Altbau oder Neubau - was ist für Mieter besser?
Bei der Suche nach einem neuen Wohndomizil stellt sich die Frage: lieber Altbau oder Neubau? Ältere Gebäude bezaubern mit besonderem Charme. Oft besteht jedoch Modernisierungsbedarf. Beim Neubau hingegen ist alles neu und modern. Wo lebt es sich besser und komfortabler - im Altbau oder in einem erst unlängst fertiggestellten Haus?
Typische Eigenschaften von Altbau- und Neubauwohnungen
Hohe Decken, große Fenster und Dielenböden sind typisch für alte Häuser. Ältere Bauwerke weisen aber oft energetische Mängel und andere Schwächen auf. Zu den Vorteilen einer Altbauwohnung zählt die meist gute Lage im Stadtzentrum oder in einem beliebten Stadtteil. Der in Österreich gesetzlich verankerte niedrigere Mietzins für Wohnungen im Altbau ist ein weiterer Pluspunkt. Moderne Ausstattung und effiziente Dämmung senken Heiz- und Betriebskosten in neu errichteten Gebäuden erheblich. Eine Checkliste zum Thema Altbau oder Neubau hilft beim Beurteilen, welche Option die bessere ist. Objektiv betrachtet, haben beide Wohnungsvarianten ihre Stärken und Schwächen. Bei der Entscheidung kommt es darauf an, wo man sich als Mieter/Mieterin wohlfühlt.
Historischer Charme, aber hoher Reparaturbedarf
Hellhörige Wände mindern die Privatsphäre. Geräusche aus der Nachbarschaft tragen dazu bei, dass man nur schwer einschlafen kann. Andererseits ist die großzügige Raumaufteilung ein Grund dafür, sich für eine Altbauwohnung zu entscheiden. Wann handelt es sich überhaupt um einen Altbau? Im österreichischen Mietrecht werden Gebäude, die vor dem 30.06.1953 eine Baubewilligung erhielten, als Altbauten bezeichnet. Viele ältere Häuser sind in gutem Zustand, bei anderen sind Reparatur- und Sanierungsmaßnahmen notwendig. Beim Besichtigungstermin in einer Altbauwohnung sollte daher besonders auf Mängel geachtet werden. So bieten ältere Fenster nur wenig Dämmung und verursachen höhere Heizkosten. Die Kosten für unerwartete Reparaturen werden zwar vom Hauseigentümer übernommen, jedoch werden diese häufig als Mieterhöhung an die Bewohner weitergegeben. Da beim Altbau hingegen keine Planungs- oder Bauphasen zu berücksichtigen sind, kann der Einzug sofort erfolgen. Viele Mieter schätzen den Wohnkomfort einer gemütlichen Altbauwohnung. Die Zimmer sind groß und geräumig und bieten viel Platz. Eine Raumhöhe von über drei Metern vermittelt ein Gefühl von Freiheit. Altbauten besitzen historischen Charme, den man in einem neu erbauten Haus so nicht findet.
Günstiger wohnen in alten Häusern
Die Mietzins-Regelung beim Altbau schreibt eine Obergrenze pro Quadratmeter vor. Für Menschen, die günstig und in guter Lage wohnen möchten, sind Altbauwohnungen eine perfekte Option. Da ältere Häuser meist in Altstadtnähe liegen, ist der Weg zu Geschäften (Einkaufsmöglichkeiten), öffentlichen Bibliotheken und anderen Einrichtungen, sowie zu Arztpraxen und Handwerkern nicht weit. Die Anbindung an den Nahverkehr ist ein weiteres Kriterium, das bei der Wohnungssuche wichtig ist. Altbauten befinden sich häufiger in zentraler Lage, während Neubauten eher am Stadtrand errichtet werden. Der Weg zur Arbeit sollte möglichst nicht mehr als eine Stunde betragen, damit man die Freizeit genießen kann. Dabei spielt auch die nähere Umgebung eine Rolle. Liegt das Wohndomizil in der Nähe eines Parks oder eines Naherholungsgebiets, kann man nach Feierabend joggen und entspannende Spaziergänge unternehmen. Die Entscheidung zwischen Altbau und Neubau orientiert sich am persönlichen Bedarf. Eine Neubauwohnung ist modern ausgestattet, sodass kaum Instandhaltungsaufwand nötig ist. Dafür wirken neu erbaute Häusersiedlungen wenig individuell, während Altbauten eine behagliche Atmosphäre bieten.
