Wien: Das 17. Popfest Wien präsentiert sein Programm

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Wien

27 Jun 09:00 2026 von Redaktion Salzburg Print This Article

23. bis 26. Juli: Das diesjährige Popfest feiert die Anfänge – den historischen Beginn des heimischen Pop mit Marianne Mendt und zugleich die vielen neuen Anfänge junger heimischer Künstler:innen hier und jetzt, in ihrer ganzen stilistischen Vielfalt und Selbstbestimmtheit. Zur Seebühneneröffnung steigt ein hochkarätiges Fest der Generationen und Kulturen mit Marianne Mendt, Anna Buchegger, Lusterboden & Tamara Flores.

„Das Popfest ist mehr als nur ein weiteres Musikfestival im Bereich des Pop: Es steht für musikalische Entdeckungen, für neue Rhythmen und Klänge sowie für Vielfalt. Auch in diesem Jahr wird am Karlsplatz sichtbar, wie die Stadt Wien Kunst und Kultur fördert und gleichzeitig Räume öffnet, in denen musikbegeisterte Menschen friedlich zusammenfinden. Mit dem Popfest sendet die Stadt Wien wieder eine klare Botschaft: für leistbaren Zugang zu einer Kunst- und Kulturlandschaft auf höchstem Niveau.“ (Veronica Kaup-Hasler, Stadträtin für Kultur und Wissenschaft)

Die diesjährigen Programmmacher:innen, die Pop-Künstlerin Sofie Royer und der Musiker und Produzent Wolfgang Lehmann präsentieren ein Popfest-Programm, das es so bisher noch nicht gab. Sie haben sich die ambitionierte Vorgabe gestellt, Wiederholungen aus den Line-Ups der letzten 16 Jahre zu meiden: “Es wäre ein Leichtes gewesen, das Line-up vorzugsweise mit Musik aus Popfest-erprobten Acts zu besetzen und dabei Bewährtes zu wiederholen. Aber wir hatten wohl am selben Tag dieselbe Idee, genau dies nicht zu tun. Das sollte neu sein: Keines der heuer präsentierten Musikprojekte war in dieser Form bisher schon einmal am Popfest.” Wie souverän ihnen das gelungen ist, belegt die enorm hohe Qualitätsdichte der zeitgenössischen österreichischen Pop-Szene.

Popfest Line-Up 2026: 50 Acts an vier Tagen und Nächten am ganzen Karlsplatz - im Zentrum die Seebühne

Schon der Eröffnungsabend spannt einen für dieses Festival typisch gewagten Bogen von der Zeit der „Dialektwelle“ noch vor Erfindung des Wortes „Austropop“ (Marianne Mendt) bis zum austromexikanisch polyglotten, brandaktuellen Popbegriff einer Tamara Flores. Dazwischen glänzt die alternativ-alpenländische Ästhetik der kraftvollen Anna Buchegger, gefolgt vom Wienerlied beseelten Gitarrenpop der Band Lusterboden. Tags darauf findet der Freitagabend einen Weg von klassischem Soul (Sladek) über avancierten Indie (Purple, Rahel) hin zu zwei angesagten jungen Rappern: der stylish-hochbegabte Joshua Pepe trifft auf den schieren Meme-Wahnsinn von EN60. Nicht weniger bunt der Samstag mit seinen Stilsprüngen zwischen dem exzentrischen Alpha Romeo, der Afropop-Queen Rose May Alaba, den verschiedenen alt-Rock-Begriffen von Gardens und Cordoba78 sowie der virtuosen Wucht der international erfolgreichen Jazz-Stars Shake Stew. Das diesjährige Popfest bringt spannend programmierte musikalische Kontraste, die man anderswo so nicht erleben würde.

