Bienen- und Wespenjahr 2026

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Wespe
Foto: gamagapix/pixabay.com
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Honigbiene
Foto: AlexandraRooss, AdobeStock (KI-generiert)
01 Jul 18:06 2026 von OTS Print This Article

Gute Bedingungen für Insekten, besondere Vorsicht für Allergiker

Sommer und Sonne bringen Lebensfreude – aber auch Insekten sind aktiv. Experten sprechen von einem guten Bienenjahr und erwarten zudem einen starken Wespen-Sommer, vorausgesetzt die nächsten Wochen bleiben warm und trocken. Für Allergiker bedeutet das besondere Vorsicht: Schon ein Stich kann schwere, mitunter lebensbedrohliche Reaktionen auslösen. So gefährlich eine Insektengiftallergie ist, so gut ist sie durch eine Allergie-Immuntherapie behandelbar. Notfall-Adrenalin ist das wichtigste Notfallmedikament, das in der warmen Jahreszeit stets mitgeführt werden sollte.

Für Honigbienen begann das Jahr vielversprechend. Die Winterverluste lagen unter dem langjährigen Durchschnitt, zudem sorgte eine besonders üppige Pflanzenblüte für ein reichhaltiges Nahrungsangebot. „Der klimawandelbedingt häufigere warme Frühling erlaubt es überwinternden Königinnen, früher mit Nestbau und Eiablage zu beginnen, was im Spätsommer zu einer überdurchschnittlichen Volkstärke führt“, sagt Dr. Gernot Kunz vom Institut für Biologie an der Karl-Franzens-Universität Graz. Allerdings führte der trockene Frühling dazu, dass Sommerpflanzen weniger Nektar produzieren und Blühphasen verkürzt sind. Aktuelle Forschung zeigt, dass nicht allein hohe Temperaturen, sondern vor allem die Kombination aus Hitze und Trockenheit die Nahrungsgrundlage von Honigbienen beeinträchtigt.1

Wespen profitieren von warmen und trockenen Bedingungen. Ob sich daraus heuer tatsächlich ein ausgeprägtes „Wespenjahr“ entwickelt, hängt wesentlich vom weiteren Wetterverlauf ab. „Wird es warm und eher trocken, kann genug Nahrung für die Aufzucht der Larven in das Nest eingetragen werden, wodurch sich die Wespenvölker sehr gut entwickeln können. Ein kühler oder verregneter Sommer hingegen würde viele junge Nester schwächen oder sogar zugrunde gehen lassen“, so Kunz. „Ob es ein gutes oder schlechtes Wespenjahr wird, ist oft subjektiv und hängt davon ab, ob mehrere oder besonders individuenreiche Nester in der Umgebung sind.“

Allergiker aufgepasst

Für mehr als 300.000 Österreicherinnen und Österreicher ist der Sommer eine Zeit erhöhter Vorsicht.2 Sie sind allergisch gegen Bienen- oder Wespengift. Bereits ein Stich kann zum Verhängnis werden. „Wird ein normal empfindlicher Mensch von einer Biene oder Wespe gestochen, bildet sich durch die Wirkung des Giftes rund um die Stichstelle eine gerötete Schwellung, die mehr oder weniger stark schmerzt oder juckt. Das ist unangenehm, aber eine normale Reaktion auf die toxischen Bestandteile des Giftes. Die Schwellung klingt normalerweise innerhalb von 24 Stunden wieder ab“, informiert Assoz.-Prof. Dr. Gunter Sturm, Leiter des Allergieambulatoriums Reumannplatz in Wien und der Forschungsgruppe Klinische Allergologie an der Univ.-Hautklinik Graz. „Gefährlich wird es, wenn die allergische Reaktion den ganzen Körper erfasst und es zusätzlich zu Schwellungen im Gesicht oder Hals, Atemnot, Schwindel, Herzrasen oder Kreislaufproblemen kommt.“ Im schlimmsten Fall kann diese Situation lebensbedrohlich sein.

Da der Verlauf einer Stichreaktion nicht vorhersehbar ist, ist konsequente Vorsorge entscheidend. „Ein allergischer Schock verläuft meistens umso schwerer, je schneller die Symptome nach einem Stich auftreten. Daher ist es wesentlich, bereits erste Warnsignale ernst zu nehmen und immer geeignete Notfallmedikamente bei sich zu tragen – insbesondere ein Adrenalin für den Notfall, das im Ernstfall den Kreislauf stabilisieren kann“, rät der Allergologe eindringlich.

