Salzburg: Gehalt statt Taschengeld für Menschen mit Behinderungen
Foto: Land Salzburg/Büro Fürweger
Forderung nach eigener Sozialversicherung / Museum der Moderne mit gelebtem Beispiel für Inklusion
(HP) Derzeit erhalten viele Menschen mit intellektuellen Behinderungen für ihre Arbeit lediglich ein Taschengeld – ohne volle sozialversicherungsrechtliche Absicherung. Im Vorfeld des Tages der Inklusion am 5. Mai wurde heute bei einem Pressegespräch der Lebenshilfe Salzburg die Forderung nach einer eigenen Sozialversicherung unterstrichen.
Für Soziallandesrat Wolfgang Fürweger steht fest: „Es kann nicht sein, dass Menschen, die tagtäglich ihren Beitrag leisten, mit einem Taschengeld abgespeist werden. Arbeit muss sich lohnen – auch für Menschen mit Behinderungen. Unser klarer Anspruch ist es, hier Schritt für Schritt zu fairen und tragfähigen Lösungen zu kommen, die echte Teilhabe ermöglichen.“
Sozialversicherung für selbstbestimmtes Leben
Der Geschäftsführer der Lebenshilfe Salzburg, Guido Güntert, betont: „Menschen mit Behinderungen sind Bürgerinnen und Bürger mit gleichen Rechten wie alle anderen. Eine eigene Sozialversicherung ist ein zentraler Baustein in unserer Gesellschaft als Bürgerin oder Bürger ernst genommen zu werden und ist gleichzeitig eine Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben.“
Museum der Moderne: gelungenes Beispiel für Inklusion
Schauplatz des Pressegesprächs war das Museum der Moderne Salzburg, das von einem gelungenen Beispiel von Inklusion berichten kann: Vor mehr als 8 Jahren wurde Halid Memic, ein damaliger Klient der Lebenshilfe Salzburg, nach einem Langzeitpraktikum eingestellt. Inzwischen arbeitet Herr Memic Vollzeit im Museum: „Ich bin sehr glücklich, dass ich hier einen festen Lohn anstatt eines Taschengeldes bekomme. So bin ich nicht mehr vom Staat abhängig und kann mir meine Wohnung selbst finanzieren. Von meinem Lohn konnte ich mir auch ein neues Handy kaufen“, beschreibt Herr Memic.
Rückkehrrecht in die Teilhabe
Eine weitere Forderung der Lebenshilfe Salzburg ist eine zusätzliche Sicherheit für Menschen, die den Schritt in den ersten Arbeitsmarkt wagen. Sie sollen jederzeit in andere unterstützende Systeme eintreten oder zurückkehren zu können, falls sich der Schritt als zu groß erwiesen hat.
Quelle: Land Salzburg
