Salzburg: 750.000 Euro für die Generalsanierung der Synagoge
Sonderförderung des Landes Salzburg fließt heuer / Erhalt des einzigen Gebetshauses der jüdischen Gemeinde im Bundesland
(LK) Die einzige Synagoge Salzburgs feiert heuer ihr 125-jähriges Bestehen. Das Gebäude der jüdischen Gemeinde in der Lasserstraße ist aber dringend renovierungsbedürftig. Das Vorhaben zur Generalsanierung, das heuer umgesetzt wird, wird von Landesseite mit 750.000 Euro unterstützt.
Es ist das Symbol jüdischen Lebens in der Landeshauptstadt. Seit 1901 existiert in der Lasserstraße unweit der Linzer Gasse im Salzburger Stadtteil Schallmoos eine Synagoge. Die Synagoge wird von der lsraelitischen Kultusgemeinde für die Bundesländer Salzburg, Steiermark und Kärnten geführt.
Sonderförderung des Landes
Das Land Salzburg hat per Regierungsbeschluss eine Sonderförderung für den Erhalt von Kunst- und Sakralobjekten zugesichert. 100.000 Euro waren dafür im Budget 2025 reserviert. Heuer sind es 650.000 Euro. Die gesamten 750.000 Euro werden heuer fließen.
Edtstadler: „Jüdische Kultur sichtbar und erlebbar halten“
Landeshauptfrau Karoline Edtstadler betont: „Jüdisches Leben gehört zu Österreich und ist auch ein selbstverständlicher Teil der Identität Salzburgs. Ich denke etwa an die Salzburger Festspiele, die ganz maßgeblich von Jüdinnen und Juden geprägt worden sind. Erinnerungskultur ist dabei ein wichtiger Teil, wesentlich ist aber vor allem das jüdische Leben. Es ist daher wichtig, die jüdische Kultur sichtbar und erlebbar zu halten. Deshalb ist es in unserer Verantwortung, den Erhalt der historischen Synagoge zu unterstützen.“
Gebetsraum sanieren, Barrierefreiheit verbessern
Auch die Stadt Salzburg finanziert das Vorhaben im selben Ausmaß mit. Die Bauphase ist von Februar bis August geplant. Das Vorhaben, das rund 1,6 Millionen Euro kostet, ist von Bundesdenkmalamt, Sachverständigenkommission für die Altstadterhaltung sowie Bauamt bewilligt. Konkret soll es eine Sanierung von Dach, Dachstuhl und Dämmung der obersten Geschoßdecke geben. Das Projekt umfasst weiters eine Fassadensanierung, Sanierung und Neuausstattung des Gebetsraumes, eine Dachsanierung des Zubaus, Sanierung der Zufahrtstore und Elektroinstallationen, die Erneuerung der Überwachungssysteme sowie eine Verbesserung der Barrierefreiheit.
Historischer Abriss
Die Synagoge in der Stadt Salzburg wurde 1901 nach Plänen von Prof. Gottlieb Winkler errichtet. Es handelt sich um einen schlichten Bau mit flachem Walmdach, dessen Fassade durch einfache bzw. außenkantig doppelte Pilaster, hohe Fenster und Toren mit Rundbogen sowie ein mehrfach profiliertes Kranzgesims gegliedert wird. Der östliche Gebäudeteil ist im Inneren zweigeschossig ausgeführt. Zwei symmetrisch angeordnete Eingänge mit Freitreppen erschließen den Betsaal sowie die Nebenräume. Zur bauhistorischen Geschichte des jüdischen Gebetshauses in der Lasserstraße liegt eine Untersuchung aus dem Jahr 2024 vor. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Synagoge durch Bomben teilweise beschädigt. 1947 war die Synagoge wieder hergestellt. Von 1967 bis 1968 wurde das Gebäude umfassend saniert, 1987 und 1988 folgte noch eine Fassadensanierung. Von 1995 bis 1998 wurde die Synagoge gemäß den bereits entstandenen Plänen aus 1966 nach Westen hin erweitert, wodurch der Frauenbereich einen eigenen Eingang erhielt. Am Vorplatz erinnert ein 1985 von Stadt und Land Salzburg errichtetes Mahnmal an die Verfolgung und Vertreibung der jüdischen Bevölkerung Salzburgs von 1938-1945 und die Schändung der Synagoge am 30. November 1938.
Quelle: Land Salzburg