Wien Museum

Im dritten Stock des Wien Museums mit seinen prächtigen Terrassen über dem Karlsplatz hat sich mittlerweile die Club-Bühne des Popfests etabliert. Hier spielen am Donnerstag mit der erst 17-jährigen Luisa Schweig und Sanna Frankie zwei der aufregendsten jungen Songwriterinnen des Landes. Freitag wähnt man sich im Camden Town der 90er mit den Bands Ischia und Nok Nok und Samstag vielleicht im Berlin der Nullerjahre mit Kid on Air und Julia Effekt. Im Foyer des Wien Museums wiederum ereignen sich an drei aufeinanderfolgenden Abenden so unterschiedliche Erlebniswelten wie die queere Song-Poesie von Dexpleen, die Sound-Experimente des Duos drank und die Kurt-Tucholsky-Neuvertonungen von Robert Stadlober.

Technische Universität

Der Prechtlsaal der TU Wien wird auch heuer wieder die gefühlt heftigste Location des Festivals sein: Beginnend mit der gesellschaftskritischen Tiroler Rapperin Spilif samt dynamischer Live-Band, dem Allstar-Projekt Bon Jour und der elektronischen Exzentrik von Gunship Collider, folgen am Freitag die Shoegaze-Intensität von Alles Exhausted, die gepflegte Versponnenheit von Pyrite, die anderen Wiener:innenlieder von Vereter sowie der Szeneheld der prekären Bohéme Gran Bankrott. Samstag werden die Dinge nach der expressiven Show von Cave Club und einer raren Aufführung der neuen Rockoper von Anna Grob mit Plow und vor allem Bull Nakano noch einmal richtiggehend brachial.

Club U und PingPong Floor im Resselpark

Der Club U im Otto Wagner Pavillon mutiert von Donnerstag bis Samstag wieder zur nächtlichen Popfest-Club-Location, gehostet von unterschiedlichen DJ-Kollektiven inklusive Live-Acts, von Edition Hawara, Wiener Planquadrat bis hin zum Harakiri-Hedonisten Kevin und einem ganzen Haufen seiner Freunde.

Im Resselpark beim Resseldenkmal vor der TU wird täglich der im Vorjahr etablierte, beliebte Community Space aufgezogen: Am Ping-Pong-Floor von Umdi gibt es Parktischtennis inklusive Soundprogramm und Konzerte (u.a. Mme Psychosis, House of Skin).

Karlskirche

Seinen feierlichen Abschluss findet das Popfest 26 traditionsgemäß im barocken Überschwang der Karlskirche, mit einer Art Klangkunstfestival im Popfestival: von Teresa Rotschopfs Tropfsteinhöhlenliedern über Martin Kleins neuerdings entfesseltem Mut zur soundtüftlerischen Eigenbrötelei bis zur abschließenden und äußerst prominent besetzten Sound-Assemblage von Exit Void.

Rahmenprogramme - Talks, Tours, cineastisches Popfest Warm-Up und ein neues Podcast-Format

Wie jedes Jahr wird am Popfest nicht nur Musik gespielt, sondern auch der Diskurs darüber gepflegt. Zwei prominent besetzte Talks finden, gehostet von mica-Music Austria, im Wien Museum statt. Am Freitag erfährt man einiges „Von der Glock’n bis zum Hofa“ – im Gespräch über die Ursprungszeit des österreichischen Pop mit zweien, die selbst daran maßgeblich beteiligt waren (Marianne Mendt, Joesi Prokopetz). Am Samstag startet eine aktuelle Diskussion zur heimischen Musik mit dem Titel „Austrian Dream on Air & on Stream“. Kommt die Streaming-Abgabe, und wem kommt sie zugute? Was wurde eigentlich aus der seit Ewigkeiten geforderten Ö-Quote im Radio?

