Salzburg: Absicherung der psychiatrischen Versorgung im ganzen Land

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Foto: Land Salzburg / Büro Gutschi
04 Mär 22:00 2026 von Redaktion Salzburg Print This Article

Runder Tisch mit Fachleuten und Politik / Rasch wieder Psychiatrie-Vollversorgung am Kardinal Schwarzenberg Klinikum

(LK) Die Wochenend-Schließung der Psychiatrie-Abteilung im Krankenhaus Schwarzach im Februar wegen fehlendem Personal macht es deutlich: Es braucht eine solide Basis, damit die Versorgung im ganzen Land sichergestellt werden kann. Landesrätin Daniela Gutschi hat dazu einen runden Tisch mit Fachleuten aus der Praxis und Politik einberufen.

Landesrätin Daniela Gutschi mit Fachleuten aus der Praxis und Politik beim Runden Tisch für die Absicherung der psychiatrischen Versorgung im ganzen Land. Eingeladen waren auch Vertreterinnen und Vertreter der Landtagsfraktionen.

Die vollständige Wiedereröffnung der Psychiatrie am Kardinal Schwarzenberg Klinikum (KSK) für den Pongau ist das Sofortziel des gestrigen Treffens, nachhaltige Maßnahmen zur Absicherung sollen in einem zweiten Schritt folgen.

Gutschi: „Lösung mit allen und für alle.“

Der für Gesundheit zuständige Landesrätin Daniela Gutschi geht es um eine breite Einbindung bei den Entscheidungen zur Verbesserung der psychiatrischen Versorgung: „Alle sollen gehört werden. Und es muss klar geregelt sein, wer wofür zuständig ist“, so die Landesrätin.

Auch Psychologen und Therapeuten dabei

Vereinbart wurde bei dem Gespräch, Berufsgruppen näher zusammenbringen, um ein neues psychiatrisches Versorgungskonzept aufbauen zu können. Neben Ärztinnen und Ärzten werden klinische Psychologinnen und Psychologen sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in allen Versorgungsstufen systematisch eingebunden und die integrative Versorgung im Pongau wird ausgebaut.

Chance auf Vorzeigemodell

Die aktuelle Problemstellung sieht Landesrätin Daniela Gutschi auch als Chance: „Das Thema haben auch andere Länder. Wir können ein Pilotprojekt für eine neu gedachte psychiatrische Versorgung aufsetzen und damit in Salzburg zum Vorreiter werden“, sagt Gutschi.

Attraktive Psychiatrie-Ausbildung

Ein Hebel setzt beim Personal an: „Vorrangig wird jetzt an einem Notfallkonzept unter Einbindung der Ärztekammer und des Uniklinikums gearbeitet. Langfristig soll an einem Zukunftsmodell unter Berücksichtigung aller Berufsgruppen gearbeitet werden“, führt Landesrätin Daniela Gutschi an. Das stark wissensorientierte Aufnahmeverfahren MedAT soll nach Salzburger Ansicht überarbeitet werden, um Interessierte für Mangelfächer herauszufiltern. Und über das gute Arbeitsklima am Standort KSK soll und darf gesprochen werden. „Hier herrscht ein tolles Miteinander der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dies zu wissen ist für mögliche Interessenten wichtig. Gerade im Zusammenwirken mit der Psychiatrischen Reha in St. Veit, ist das KSK ein sehr attraktiver Standort“, sagt Gutschi, die auf Bundesebene die notwendigen gesetzlichen Änderungen für eine Attraktivierung des Faches Psychiatrie mit Nachdruck einfordern wird.

Bereitschaft zur langfristigen Absicherung

Eugen Adelsmayr, Geschäftsführer und ärztlicher Direktor am KSK, bringt sich und seine Klinik konstruktiv ein: „Das Kardinal Schwarzenberg Klinikum ist bereit, die organisatorischen und strukturellen Maßnahmen umzusetzen. Zur Wiederherstellung einer vollumfänglichen psychiatrischen Versorgung im Innergebirg braucht es aber rechtliche Flexibilisierung und finanzielle Differenzierung“, so Adelsmayr. Ziel ist die Wiederherstellung der 7-Tage-Vollversorgung und weniger externe Verlegungen. Der Weg dorthin führe über einen langfristig stabilen Personalstand.


Quelle: Land Salzburg



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