Niederösterreich: LH Mikl-Leitner eröffnet Jubiläumsausstellung „museum gugging.! 20 Jahre kUNSt“
„Ein Ort der Kreativität, der Offenheit, der künstlerischen Freiheit und eines der wichtigsten Ausstellungshäuser für Art brut weltweit“
Ab heute, Sonntag, bis inklusive 17. Jänner 2027 läuft die Ausstellung „museum gugging.! 20 Jahre kUNSt“, die Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner im Beisein zahlreicher Fest- und Ehrengäste aus Kunst, Kultur, Wirtschaft und Politik feierlich eröffnete. Die Landeshauptfrau sprach von einem „besonderen Jubiläum eines besonderen Museums und einer besonderen Kunst“.
Gugging sei „ein Ort der Kreativität, Offenheit und künstlerischen Freiheit“ und stehe „für Kunst von internationalem Rang, für eine mutige Kulturpolitik und für eine Haltung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt“, sagte sie und blickte in die 1950er-Jahre zurück. Damals habe die Erfolgsgeschichte „mit Leo Navratil, einem Mann, der den Mut hatte, genauer hinzusehen“, begonnen. Er habe erkannt, dass die Zeichnungen seiner Patienten weit mehr als diagnostische Übungen waren – sie waren Kunst. „Damit hat er den Grundstein für die Entwicklung Guggings zu einem der bedeutendsten Art-Brut-Zentren der Welt gelegt.“
Den Weg weitergegangen sei Johann Feilacher, der Gugging insgesamt 22 Jahre künstlerisch leitete. „Unter seiner Leitung ist vieles entstanden, das zeigt: Niederösterreich ist die Heimat von Kunst von Weltformat - das Haus der Künstler, das Atelier, die Galerie und schließlich das museum gugging“, führte die Landeshauptfrau an. „Heute zählt das Museum zu den wichtigsten Ausstellungshäusern für Art brut weltweit und die Werke der Gugginger Künstlerinnen und Künstler sind in bedeutenden internationalen Sammlungen vertreten“, unterstrich sie. Der erfolgreiche Weg Feilachers werde nun von Nina Katschnig und Nina Asperger weitergeführt.
Sie hob überdies die Künstlerfamilie Gugging hervor, allen voran Künstler wie Johann Hauser, August Walla, Oswald Tschirtner oder Heinrich Reisenbauer, die die internationale Kunstszene geprägt hätten, sowie „die ganz bestimmte Haltung“, für die Gugging stehe. „Nämlich die Überzeugung, dass in jedem Menschen kreative Fähigkeiten stecken.“ In Gugging mache man Menschen sichtbar, die lange Zeit übersehen wurden, sagte Mikl-Leitner. Hier rede man nicht nur über Inklusion, man lebe sie. „Hier zählt nicht das Krankheitsbild, hier zählt das Bild an der Wand und der Mensch als Künstler.“
Die Landeshauptfrau sagte weiters, dass man dieses Jubiläum feiern könne, sei das Ergebnis einer ganz klaren kulturpolitischen Haltung des Landes Niederösterreich. Wir haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten viel in Kunst und Kultur investiert – Gugging war dabei immer eine tragende Säule. Diese Investitionen haben zu internationaler Sichtbarkeit und Anerkennung geführt.“
Nina Ansperger, künstlerisch-wissenschaftliche Leiterin und Kuratorin der Ausstellung, sagte: „Die Ausstellung versteht sich als Einladung, die einem inklusiven Museumsverständnis folgt – Künstler, Gäste und das Museum selbst stehen dabei in einem ständigen Austausch.“ Die Ausstellung erstrecke sich über die gesamte Fläche des Museums und zeige rund 280 Werke von 20 Künstlerinnen und Künstlern in sechs Themenfeldern. Ansperger stellte zudem den „guggkasten“, einen neuen Ausstellungsraum, vor, der zu Beginn von Cartoonist Tex Rubinowitz bespielt wird. Besucherinnen und Besucher können bis inklusive 14. Juni 2026 die Ausstellung „im guggkasten.! tex rubinowitz: stickstoff“ besichtigen.
Rubinowitz selbst erklärte im Rahmen der Ausstellungseröffnung: „Mein ,Stickstoff´ sind alte Stoffteile, die ich mit meiner Pfaff-Nähmaschine zusammennähe und mit Sätzen, Sprüchen oder Wortfetzen besticke.“
Zu Wort kam auch die Standortleiterin im museum gugging, Magdalena Svoboda. Sie begrüßte die Fest- und Ehrengäste der Jubiläumsausstellung und bedankte sich allen voran bei den Leihgebenden sowie den Mitarbeitenden, „ohne die diese Ausstellung nicht möglich wäre.“
Quelle: Land Niederösterreich
