Österreich: Branche setzt auf gemeinsame Herkunftsstandards für Gastronomie und Großküchen

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Branche setzt auf gemeinsame Herkunftsstandards für Gastronomie und Großküchen
Foto: Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik
29 Mai 19:00 2026 von OTS Print This Article

Stakeholder-Forum in Linz stärkt den Dialog für mehr Transparenz entlang der Lebensmittelkette

Fehlende Standards bei Herkunfts- und Verarbeitungsdaten erschweren derzeit eine nachvollziehbare Lebensmittelkennzeichnung in Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung. Beim 2. Stakeholder-Forum „Diversifizierung in der Landwirtschaft“ am 28. Mai in der Landwirtschaftskammer Oberösterreich in Linz tauschten sich Vertreter:innen aus Landwirtschaft, Verarbeitung, Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung, öffentlicher Beschaffung und weiteren Fachbereichen über gemeinsame Ansätze für eine einheitliche, praxistaugliche und nachvollziehbare Herkunftskennzeichnung entlang der Lebensmittelkette aus.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der gemeinsame Dialog darüber, wie Herkunft künftig durchgängig, digital unterstützt und für Konsument:innen verständlich abgebildet werden kann – vom landwirtschaftlichen Betrieb bis zum Teller.

Die Herkunftskennzeichnung ist ein wesentliches Instrument für mehr Transparenz entlang der Lebensmittelwertschöpfungskette. Sie schafft nachvollziehbare Informationen für Konsument:innen und stärkt gleichzeitig die Sichtbarkeit der heimischen Qualitätsproduktion. „Dafür braucht es Lösungen, die rechtlich abgesichert sind und gleichzeitig im Alltag der Betriebe funktionieren“, betonte Kerstin Thür , die stellvertretende Leiterin der Abteilung Lebensmittel- und Ernährungssysteme im BMLUK.

Einheitliche Daten als Grundlage für Transparenz
In den Fachimpulsen wurde deutlich, dass nachvollziehbare Herkunftskennzeichnung nur auf Basis gemeinsamer Datenstandards möglich ist. Michael Haas, Geschäftsführer der necta Österreich GmbH, stellte mit „NATIV-1“ einen offenen EDV-Standard vor, der Herkunfts- und Verarbeitungsdaten entlang der Lieferkette einheitlich erfassbar machen soll.

Wie diese Informationen zwischen Produzenten, Verarbeitung und Abnehmern weitergeführt werden können, zeigte Christian Nezmah, Geschäftsführer des Bäuerlichen Versorgungsnetzwerks Steiermark. Waldemar Pöchhacker, Geschäftsführer der ja zu nah GmbH, erläuterte anhand des Konzepts „Fairdy“, wie Herkunftsinformationen für Gäste und Konsument:innen verständlich und sichtbar gemacht werden können und vor allem, was die Betriebe davon haben.

Katharina Tidl, Leitung „GUT ZU WISSEN“ unterstrich die Bedeutung klarer und vergleichbarer Kennzeichnungssysteme: „Transparenz entsteht nur dann, wenn Herkunftsinformationen nachvollziehbar, einheitlich und überprüfbar dargestellt werden.“

Breiter Konsens über zentrale Herausforderungen
Die Teilnehmer:innen des 2. Stakeholder-Forums ‚Diversifizierung in der Landwirtschaft‘ sind sich einig: Transparente und nachvollziehbare Herkunftsinformationen entlang der gesamten Lebensmittelkette sind eine zentrale Voraussetzung für Vertrauen, regionale Wertschöpfung und bewusste Konsumentscheidungen. Dafür braucht es gemeinsame, praxistaugliche und digital unterstützte Standards, die von Landwirtschaft, Verarbeitung, Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung und öffentlicher Beschaffung gemeinsam getragen werden. Einheitliche Datenstrukturen und verständliche Kennzeichnungssysteme sollen künftig dazu beitragen, Herkunft für Betriebe ebenso wie für Konsument:innen transparent und überprüfbar sichtbar zu machen.

„Regionalität braucht nachvollziehbare Herkunft. Transparenz kann nur funktionieren, wenn alle Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette mit gemeinsamen Standards arbeiten“, sagte Markus Hillebrand, Obmann des Netzwerks Kulinarik, in seinen abschließenden Worten.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Daniela Morgenbesser, Leiterin der Agrarkommunikation in der Landwirtschaftskammer Niederösterreich sowie Obfrau von Fem Agrar Austria.

Zu „Bildungsinitiative Diversifizierung“

An der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik wird in Zusammenarbeit mit verschiedenen inner- und außeragrarischen Partnerinnen und Partnern eine Bildungsinitiative zur Diversifizierung in der österreichischen Landwirtschaft entwickelt und umgesetzt. Im Zentrum stehen Innovation und Unternehmertum entlang der Wertschöpfungskette auf multifunktionalen landwirtschaftlichen Betrieben. Ziel ist es, die kleinstrukturierte österreichische Landwirtschaft zu stärken, indem neue wirtschaftliche Perspektiven aufgezeigt und die unternehmerischen Kompetenzen der Betriebe weiterentwickelt werden. Die Initiative leistet damit einen Beitrag zur nachhaltigen Sicherung und Weiterentwicklung von Familienbetrieben in Österreich.

Projektpartner

Die Landwirtschaftskammern, die Arbeitsgemeinschaft Österreichische Bäuerinnen und die Ländliche Fortbildungsinstitute unterstützen die Bildungsinitiative mit ihrer Expertise, ihren Netzwerken und tragen aktiv dazu bei, neue Wege in der Diversifizierung aufzuzeigen. Zudem unterstützen zahlreiche landwirtschaftsnahe Organisationen und Projekte die Initiative und werden Teil des zukünftigen Stakeholder-Forums-Diversifizierung sein.


Quelle: OTS



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