Tirol: Aktuelles aus der Regierungssitzung

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Tirol

23 Apr 11:00 2026 von Redaktion Salzburg Print This Article

Bädertopf: Nächste Unterstützung für Hallenbad Höttinger Au und Familienbad Ehrwald

  • Landesregierung sichert nächste Auszahlungen zu
  • Über 5,5 Millionen Euro für Hallenbad Höttinger Au (Innsbruck) und Familienbad Ehrwald (Bezirk Reutte)
  • Beschluss auf Basis der Bäderbeirat-Empfehlungen
  • Österreichweit einzigartig: Bis 2030 stehen im Bädertopf 75 Millionen Euro für Neubau, Sanierung und Erhalt von Schwimmflächen zur Verfügung

„Jedes Kind soll schwimmen lernen“. Dafür braucht es auch die notwendige flächendeckende Infrastruktur. Die Tiroler Landesregierung hat deshalb vor rund zwei Jahren das 75 Millionen Euro schwere und österreichweit einzigartige Bäderprogramm auf den Weg gebracht. „Schwimmen gehört zu den Tiroler Grundsportarten. Deshalb setzt sich das Land für einen bestmöglichen Zugang der Bevölkerung zu angemessenen Schwimmmöglichkeiten ein. Jedes Kind soll die Möglichkeit haben, schwimmen zu erlernen. Gleichzeitig sollen die Bäder als zentrale Freizeittreffpunkte regional Erholung, Spaß und Bewegungsmöglichkeiten für die Tirolerinnen und Tiroler bieten. Nach dem Neubau des Regionalbades in Axams folgen mit der Sanierung des Hallenbades Höttinger Au in Innsbruck und des Familienbades in Ehrwald die nächsten konkreten Projekte. Diese Investitionen sind mit Unterstützung dieses österreichweiten einzigartigen Tiroler Bädertopfes möglich“, erklärt Gemeinde- und Finanzreferent LH Anton Mattle. Für die zwei Vorhaben werden insgesamt über 5,5 Millionen Euro aus dem Bädertopf bereitgestellt. Die Mittel werden in Tranchen in den Jahren 2026 und 2027 ausbezahlt. Das beschloss die Tiroler Landesregierung heute, Dienstag, auf Antrag des Landeshauptmannes und des Sportreferenten LHStv Philip Wohlgemuth. Bereits im Vorjahr hat der Bäderbeirat die Förderung der beiden Projekte empfohlen. Die Förderung beträgt bis zu 40 Prozent der anrechenbaren Kosten gemäß Richtlinie.

„Auf Basis der Bäderstudie und den Empfehlungen des Bäderbeirats setzen wir gezielt Schwerpunkte beim Erhalt und Ausbau von Schwimmflächen“, erklärt Sportreferent und Vorsitzender des Bäderbeirats LHStv Wohlgemuth. „Auch in finanziell herausfordernden Zeiten investieren wir bewusst in diese Infrastruktur. Unsere Tiroler Bäder sind unverzichtbare Einrichtungen für die Schwimmkompetenz unserer Kinder, soziale Treffpunkte und ein wichtiger Faktor für den Tourismus.“

Die Tiroler Bäderstudie aus dem Jahr 2024 zeigte auf, dass Tirol mit insgesamt 19 Hallenbädern sowie vier Thermen bereits ein gutes Angebot aufweist. Potential für weitere Schwimminfrastruktur wurde beispielsweise in den Einzugsgebieten Imst-Landeck, im Großraum Wörgl-Kufstein sowie im Großraum Innsbruck festgestellt.

Aktuelle Projekte im Überblick

  • Über 1,9 Millionen Euro für die Sanierung des Hallenbades Höttinger Au: Die Sanierung beinhaltet die gesamten Elektro- und Sanitärinstallation samt Steuerungsanlage, Errichtung einer Grundwasserwärmepumpe, wärmetechnische Sanierung der Gebäudehülle sowie eine Umgestaltung des Eingangsbereiches. Förderbare Gesamtkosten: über 4,8 Millionen Euro.
  • 3,6 Millionen Euro für die Sanierung des Familienbades Ehrwald: Renovierung Badebereich, Neugestaltung Freibereich, Erneuerung Parkplätze, Gestaltung neue Teile der Fassaden, Erneuerung Eingangsbereich, Modernisieren der Umkleiden und Sanitäranlagen, gänzliche Neuerrichtung einer Kinderbetreuung mit Spiel- und Bewegungsgeräten, Erneuerung Technikanlage im Untergeschoss und Neugestaltung der Energieversorgung (erneuerbar)

29.000 Kinder und Jugendliche bei Schwimminitiative

Im Rahmen des Tiroler Bäderprogramms werden auch Schwimmkurse für Schulen und Kindergärten gezielt unterstützt. Für Schulschwimmkurse ist der Eintritt in Hallenbäder, die einen Bäderbeitrag erhalten, an bis zu fünf Tagen kostenlos. Zusätzlich übernimmt das Land die Kosten für die Kursleitung im Ausmaß von bis zu zehn Einheiten. Darüber hinaus werden auch die Fahrtkosten gefördert: Pro Kind stehen bis zu 15 Euro pro Schuljahr für die An- und Rückreise zum nächstgelegenen Schwimmbad oder Badesee zur Verfügung, sofern der Schwimmkurs an mindestens drei Tagen stattfindet. Bei kürzeren Kursen wird der Zuschuss aliquot angepasst. Schulen werden angehalten, nach Möglichkeit öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Auch für Freischwimmbäder und Badeseen wird ein Eintrittszuschuss von bis zu acht Euro pro Kind und Schuljahr gewährt. Die gesamte Förderabwicklung erfolgt über das Tiroler Schulsportservice. „Schwimmen rettet Leben. Deshalb ist es mir ein besonderes Anliegen, die Schwimmfähigkeiten unserer Jüngsten gezielt durch dieses Förderprogramm zu stärken“, betonen LH Mattle und LHStv Wohlgemuth.

