Wien: Neue Awarenessbestimmungen für mehr Sicherheit im Wiener Nachtleben

Slide background
Neue Awarenessbestimmungen im Veranstaltungsgesetz
Stadt Wien/Martin Votava
10 Jun 11:00 2026 von Redaktion Salzburg Print This Article

Am 1. Juli treten neue Vorgaben im Wiener Veranstaltungsgesetz in Kraft, die für noch mehr Sicherheit im Wiener Nachtleben sorgen sollen: So müssen Veranstalter*innen künftig in bestimmten Situationen ab 300 Beuscher*innen ein Awarenesskonzept erstellen und Awarenessbeauftragte benennen.

„Ziel ist, dass sich alle Menschen im Nachtleben möglichst sicher und respektiert fühlen und bei Bedarf Unterstützung bekommen“, betont Stadtrat Jürgen Czernohorszky, der für die Wiener Veranstaltungsbehörde verantwortlich ist.

Awareness bedeutet das Bewusstsein für Grenzüberschreitungen, Diskriminierung und (sexualisierte) Gewalt sowie für das Wohlbefinden von Personen. Das Awarenesskonzept ist ein Leitfaden, der festhält, wie mit solchen Situationen umgegangen wird. Es beschreibt zum Beispiel Zuständigkeiten, Kommunikationswege und Maßnahmen während den Veranstaltungen sowie eine klar definierte Awareness-Rettungskette.

Enge Zusammenarbeit mit der Vienna Club Commission

Entstanden sind die neuen Bestimmungen in enger Zusammenarbeit mit der Vienna Club Commission (VCC), der Anlaufstelle für alle Anliegen im Wiener Club- und Veranstaltungsbereich: 2023 wurde eine Umfrage zum Thema Sicherheit im Wiener Nachtleben durchgeführt, wonach 65% aller Befragten zumindest einmal persönlich eine Diskriminierung, Belästigung oder einen Übergriff erlebt haben. Seither wurden viele wichtige Schritte gesetzt. „Der Club- und Veranstaltungsbereich hat aktiv Veränderungsprozesse angestoßen und konkrete Maßnahmen entwickelt und umgesetzt“, betont VCC-Geschäftsführerin Martina Brunner.

So wurden zwischen 2024 und 2026 insgesamt 180 Personen aus dem Club- und Veranstaltungsbereich im Rahmen der Safer Feiern Workshopreihe zum Umgang mit unterschiedlichen Diskriminierungsformen geschult. Die Stadt Wien – vor allem das Frauenservice und die MA13 – hat dafür wichtige Rahmenbedingungen geschaffen:

Darüber hinaus hat die VCC gemeinsam mit der Nightlife Foundation, VibeLab und SafeNow das Projekt „Neighbourhoods for All“ am Wiener Gürtel gestartet. Auch hier unterstützt die Frauenabteilung mit einem Sensibilisierungstraining zum Thema Awareness für Clubarbeiter*innen.

Den „Schlussstein“ der neuen Entwicklung in Bereich Awareness bilden nun die neuen Bestimmungen, die im Juli in Kraft treten. MA 36, MA 57 und die Vienna Club Commission haben in enger Abstimmung Materialien entwickelt, um Veranstalter*innen bei der Umsetzung der neuen Awareness-Bestimmungen zu unterstützen. Auf der Website der MA 36 wird ab Mitte Juni ein Muster-Awarenesskonzept zum Download bereitgestellt, während auf der Website der VCC ebenfalls ab Mitte Juni eine Awareness-Mappe mit umfangreichen Informationen, Definitionen sowie optionalen Anhängen zu den verpflichtenden Awarenesskonzepten zur Verfügung stehen wird.

„Wien ist die Stadt der Frauen. Dazu gehört es, eigene Wege zu gehen, nach Lust und Laune feiern zu können und bei Veranstaltungen keine Sorgen haben zu müssen. Dieses Bewusstsein muss uneingeschränkt vorhanden sein. Mit den neuen Awarenessbestimmungen schafft Wien jetzt einen einheitlichen Standard. Das Frauenservice der Stadt Wien hat hier die Sicht der Frauen unserer Stadt stark eingebracht. Denn in Wien herrscht Null-Toleranz bei sexueller Belästigung und Übergriffen! Schließlich ist ein respektvolles Miteinander die Grundvoraussetzung für einen gelungenen Konzertbesuch oder eine lange Partynacht!“ so Frauenstadträtin Elke Hanel-Torsch.

„Wien geht mit den neuen Awarenessbestimmungen einen weiteren großen Schritt voran, um ein sichereres Nachtleben und ein ausgelassenes Feiern für alle Menschen zu ermöglichen. Das ist möglich aufgrund der Vielen, die sich in der Vergangenheit für mehr Awareness eingesetzt und ihre Expertise zur Verfügung gestellt haben. Besonders aber auch all jenen, die mutig ihre Geschichten erzählt haben, und denen an dieser Stelle noch einmal besonderer Dank ausgesprochen werden soll“, so Gemeinderätin und Landtagsabgeordnete Marina Hanke.

„Die Clubs haben bereits selbst viele Maßnahmen in Richtung Awareness gesetzt – sie sind also den neuen Bestimmungen schon einen Schritt voraus“, betont Stadtrat Czernohorszky. „Wichtig ist für uns: Die Clubkultur gehört zu Wien und ist ein wesentlicher Teil des Kulturlebens. Orte, wo Menschen zusammenkommen und in sicherem Rahmen feiern. Das soll auch in Zukunft möglich sein!“


Quelle: Stadt Wien



  Markiert "tagged" als:
  Kategorien:
Redaktion Salzburg

Redaktion Tennengau

Weitere Artikel von Redaktion Salzburg