Tirol: Energieunabhängigkeit bleibt zentrales Ziel

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Tirol

28 Mär 10:00 2026 von Redaktion Salzburg Print This Article

Tirol setzt auf Ausbau erneuerbarer Energie und mehr Resilienz

  • 60,4 Prozent erneuerbare Energie: Tirol deutlich weniger abhängig als vor 20 Jahren
  • Geopolitische Lage bleibt Unsicherheitsfaktor
  • Fossile Energieträger rückläufig: Öl, Gas und Kohle seit 2005 deutlich reduziert
  • Tirol 2050 energieautonom: Ausbau erneuerbarer Energie und Effizienzsteigerung für mehr Unabhängigkeit und regionale Wertschöpfung

Tirol hat die Notwendigkeit und die Chancen der Energieautonomie früh erkannt. Bereits im Jahr 2014 – noch vor internationalen Entwicklungen wie der Klimakonferenz in Paris oder aktuellen geopolitischen Konflikten – wurde mit „TIROL 2050 energieautonom“ die strategische Ausrichtung auf Energieunabhängigkeit beschlossen. Die aktuellsten Zahlen der Statistik Austria (nach EU-Systematik) bestätigen den eingeschlagenen Weg: Erstmals werden in Tirol mehr als 60 Prozent des Endenergiebedarfs aus erneuerbaren Quellen gedeckt. Im Vergleich dazu lag der Anteil im Jahr 2005 noch bei 37 Prozent. „Wir sind heute deutlich besser aufgestellt als noch vor 20 Jahren. Aber das reicht noch nicht. Wir müssen raus aus der Abhängigkeit von Öl und Gas und die Wertschöpfung im Land behalten“, so Energiereferent LHStv Josef Geisler.

Parallel dazu ist der Einsatz fossiler Energieträger deutlich gesunken. Der Ölverbrauch wurde seit 2005 um rund ein Drittel reduziert, der Einsatz von Kohle ging zurück und auch beim Erdgas zeigt sich seit 2021 eine rückläufige Entwicklung. Insgesamt liegt der Verbrauch von Öl, Gas und Kohle heute um knapp 20 Prozent unter dem Niveau von 2005.

Wie sich die Situation auf den internationalen Energiemärkten entwickelt, hängt maßgeblich von geopolitischen Entwicklungen – insbesondere im Nahen Osten – ab. Energiereferent LHStv Josef Geisler betont: „Auf der Bühne der Weltpolitik spielen wir nur sehr begrenzt mit. Aber bei Thema Energieunabhängigkeit hier bei uns in Tirol sehr wohl. Die aktuelle Situation führt uns einmal mehr vor Augen, wie verletzlich wir sind und wie wichtig es ist, unsere Energieversorgung selbst in die Hand zu nehmen.“

Erneuerbare stärken Versorgungssicherheit und Wertschöpfung

Energie aus Wasserkraft, Sonne und Wind reduziert die Abhängigkeit von Importen und stärkt gleichzeitig die regionale Wertschöpfung sowie die Krisenfestigkeit des Landes. „Der Ausbau erneuerbarer Energien ist zentral für eine sichere und leistbare Energiezukunft. Das Rezept ist klar: Erneuerbare ausbauen und gleichzeitig Energie sparen“, erklärt LHStv Geisler.

Die Wasserkraft bildet dabei seit jeher das Rückgrat der Tiroler Energieversorgung und war bereits vor rund 100 Jahren Grundlage für wirtschaftliche Entwicklung und Wohlstand. Ergänzend gewinnen Photovoltaik und zu einem gewissen Teil auch Windkraft zunehmend an Bedeutung im Energiesystem. „Fest steht: Strom entsteht nicht in der Steckdose, sondern durch gezielten Ausbau der heimischen Energiequellen. Wer ‘Ja‘ zur Energieunabhängigkeit sagt, muss auch ‚Ja‘ zum Ausbau der erneuerbaren Energie sagen. Dafür werden wir auch Kompromisse eingehen und gemeinsam an einem Strang ziehen müssen“, so LHStv Geisler weiter. Noch im Frühjahr sind weitere Maßnahmen geplant, darunter eine Verordnung für Beschleunigungsgebiete im Bereich Photovoltaik.

Neben dem Ausbau erneuerbarer Energie bleibt auch der sparsame und effiziente Einsatz von Energie ein zentraler Baustein. Viel Potenzial liegt hier vor allem auch im Gebäudebereich und in der Mobilität. Der Anteil von Hybrid- und vollelektrischen Fahrzeugen steigt kontinuierlich – bereits jedes fünfte neu zugelassene Auto in Tirol ist ein E-Fahrzeug, in Innsbruck sogar jedes vierte.

„Tirol ist auf dem richtigen Weg, aber noch nicht am Ziel. Tirol hat die Kraft, diesen Weg erfolgreich zu gehen. Aber es braucht das gemeinsame Engagement von Politik, Wirtschaft und Bevölkerung. Nur so können wir unabhängiger werden und gleichzeitig unsere regionale Wertschöpfung stärken“, betont LHStv Geisler abschließend.


Quelle: Land Tirol



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