Mobil sein, sicher bleiben – warum Verkehrskompetenz wieder an Bedeutung gewinnt

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Bild von Jo Zef Mrkwa auf Pixabay
24 Nov 21:22 2025 von Redaktion International Print This Article

In vielen Regionen umfasst Mobilität längst mehr als reine Fortbewegung. Sie entscheidet über die Unabhängigkeit der Menschen, den Zugang zu Arbeit, Freizeitangeboten und Bildung sowie die Sicherheit im Alltag. Gleichzeitig unterliegen die Anforderungen an alle Verkehrsteilnehmer einer Transformation durch neue Technologien, dichter werdenden Verkehr und gesellschaftliche Entwicklungen. Verkehrskompetenz avanciert dadurch zu einer essenziellen Kernressource – sowohl für junge Fahranfängerinnen und Fahranfänger als auch für erfahrene Fahrer, die sich in einem stetig wandelnden Umfeld zurechtfinden müssen.

1. Einstieg in die Mobilität

Für viele beginnt Verkehrskompetenz mit der Fahrausbildung, denn sie vermittelt nicht nur technische Fertigkeiten, sondern ein Bewusstsein für Risiken, Verantwortung und vorausschauendes Verhalten. Gerade in Städten und Regionen, in denen sich Verkehrsaufkommen und Mobilitätsformen verändern, können strukturierte Lernprozesse den Unterschied machen. Wer etwa seine ersten praktischen Erfahrungen in einer regionalen Einrichtung wie einer Fahrschule in Zug, Baar, Risch oder Steinhausen sammelt, lernt nicht nur das Fahren selbst, sondern auch, wie man sich im Zusammenspiel mit anderen Verkehrsteilnehmenden sicher bewegt, ob im dichten Stadtverkehr, auf Landstraßen oder in gemischten Mobilitätssystemen. Allerdings geht Verkehrskompetenz weit über die Fahrausbildung hinaus und die ersten Fahrstunden legen lediglich den Grundstein für ein Verständnis von Aufmerksamkeit, Reaktionsfähigkeit und Verantwortung. Wirkliche Sicherheit entsteht erst durch die Erfahrung, Reflexionsfähigkeit und das Wissen, wie man in komplexen Situationen angemessen reagiert.

2. Neue Herausforderungen im Straßenverkehr – warum Wissen allein nicht reicht

Der Straßenverkehr befindet sich derzeit in einer umfassenden Transformation. Autonom unterstützte Fahrzeuge, die zunehmende Verbreitung von E-Mobilität, der starke Anstieg der Fahrradnutzung, innovative Konzepte wie Car-Sharing und neue regulatorische Rahmenbedingungen für die Mikromobilität beeinflussen die Verkehrsdichte und -dynamik in erheblichem Maße. Moderne Fahrerinnen und Fahrer müssen heute eine Vielzahl an Faktoren gleichzeitig berücksichtigen. Die Sichtverhältnisse unterliegen einer Veränderung durch neue Fahrzeuggrößen, während Verkehrsräume einer Teilung unterliegen. Zudem ist ein Bewusstsein dafür erforderlich, welche Leistungen digitale Assistenzsysteme erbringen können und welche nicht. Die zunehmende Gleichzeitigkeit verschiedener Mobilitätsformen stellt eine besondere Herausforderung dar, da sie zu einer dichteren und unübersichtlicheren Verkehrslandschaft führt. Gleichzeitig steigt die Komplexität vieler Kreuzungen und Knotenpunkte, an denen unterschiedliche Regeln und Geschwindigkeiten aufeinandertreffen. Des Weiteren ist zu bedenken, dass digitale Ablenkungen, wie etwa durch Smartphones oder Bordcomputer, die Reaktionszeiten potenziell verlängern können. Auch Witterungsextreme, die inzwischen häufiger auftreten, beeinflussen die Sichtverhältnisse, die Beschaffenheit der Fahrbahn sowie die Risikowahrnehmung. Zudem verändern neue rechtliche Rahmenbedingungen – etwa für E-Scooter, Fahrradzonen oder alternative Mobilitätsangebote – die Anforderungen an Aufmerksamkeit und Anpassungsfähigkeit im Straßenverkehr erheblich. Aus diesem Grund basiert Verkehrskompetenz in zunehmendem Maße auf der Fähigkeit, Situationen zeitnah zu erfassen, potenzielle Risiken zu identifizieren und darauf flexibel zu reagieren. Die reine Beherrschung eines Fahrzeugs genügt in diesem Zusammenhang nicht mehr – gefordert ist ein umfassendes Verständnis für das gesamte System Verkehr.

