Salzburg: Land nimmt die Luft beim Flughafen genau unter die Lupe
Messstelle beim Airport ersetzt jene am Mirabellplatz / Luftgütenetz wird fit gemacht für neue EU-Richtlinie
(LK) Stickstoffdioxid, Feinstaub, Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid oder Ozon: Das sind nur fünf der zahlreichen Bestandteile der Salzburger Luft, die täglich und rund um die Uhr von den Expertinnen und Experten des Landes kontrolliert werden. Landesweit gibt es 13 Messstationen in allen Bezirken. Seit Jahresanfang liefert auch die Station am Flughafen rund um die Uhr Informationen und die Messdaten werden im täglichen Luftgütebericht veröffentlicht. Sie ersetzt die Station am Mirabellplatz und ist ein Mosaikstein, um das Messnetz fit für eine neue EU-Luftqualitätsrichtlinie zu machen.
Ab 2030 gelten in der Europäischen Union neue, wesentlich strengere Grenzwerte. So wurden die Werte für Stickstoffdioxid und Feinstaub (PM2.5) mehr als halbiert. Die Mitgliedstaaten haben noch bis Ende 2026 Zeit, die EU-Richtlinie in nationales Recht umzusetzen. „Beim Feinstaub liegt Salzburg sehr gut. Schon jetzt werden die ab 2030 gültigen Grenzwerte landesweit deutlich unterschritten. Dafür wurden die Messstationen in den vergangenen Jahren sukzessive mit entsprechenden Geräten für PM2.5 ausgestattet. Bei Stickstoffdioxid sind wir ebenfalls auf einem guten Weg. Das liegt auch daran, dass Verbrennermotoren immer sauberer werden und der Anteil an der E-Mobilität stetig zunimmt“, informiert Alexander Kranabetter, der Leiter des Referats Immissionsschutz und Landeslabor.
Hochmoderne Messstation am Flughafen
Teil der neuen EU-Luftqualitätsrichtlinie sind Vorgaben zur räumlichen Repräsentativität von Messstellen. „So soll jedes Untersuchungsgebiet flächendeckend von hoch bis niedrig belastet abgedeckt werden. Daher haben wir in der Stadt die Station ,Airport‘ mit jener am Mirabellplatz ersetzt. Die Luftqualität am Mirabellplatz entspricht jener bei der Messstelle im Paumannpark in Lehen. Diese Dopplung ist somit nicht mehr notwendig. Am Flughafen wird neben Stickstoffdioxid, dem Feinstaub PM10 und PM2.5 und Ozon zusätzlich die Konzentration von sogenannten ,ultrafeinen Partikeln‘ gemessen. Diese Messung wird von der EU ebenfalls empfohlen“ berichtet Alexander Kranabetter.
Salzburg bei Messnetzplan vorbildhaft
Das Luftmessnetz in der Stadt Salzburg, das hoch bis niedrig belastete Gebiete repräsentativ abdeckt, war diese Woche auch bei einem von der Europäischen Union organisierten Workshop in Wien mit Vertretern aus allen Mitgliedsländern ein Thema. Der Workshop befasste sich mit der Umsetzung der neuen EU-Luftqualitätsrichtlinie. „Das Luftmessnetz der Stadt Salzburg wurde gemeinsam mit dem Messnetz von Stockholm als ,Best-Practice-Beispiel‘ vom hochrangigen EU-Experten Matthew Ross-Jones präsentiert. Diese internationale Anerkennung freut uns besonders“, führt Alexander Kranabetter aus.
Ab 2027: Luftgütebericht im Stundentakt
Derzeit verfügt das Referat Immissionsschutz und Landeslabor über rund 360 Millionen Daten zur Luftgüte im Bundesland. „Diese speisen sich aus den Halbstundenmessungen an allen Stationen. Ende dieses Jahres werden wir den Bürgerinnen und Bürgern ein noch größeres Datenservice bieten können. Dann wird nämlich der tägliche Luftgütebericht, den mein Team jeden Morgen erstellt, durch eine automatisierte, stündliche Veröffentlichung abgelöst. Der sogenannte Luftqualitätsindex wird aus den aktuellen Stundenwerten aller Schadstoffe nach einer europaweit einheitlichen Vorgabe berechnet und kann bereits jetzt über die Homepage der Europäischen Umweltagentur abgerufen werden“, so Alexander Kranabetter.
Messung von Schwefeldioxid nur noch in Hallein
Neben dem im Stundentakt erstellten Luftgütebericht kommt es Ende 2026 zur Einstellung der Kohlenmonoxid-Messung. Laut Alexander Kranabetter ist die Konzentration von Kohlenmonoxid in der Luft durch die Einführung des Dreiwegekatalysators bei Benzinmotoren massiv zurückgegangen und liegt seit Jahren auf einem sehr niedrigen Niveau. „Zu Jahresbeginn wurden auch die Schwefeldioxid-Messungen in der Stadt Salzburg eingestellt, da die Konzentration dieses Gases in der Luft seit Jahren sehr gering ist. Vor allem in den 1980er Jahren war dieser Schadstoff ein Problem – Stichwort ‚saurer Regen‘. Die Schwefeldioxidmessungen im Großraum Hallein bleiben hingegen aufrecht.“
Quelle: Land Salzburg
