Salzburg: Auf Salzburgs Bergen herrscht große Lawinengefahr

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Foto: Land Salzburg / Grafik
20 Feb 10:00 2026 von Redaktion Salzburg Print This Article

Appell der Bergrettung: „Auf den Pisten bleiben rettet Leben.“ / Warmfront bringt am Wochenende viel Niederschlag

(LK) In den Hohen Tauern im Pinzgau und Pongau sowie in den Kitzbüheler Alpen im Oberpinzgau herrscht derzeit große Lawinengefahr. Für heute, Donnerstag, wurde die Gefahrenstufe am Nachmittag auf 4 erhöht. Der Bezirksleiter der Bergrettung Pinzgau, Bernd Tritscher, appelliert an die Wintersportler: „Vor allem ab der Waldgrenze herrscht auf steilen Hängen mitunter Lebensgefahr. Wer in den nächsten Tagen auf Touren oder Variantenskifahren verzichtet, handelt sicher grundvernünftig und risikobewusst.“

Am heutigen Nachmittag gilt in puncto Lawinengefahr Gefahrenstufe 4 auf Salzburgs Bergen, vor allem im Pinzgau und in den Hohen Tauern im Pongau oberhalb der Waldgrenze. Probleme bereitet vor allem der Altschnee. Bereits gestern haben Lawinenabgänge zu zahlreichen Einsätzen der Bergrettung geführt. Die Gefahr am Berg wird durch den Wetterumschwung nicht nachlassen. Im Gegenteil - die Schneedecke wird noch instabiler werden.

Tritscher: „Schneeverhältnisse gefährlicher Cocktail.“

Seit mehr als 40 Jahren ist der Bezirksleiter der Bergrettung Pinzgau, Bernd Tritscher, aktives Mitglied der Bergrettung. Der Experte empfiehlt sich in den nächsten Tagen aufgrund der Wetterlage auf gesicherten Pisten aufzuhalten: „Wir haben diesen Winter einen ganz schlechten Aufbau der Altschneedecke. Vor allem über der Waldgrenze und im Waldrandbereich ist die Verbindung von Altschnee, Triebschnee und dem jetzt kommenden Neuschnee in Verbindung mit Wind ein ganz gefährlicher Cocktail. Die Gefahrenstellen können sehr leicht ausgelöst werden und sind auch für erfahrene Tourengeher sehr schwer erkennbar. Das hat man bei den gestrigen Lawinenabgängen wieder gesehen, und daran wird sich in nächster Zeit leider nichts ändern.“

Sicherheit steht an erster Stelle

Vor allem an Variantenfahrer appelliert Bernd Tritscher, auf den gesicherten Pisten zu bleiben und defensiv zu fahren: „Im flachen Gelände bleibt man derzeit aufgrund des schweren Schnees stecken. Umso verlockender ist es, ins steile Gelände auszuweichen. Aber das kann derzeit einfach lebensgefährlich sein, und zusätzlich bringt man auch die Einsatzkräfte der Bergrettung unnötig in Gefahr. Denn die Sicherheit unserer Retterinnen und Retter hat immer höchste Priorität.“

Regen bis auf 1.800 Meter Seehöhe

Claudia Riedl von der Geosphere Austria hat sich das Wetter der kommenden Tage näher angesehen. Eines vorweg: Es wird sehr nass. „Heute bestimmt ein Italientief unser Wetter. In der Nacht zum Freitag und am Freitagvormittag schneit es im ganzen Bundesland, auch in der Stadt Salzburg. Wir erwarten 5 bis 20 Zentimeter Neuschnee, auf den Bergen auch mehr. Am Wochenende dringt eine Warmfront vom Atlantik zu uns, die viel Regen bringt und ab zirka 1.800 Meter starken Schneefall. Durch den Niederschlag haben wir vor allem in tiefen und mittleren Lagen ein Nassschneeproblem. Im hochalpinen Gelände spitzt sich dann die Lawinensituation zu, da der lebhafte bis kräftige Wind zu starken Schnee-verfrachtungen führt. Voraussichtlich am Dienstag oder Mittwoch sollte sich das Wetter wieder beruhigen.“

Lawinenbericht täglich in der Land Salzburg App

Der tägliche Lawinenbericht steht jeden Abend gegen 17 Uhr für den nächsten Tag kostenlos zur Verfügung – in der Land Salzburg App oder auf https://lawine.salzburg.at/. Der Bericht und die regionalen Einschätzungen sind essenziell für jede Tourenplanung.

Lexikon: Lawinenwarnstufen im Überblick

  • 5 „sehr groß“
    • Außerordentliche Lawinensituation. Viele sehr große und extreme spontane Lawinen sind zu erwarten. Diese können Straßen und Siedlungen in Tallagen erreichen. Verhalten: Verzicht auf Schneesport abseits geöffneter Abfahrten und Routen.
  • 4 „groß“
    • Sehr kritische Lawinensituation, rund 10 Prozent aller Todesopfer sind bei dieser Warnstufe zu beklagen. Spontane, oft auch sehr große Lawinen wahrscheinlich. An vielen Steilhängen können Lawinen leicht ausgelöst werden. Fernauslösungen sind typisch. Wummgeräusche und Risse sind häufig. Verhalten: Auf mäßig steiles Gelände beschränken. Unerfahrene bleiben auf den geöffneten Abfahrten und Routen!
  • 3 „erheblich“
    • Kritische Lawinensituation, rund 50 Prozent aller Todesopfer sind bei dieser Warnstufe zu beklagen. Wummgeräusche und Risse sind typisch. Lawinen können vor allem an Steilhängen der im Lawinenbericht angegebenen Expositionen und Höhenlagen leicht ausgelöst werden. Spontane Lawinen und Fernauslösungen sind möglich. Für Wintersportler heikle Situation! Verhalten: Optimale Routenwahl und Anwendung von risikomindernden Maßnahmen. Sehr steile Hänge der im Lawinenbericht angegebenen Expositionen und Höhenlagen meiden. Unerfahrene bleiben besser auf den geöffneten Abfahrten und Routen.
  • 2 „mäßig“
    • Mehrheitlich günstige Lawinensituation, dennoch sind rund 30 Prozent aller Todesopfer bei dieser Warnstufe zu beklagen. Alarmzeichen können vereinzelt auftreten. Lawinen können vor allem an sehr steilen Hängen der im Lawinenbericht angegebenen Expositionen und Höhenlagen ausgelöst werden. Größere spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. Verhalten: Vorsichtige Routenwahl, vor allem an Hängen der im Lawinenbericht angegebenen Expositionen und Höhenlagen. Sehr steile Hänge einzeln befahren.
  • 1 „gering“
    • Allgemein günstige Lawinensituation, dennoch rund 5 Prozent der Todesopfer bei dieser Warnstufe zu beklagen. Lawinen können nur vereinzelt, vor allem an extrem steilen Hängen ausgelöst werden. Verhalten: Extrem steile Hänge einzeln befahren und Absturzgefahr beachten.

Quelle: Land Salzburg



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