Allergen-spezifische Immuntherapie schützt sicher und langfristig

Die einzige Behandlungsmethode, die direkt an der Ursache der Allergie ansetzt, ist die allergen-spezifische Immuntherapie (AIT). Dabei wird das Immunsystem schrittweise an das jeweilige Instektengift gewöhnt, wodurch ein zuverlässiger Schutz vor schweren allergischen Reaktionen aufgebaut wird. Die Wirksamkeit ist beeindruckend: Bei Bienengiftallergie beträgt die Erfolgsrate über 85 Prozent, bei einer Wespengiftallergie liegt sie gar bei rund 95 Prozent. „Keine andere medizinische Therapie erzielt eine vergleichbar hohe Wirksamkeit“, betont Sturm.

Trotz dieser ausgezeichneten Erfolgsaussichten ist die Versorgungssituation unzureichend. Nur etwa einer von fünf Insektengift-Allergikern erhält eine Allergen-Immuntherapie.3 Sturm: „Damit verzichten viele Betroffene auf eine Behandlung, die das Risiko schwerer allergischer Reaktionen erheblich reduzieren und langfristig Sicherheit schaffen kann.“

Bei dieser Therapie wird der Allergie-Auslöser über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren regelmäßig in den Oberarm injiziert. Die Aufdosierungsphase dauert üblicherweise mehrere Wochen und ist mit Arztbesuchen verbunden. Mithilfe beschleunigter Verfahren, sogenannte Rush oder Ultra-Rush Protokolle, kann diese Phase jedoch auf wenige Tage verkürzt und der sichere Schutz schneller erreicht werden.4 Allerdings ist dafür ein Krankenhausaufenthalt notwendig. Neben der medizinischen Sicherheit bringt die Therapie auch eine deutlich verbesserte Lebensqualität, denn die Angst vor einem Stich ist groß und im Alltag allgegenwärtig.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt die Behandlung ausdrücklich. Die Kosten werden von der Krankenkasse zur Gänze übernommen und die Therapie ist auch für Kinder ab fünf Jahren zugelassen.


Interessante Fakten über Wespen:

  • Die „lästigen“ Arten sind die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe („Gemein“ im Sinne von häufig). Beide gehören zur Familie der Faltenwespen, weil sie ihre Flügel in Ruhe der Länge nach falten, wie auch die größte heimische Art, die Hornisse.
  • Die restlichen, fast 60 heimischen Faltenwespen sind, selbst bei Störung, nicht oder nur wenig aggressiv.
  • Generell gilt, je größer das Volk, desto aggressiver die Art. Die meisten heimischen Faltenwespen bauen nur sehr kleine Nester und sind daher völlig ungefährlich, auch wenn sie grundsätzlich mit einem Giftstachel ausgestattet sind.
  • Wenn die Königin der Deutschen oder Gemeinen Wespe sich im Frühjahr entscheidet, im Boden zu nisten, dann werden sie im Volksmund als „Erdwespe“ bezeichnet. Man kommt dann unbeabsichtigt näher an das Nest heran und wird bei Störung eher von den Tieren angegriffen. Grundsätzlich stechen diese nur, wenn sie sich bedroht fühlen.

Quelle: Dr. Gernot Kunz vom Institut für Biologie an der Karl-Franzens-Universität Graz


Linktipp: https://at.klarify.me/pages/insektengiftallergie (inkl. Expertensuche)


ALK – Allergy solutions for life

Seit über 100 Jahren steht ALK für klinisch geprüfte, hochwertige Allergenpräparate – zur Diagnostik und zur langfristigen Linderung allergischer Beschwerden. Unsere Produkte kommen als sublinguale Tabletten, Tropfen oder in Form der subkutanen Allergen-Immuntherapie zum Einsatz. Darüber hinaus bieten wir auch Präparate zur Notfallbehandlung von Anaphylaxie und leisten so einen wichtigen Beitrag zur schnellen Hilfe im Ernstfall. Mittlerweile vertrauen weltweit über 3,1 Millionen Menschen auf unsere Produkte. Wir werden auch weiterhin intensiv in die Forschung und Entwicklung von Therapien zur Bekämpfung von Allergien investieren. Mehr auf www.alk.net/at.


1 K?dzior et al. Sci Total Environ. 2025 Nov 15:1004,180761.

2 Bokanovic D et al. Allergy 2011; 66: 1395-6.

3 Przybilla B, Kapp A. Hautarzt 2014; 65: 768-69.

4 Brehler R et al. J Allergy Clin Immunol. 2000;105(6 Pt 1):1231-1235.

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Quelle: OTS



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