8.350 Musikerinnen und Musiker lassen Salzburg erklingen

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Foto: Land Salzburg/Neumayr/Leopold
18 Jän 17:00 2026 von Redaktion International Print This Article

147 Musikkapellen in allen Bezirken erfüllen die Volkskultur mit Leben / Opa, Sohn und Enkel spielen gemeinsam in Tamsweg auf

(LK) Aus dem Gemeindeleben sind die 147 Musikkapellen in allen Bezirken nicht wegzudenken. Egal ob öffentliche Konzerte, private Feierlichkeiten oder Wettbewerbe: Die rund 8.350 Musikerinnen und Musiker erfüllen die Volkskultur jeden Tag aufs Neue mit Leben und lassen Salzburg im wahrsten Sinne des Wortes erklingen. Und die Tradition spielt bei der „Musi“ eine besondere Rolle. Oftmals wird generationsübergreifend aufgespielt, wie ein Beispiel aus Tamsweg zeigt.

Die zurechtgemachte Tracht und die polierten Instrumente sind stets griffbereit. 8.350 Salzburgerinnen und Salzburger musizieren in einer der 147 Musikkapellen im Bundesland. 2024 haben sie fast 6.500 Gesamtproben sowie Teil- und Registerproben und fast 5.000 Auftritte absolviert. Ein besonderes Augenmerk legt der Salzburger Blasmusikverband auf den Nachwuchs. 78 Jugendorchester führen mehr als 2.000 Buben und Mädchen Schritt für Schritt an die Kapellen heran.

Aigner: „Tradition, Gemeinschaft und Zukunft.“

Zu jeder Jahreszeit sind die rund 8.350 Musikerinnen und Musiker in Salzburg im Einsatz. Für Landesrat Maximilian Aigner sind sie „ein ganz wichtiger Bestandteil in allen 119 Gemeinden im Bundesland. Sie bewahren Traditionen, geben jungen Menschen eine Gemeinschaft und gestalten durch neue Kompositionen gleichzeitig die musikalische Zukunft im Land. Durch ihr Engagement vor Ort begeistern sie Einheimische und Gäste gleichermaßen. Sie sind eine Visitenkarte, auf die ganz Salzburg stolz ist“, betont Aigner, der seit Dezember für die Volkskultur im Bundeland ressortzuständig ist.

Servicestelle für die Blasmusik

Roman Gruber ist seit mehr als fünf Jahren Landeskapellmeister und seit fast 20 Jahren Geschäftsführer des Salzburger Blasmusikverbandes. „Unsere Aufgaben sind vielfältig. Wir sind Interessenvertretung gegenüber der Politik und Partner-organisationen sowie anderen Verbänden. Des Weiteren treten wir als Dienstleister für Mitgliedsvereine, Funktionäre und Musizierende auf. Eine zentrale Aufgabe ist die Bereitstellung eines umfangreichen Aus- und Weiterbildungsprogrammes. Die Blasmusik ist erfreulicherweise ungebrochen populär, so können wir auf eine aktive Jugendarbeit seitens der Vereine und Verbände aufbauen. Ein zentraler Partner ist hier das Musikum, welches eine qualitätsvolle Ausbildung sicherstellt“, so Gruber.

Musik ist Familiensache

Hans (70 Jahre), Christian (48 Jahre) und Michael Berchthaler (13 Jahre) trennen 57 Lebensjahre, und dennoch vereint diese drei Generationen eine gemeinsame Leidenschaft: die Blasmusik. „Mein Vater ist seit 1969 Mitglied der Bürgermusik Tamsweg. Auch sein Großvater war schon in den 1920er Jahren Mitglied des Musikvereins Seetal/Fresen. Die Liebe zur Musik ist mir somit in die Wiege gelegt worden. Seit 1994 spiele ich bei der Bürgermusik und seit 2019 bin ich Kapellmeister. Mein Sohn hat in diesem Jahr mit dem Tenorhorn bei uns angefangen. Nächstes Jahr werden wir zusammen unsere ersten offiziellen Auftritte absolvieren. Die Vorfreude darauf steigt von Tag zu Tag“, schildert Christian Berchthaler.

Freude am Musizieren essenziell

Die „Musi“ ist für Christian Berchthaler nicht nur ein Hobby, für den Lungauer ist sie noch viel mehr. „Es ist eine große Familie und es entstehen Freundschaften, die ein Leben lang halten. Natürlich braucht es auch ein Talent für das Instrument. Mit Zwang geht gar nichts. Mein Sohn hat beispielsweise von sich aus den Weg zur Musik gefunden. Instrumente sind sowieso immer zu Hause, denn auch meine Frau war aktive Klarinettistin in der Bürgermusik St. Michael“, so Berchthaler, der seit 2022 auch Kapellmeister der Polizeimusik Salzburg ist.

Ansprechpartner in den Gemeinden

Für Salzburgerinnen und Salzburger, die auch gerne bei der Blasmusik mitspielen möchten, hat Christian Berchthaler noch einen Tipp: „Einfach beim Obmann oder Kapellmeister in der jeweiligen Gemeinde melden oder aktive Musiker ansprechen und das Interesse bekunden. Jeder Musikant und jede Musikantin stehen gerne mit Rat und Tat zur Seite. Die Ausbildung selbst verläuft dann in der Regel über das Musikum. Das Erlernen von Instrumenten zu Hause kommt heute nur mehr sehr selten vor.“

Blasmusikverband in Zahlen (Stand 2024)

  • 147 Musikkapellen
  • 38 im Flachgau
  • je 33 im Pinzgau und Pongau
  • 16 im Lungau
  • 15 im Tennengau
  • zwölf in der Stadt Salzburg

Rund 8.350 aktive Musikerinnen und Musiker

  • rund 2.430 im Flachgau
  • rund 1.900 im Pongau
  • rund 1.770 im Pinzgau
  • rund 910 im Tennengau
  • rund 740 im Lungau
  • rund 600 in der Stadt Salzburg
  • 4.932 absolvierte Auftritte
  • Das Land Salzburg förderte den Blasmusikverband 2025 mit rund 360.000 Euro.

Redaktion: Landes-Medienzentrum / LK_260118_90 (msc/ )


Quelle: Land Salzburg



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