Insgesamt nutzten 4.034 Klassen im vergangenen Schuljahr 2024/2025 Angebote vom Tiroler Schulsportservice. Allein für die Tiroler Schwimminitiative als Teil des Services stellte das Land Tirol 415.000 Euro bereit. Damit konnten über 9.700 Schwimmeinheiten für rund 29.000 Kinder und Jugendliche in knapp 1.600 Klassen und Gruppen gefördert werden – eine 25-prozentige Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. 300 von 354 Tiroler Volksschulen – das sind knapp 85 Prozent – nutzten dieses Angebot, zudem wurden erstmals 90 Kindergärten unterstützt.

Der positive Trend setzt sich fort: Im Schuljahr 2025/26 wurden bislang in 969 Klassen und Kindergartengruppen Schwimmkurse mit insgesamt rund 260.000 Euro gefördert. Mit Stichtag 21. April 2026 sind bereits weitere knapp 500 Klassen und Gruppen gemeldet. Es ist daher davon auszugehen, dass bis zum Ende des Schuljahres ein ähnlich hoher Wert wie im Vorjahr erreicht wird.


Über die Bäderförderung

Volumen: Bis 2030 75 Millionen Euro (davon 50 Millionen Euro für Neubauten, Sanierungen und 25 Millionen Euro für Erhaltungsmaßnahmen in Form von Betriebsbeiträgen)

Mögliche Fördernehmer: Gemeinden, Tourismusverbände oder juristische Personen mit mehr als 50 Prozent der Geschäftsanteile in öffentlicher Hand

Gefördert werden:

  • der Neubau von Hallenbädern (bis zu 55 Prozent der förderbaren Kosten; zehn bis dreißig Millionen Euro),
  • die Sanierung von Hallenbädern (bis zu 40 Prozent der förderbaren Kosten; zwei bis neun Millionen Euro),
  • die Sanierung von Freischwimmbädern (bis zu 20 Prozent der förderbaren Kosten; zwei bis acht Millionen Euro) und
  • Erhaltungsmaßnahmen in Form eines Betriebsbeitrages (Sockelbetrag jährlich 100.000 Euro + zusätzlicher Betrag, welcher sich durch Quadratmeter der Grundversorgungsschwimmfläche und der Gratiseintritten für Kindergärten, Schulen und Horteinrichtungen, die das Erlernen von Schwimmen ermöglichen, errechnet)

Bereits zugesagte Förderungen: Regionalbad Axams (16,5 Millionen Euro; Bezirk Innsbruck-Land; Spatenstich im August 2025 erfolgt), Hallenbad Höttinger Au (über 1,9 Millionen Euro; Bezirk Innsbruck-Stadt), Familienbad Ehrwald (3,6 Millionen Euro; Bezirk Reutte; Sanierungsstart erfolgt)

Weitere vom Bäderbeirat bereits als förderwürdig eingestuft: Sanierung Freischwimmbad PitzPark (Bezirk Imst), Sanierung Hallenbad Stubay (Bezirk Innsbruck-Land), Sanierung Regionalbad Tiroler Oberland Telfs (Bezirk Innsbruck-Land), Zubau Hallenbad Höttinger Au

Geprüft werden derzeit: Sanierung Aubad Fieberbrunn (Bezirk Kitzbühel), Sanierung Alpentherme Ehrenberg (Bezirk Reutte), Sanierung Freischwimmbad Münster (Bezirk Kufstein), Sanierung Panorama Badewelt St. Johann, Neubau Regionalbad Wörgl

Der Bäderbeirat: Förderansuchen werden vom Bäderbeirat bewertet. Dieser besteht neben dem Vorsitzenden LHStv Philip Wohlgemuth aus VertreterInnen der Wirtschaftskammer, der Stadt Innsbruck, des Gemeindeverbands, der Arbeiterkammer des Verbands der Tiroler Tourismusverbände, der Bildungsdirektion und der zuständigen Abteilungen des Landes. Basis für die Bewertung sind eigens ausgearbeitete Richtlinien, in denen unter anderem festgelegt ist, dass ein zu förderndes Bad gemäß der Bäderstudie 2024 der überregionalen Bäderversorgung dienen muss. Auf Basis der Beschlussempfehlungen durch den Beirat werden die Förderungen in weiterer Folge durch die Tiroler Landesregierung gewährt.

Mehr Informationen zur Bäderförderungen und den Richtlinien finden sich auf der Website des Landes.


Quelle: Land Tirol



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