Das Popfest bringt heuer auch gleich drei Tour-Formate (mit Anmeldung):

Music Nerd Geri Hollerer beginnt seine „Popkultour“ auf dem Stephansplatz und zieht bis zur Staatsoper („Wiener Popkultour von 1945 bis heute“). Die zweite Tour führt Medienkünstler Oliver Hangl Samstag um Mitternacht mit der Alternative-Rock-Legende Oliver Welter (Naked Lunch) als Walking Concert mit Funkkopfhörern durch das nächtliche Popfest-Gelände. Eine dritte Insider-Tour gibt es schließlich am Sonntag durch die 50 Jahre Arena-Ausstellung im Wien Museum, in Kooperation mit der Arena Wien.

Das cineastische Popfest-Warm Up wird es nach den Vorjahreserfolgen im Stadtkino und beim Volxkino auch heuer wieder geben, erstmals gleich an beiden Orten: Am Wochenende vor dem Popfest zeigt das Karlskino Open Air an zwei Abenden von den Kurator:innen ausgewählte Filme in Anwesenheit der Filmemacher und feiert u.a. ein 30 Jahre Get-Together zum heimischen Kultfilm Tempo in Anwesenheit von Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky u.v.a.m.

Montag und Dienstag, zu Beginn der Popfest-Woche, gibt es dann im Stadtkino noch zwei besonders rare Filmdokus zu sehen (Downtown ’81, Gimme Danger).

Ein ganz neues Format darf beim diesjährigen, geschichtsbewussten Popfest natürlich auch nicht fehlen: Erstmals wird kurz vor dem Grande Finale in der Karlskirche am Orgelbalkon Rückschau gehalten – die Kurator:innen Sofie Royer und Wolfgang Lehmann sprechen und diskutieren mit Philip Dulle in seinem Podcast „Was soll das alles?“ live vor Publikum über das gerade erlebte Popfest 2026 (mit Anmeldung).

Programmüberblick

Konzerte

Donnerstag, 23. Juli

18.30–23.00 Seebühne: Marianne Mendt – Anna Buchegger – Lusterboden - Tamara Flores
20.00–23.30 Wien Museum Oben: Luisa Schweig – Sanna Frankie
21.00–22.00 Wien Museum Foyer: Dexpleen
23.00–02.30 TU Prechtlsaal: Spilif – Bon Jour – Gunship Collider
ab 22.00 Club U: Edition Hawara

Freitag, 24. Juli

15.00–23.00 Ping Pong Floor (Parktischtennis mit Umdi), 18.00 Mme Psychosis
17.00–23.00 Seebühne: Sladek – Purple – Rahel – Joshua Pepe – EN6O
20.00–23.30 Wien Museum Oben: Ischia – Nok Nok
21.00–22.00 Wien Museum Foyer: Drank
23.00–03.30 TU Prechtlsaal: Alles Exhausted – Pyrite – Vereter – Gran Bankrott
ab 22 Uhr Club U: Wiener Planquadrat x Friends

Samstag, 25. Juli

15.00–23.00 Ping Pong Floor (Parktischtennis mit Umdi), 18.00 House of Skin
17.00–23.00 Seebühne: Alpha Romeo & die Sommerreifen, Rose May Alaba, Gardens, Cordoba78, Shake Stew
20.00–23.30 Wien Museum Oben: Kid on Air – Julia Effekt
21.00–22.00 Wien Museum Foyer: Robert Stadlober
23.00–03.30 TU Prechtlsaal: Cave Club – Anna Grob – Plow – Bull Nakano
ab 22 Uhr Cub U: kevin x Friends

Sonntag, 26. Juli

15.00–20.00 Ping Pong Floor (Parktischtennis mit Umdi)
21.00–24.00 Karlskirche: Teresa Rotschopf – Martin Klein – Exit Void

Rahmenprogramme in Kooperation mit mica – Music Austria, presented by Wirtschaftsagentur Wien

