Freibereiche rund um die Einrichtung. Der Zielgruppe steht auch die sogenannte „Mini-MIHO“ zur Verfügung, ein weiterer Container, der auch liebevoll „Grünes Kistl“ genannt wird.

Freude an gemeinsamer Gestaltung

Das Team des Jugendtreff verfolgt den Schwerpunkt der Partizipation und Mitbestimmung: Das bedeutet, dass die Zielgruppe aktiv in die Planungs- und Umsetzungsprozesse der Programmangebote einbezogen wird. So wurden auch viele Aktivitäten der Jubiläumsfeier gemeinsam entschieden und mithilfe von Partner:innen im Sozialraum umgesetzt. So wie es in einem gut funktionierenden Grätzl sein soll!


Quelle: Stadt Wien



  Markiert "tagged" als:
  Kategorien:
Redaktion Salzburg

Redaktion Tennengau

Weitere Artikel von Redaktion Salzburg