3. Sicherheitskultur stärken – warum Verhalten wichtiger ist als Technik

Obwohl moderne Assistenzsysteme den Straßenverkehr erleichtern, bleibt der Mensch im Straßenverkehr das zentrale Sicherheitselement. Es ist festzustellen, dass ein signifikanter Anteil der Unfälle nicht durch technische Defekte, sondern durch menschliche Fehlentscheidungen verursacht wird. Diese Fehlentscheidungen werden häufig durch Ablenkung, falsche Risikoeinschätzung oder Stress ausgelöst. Entscheidend sind daher Aufmerksamkeit, vorausschauendes Verhalten, soziale Rücksichtnahme und die Fähigkeit, in ungewohnten Situationen ruhig zu reagieren. Des Weiteren ist eine realistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten sowie eine eindeutige Kommunikation mit anderen Verkehrsteilnehmenden von entscheidender Bedeutung. Maßgeblich für eine funktionierende Sicherheitskultur sind zudem der achtsame Umgang mit digitalen Ablenkungen sowie das frühzeitige Erkennen potenziell gefährlicher Situationen. Einen vertiefenden wissenschaftlichen Blick darauf, wie menschliches Verhalten und technische Rahmenbedingungen zusammenwirken, bieten die Forschungsansätze der Verkehrssicherheitsforschung des Fraunhofer-Instituts, die zeigen, welche Faktoren Unfälle begünstigen und wie Prävention wirksam gestaltet werden kann. Darüber hinaus prägen auch gesellschaftliche Aspekte, etwa die Akzeptanz gemeinsamer Regeln oder der Umgang miteinander im öffentlichen Raum, die Sicherheit im Straßenverkehr. Verkehrskompetenz entwickelt sich deshalb nicht allein am Steuer, sondern entsteht in einem breiteren sozialen Kontext. Wie in Schulen, Familien, Medien und kommunalen Initiativen.

4. Mobilität der Zukunft – warum Verkehrskompetenz weiter an Bedeutung gewinnt

Mit der fortschreitenden Digitalisierung im Mobilitätssektor steigen die Anforderungen an Wissen und Entscheidungsfähigkeit kontinuierlich an. Fahrerinnen und Fahrer müssen Assistenzsysteme verstehen, Navigations- und Infotainmentsysteme sicher bedienen und einschätzen können, welche automatisierten Funktionen vertrauenswürdig sind. Gleichzeitig fordern klimafreundliche Mobilitätsstrategien ein neues Bewusstsein dafür, wie Verkehr geplant und genutzt wird. Im Hinblick auf die Zukunft sind insbesondere der Umstieg auf nachhaltige Antriebe sowie die daraus resultierenden neuen Routinen im Umgang mit Fahrzeugen und Infrastruktur von entscheidender Bedeutung. Zudem ist ein Anstieg multimodaler Wege zu verzeichnen, bei denen verschiedene Verkehrsmittel wie Auto, Fahrrad, öffentlicher Verkehr und Sharing-Angebote flexibel kombiniert werden. Auch die digitale Verkehrsführung gewinnt an Bedeutung und setzt schnelle Reaktionen sowie ein grundsätzliches Verständnis für neue Informationssysteme voraus. Gleichzeitig steigt die Verantwortung für gemeinschaftlich genutzte Verkehrsräume wie autofreie Zonen. Hier ist Rücksichtnahme und die Befolgung eindeutiger Regeln unerlässlich. Schließlich rückt auch die regionale Mobilitätsplanung stärker in den Fokus, weil Verkehrsstrategien vor Ort entscheidend dafür sind, wie gut Menschen sich künftig bewegen können. Die Verkehrssituation wird sich nicht vereinfachen, sondern vielmehr vielfältiger gestalten. Verkehrskompetenz ist somit ein entscheidender Faktor für die Gewährleistung von Mobilität in einer sicheren und selbstbestimmten Form.



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