Talks und Tour im Wien Museum

Fr 24. 7. 16.00 Talk: „Von der Glock’n zum Hofa“ (Marianne Mendt & Joesi Prokopetz im Gespräch mit Robert Rotifer)
Sa 25.7. 16.00 Talk: “Austrian Dream on Air and on Stream” (mit Dodo Roscic, Eva Dinnewitzer, Hannes Tschürtz, Sofie Fatouretchi, Mod.: Kristin Gruber)
So 26.7. 17.00 Tour: 50 Jahre Arena, Insider-Tour mit Laurenz Platzer

Popkultour mit Tourguide Geri Hollerer

Fr 24. 7. 13.00 & Sa 25.7. 14.00: Wien 1945 – Heute (Treffpunkt Stephansplatz)

Walking Concert mit Oliver Welter, Seebühne

Sa 25.7. 24.00, Kopfhörerausgabe 23.30

Live Podcast, Orgelbalkon Karlskirche

So 26.7. 19.00 Popfest26 Recap mit Philip Dulle, Sofie Royer & Wolfgang Lehmann

Popfest Warm Up @ Karlskino Open Air

Sa 18.7. 21.00 „Gran Bankrott – Die Telenovela“ (Visnjic & Gran), „The Life of Sean Delear“ (Markus Zizenbacher)
So 19.7. 21.00 „Tempo“ 30 Jahre-Get Together mit Stefan Ruzowitzky, Xaver Hutter, Doris Schretzmayer, Patrick Pulsinger; Mod.: Petra Erdmann

Popfest Warm Up @ Stadtkino

Mo 20.7. 20.30 „Downtown ‘81“ (Edo Bertoglio, mit Jean-Michel Basquiat u.a.)
Di 21.7. 20.30 „Gimme Danger“ (Jim Jarmusch, mit Iggy Pop u.a.)

Ausführliche Programmtexte und Fotos auf www.popfest.at

Popfest Sponsoren AK Wien, Wiener Städtische Versicherung

„Pop für alle, neu, bunt und cool. Das ist das Popfest Wien“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl. Auch deshalb gehört die Arbeiterkammer Wien 2026 wieder gerne zu den Hauptsponsoren des Popfestes. Die AK unterstützt heuer Live-Auftritte im Wien Museum sowie das Open Air Kino-Warmup am Karlsplatz. Mit den Gratis-Konzerten und dem Open Air Kino-Warmup am Karlsplatz können alle in Wien Pop in seiner ganzen Vielfalt genießen. Anderl: „Das ist in diesen schwierigen Zeiten für ganz viele nicht selbstverständlich. Beim Popfest kommen die Menschen zusammen: Bei guter Musik, gemeinsam den Sommer in Wien feiern – auch so entsteht Zusammenhalt. “Der AK ist es wichtig, Kultur zu fördern und ihren Mitgliedern einen leichten Zugang zu Kulturerlebnissen zu ermöglichen. Damit kommt die Arbeiterkammer auch ihrem gesetzlichen Auftrag nach.

„Das Popfest ist ein unverzichtbarer Fixpunkt im Wiener Kultursommer. Es bietet heimischen Musikerinnen und Musikern eine Bühne und macht kulturelle Vielfalt für ein breites Publikum erlebbar. Besonders wichtig ist uns, dass dieses Festival allen Menschen offensteht und damit kulturelle Teilhabe ermöglicht. Deshalb ist die Wiener Städtische auch 2026 stolze Partnerin des Popfests.“ (Susanne Valoch, Leitung Sponsoring, Wiener Städtische Versicherung)

Das Popfest bedankt sich bei seinen Fördergeber:innen und Partner:innen:
Stadt Wien Kultur, BMWKMS, AK Wien, Wiener Städtische, Radio FM4, Falter, Wien Museum, Technische Universität Wien, Karlskirche, Club U, Stadtkino Wien, Volxkino, mica – Music Austria, Wirtschaftsagentur Wien, Tieb, The Gap, Augustin, Office Ukraine, der MA48 und den Wiener Stadtgärten.


Quelle: Stadt Wien



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