Niederösterreich: Neues KI-Reallabor an der University of Applied Sciences St. Pölten eröffnet

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Es informierten Studiengangsleiterin Professorin Marlies Temper, LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf und USTP-Geschäftsführer Johann Haag (v.l.n.r.).
© NLK Filzwieser
10 Apr 18:00 2026 von Redaktion International Print This Article

LH-Stv. Pernkopf: Künstliche Intelligenz muss dem Menschen dienen

An der University of Applied Sciences St. Pölten wurde heute im Rahmen einer Pressekonferenz das neue KI-Reallabor von LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, USTP-Geschäftsführer Johann Haag und Studiengangsleiterin Professorin Marlies Temper offiziell eröffnet. Mit diesem Labor entsteht eine neue und zentrale Infrastruktur für Lehre und Forschung, die insbesondere die Entwicklung und praxisnahe Erprobung von KI-Methoden unter realitätsnahen Bedingungen ermöglicht und damit die sichere sowie kontrollierte Erforschung künstlicher Intelligenz (KI) unterstützt. Möglich wurde dieses Projekt, da das Land Niederösterreich mit einem eigenen Forschungsschwerpunkt gezielt auf den Ausbau von KI-Kompetenzen setzt. Das neue KI-Labor an der USTP spielt dabei eine wesentliche Rolle und wird mit rund 600.000 Euro gefördert, um Innovation und technologischen Fortschritt im Bundesland nachhaltig voranzutreiben.

„Künstliche Intelligenz ist heute allgegenwärtig. Sie erleichtert das Leben – etwa durch das Handy, das Navi oder in der Medizin – birgt aber auch Risiken. Wir können uns nicht aussuchen, ob es Künstliche Intelligenz gibt oder nicht. Aber wir können uns aussuchen, wie wir sie anwenden, erforschen und entwickeln“, sagte Pernkopf. Eine Studie zeige, dass bereits etwa 80 Prozent der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher viele Erfahrungen mit KI gemacht haben. Allerdings würden nur 20 Prozent ihre Kenntnisse als gut einschätzen. „Deshalb ist es umso wichtiger, Kompetenzen aufzubauen, Chancen zu nutzen und Risiken zu minimieren,“ so der für die Wissenschaft zuständige LH-Stellvertreter. KI müsse dem Menschen dienen und verantwortungsvoll eingesetzt werden, so Pernkopf. „Wir als Bundesland Niederösterreich investieren 6,35 Millionen Euro in einen umfassenden KI-Forschungsschwerpunkt. Dazu zählen über 20 Studiengänge mit KI-Bezug, zwei Stiftungsprofessuren zu den Themen Gesundheit und Landwirtschaft sowie neue Forschungsförderungen“, sprach er einen weiteren Aspekt an. Das Herzstück bilde das KI-Labor in St. Pölten mit einem Investitionsvolumen von 1,2 Millionen Euro. Der Schwerpunkt reiche hier von der Grundlagenforschung über die Entwicklung bis hin zur Anwendung in realen Szenarien. Genau darin liege auch das große Potenzial dieses Labors: Die USA und andere Länder seien beim Thema KI nicht deshalb führend, weil sie mehr wissen, sondern weil sie ihr Wissen schneller in die Praxis umsetzen. Genau das solle auch hier gelingen – der Weg vom theoretischen Wissen hin zu praktischem Nutzen müsse zukünftig schneller gelingen, so Pernkopf. Das neue Labor bezeichnete er als ein einzigartiges „Schaufenster“ für die Möglichkeiten und Risken, die die KI biete und als „Motor für Innovation und Ausbildung in Niederösterreich.“

USTP-Geschäftsführer Professor Johann Haag meinte: „Wir haben mit Unterstützung des Landes Niederösterreich mit dem neuen KI-Reallabor eine wesentliche Infrastruktur geschaffen. Derzeit laufen an der USTP 154 Projekte, davon 25 mit einem Bezug zu KI oder maschinellem Lernen. Die Einnahmen aus diesen Projekten mit KI-Bezug belaufen sich auf knapp über 7,5 Millionen Euro. Mehr als 60 Forscherinnen und Forscher arbeiten derzeit an KI-Projekten.“ Die USTP baue zudem eine groß angelegte Rechen- und Speicherinfrastruktur auf, die ebenfalls vom Land Niederösterreich finanziert werde, so Haag.

Professorin Marlies Temper, Leiterin der Studiengänge Data Intelligence (MA) und Data Science and Artificial Intelligence (BA) an der USTP, führte aus: „Durch die Bereitstellung von Räumlichkeiten, Services und Infrastruktur ermöglicht diese neue Einrichtung eine schnelle und effiziente Entwicklung von KI-Anwendungen sowie die Durchführung umfassender Tests – auch gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern ohne umfassende IT-Kenntnisse.“ Mit dem KI-Reallabor werde die USTP in die Lage versetzt, Forschung, Entwicklung und Lehre im Bereich der künstlichen Intelligenz nachhaltig zu stärken und KI-Innovationen in Niederösterreich voranzutreiben. Das neue KI-Reallabor sei zudem ein offener Ort für Bürgerinnen und Bürger sowie die Wirtschaft, um KI erlebbar und angreifbar zu machen, so Temper. Die Qualität der Forschung spiegelt sich auch in Auszeichnungen und Preisen wider: So erhielten Forscherinnen und Forscher der USTP für Arbeiten im Bereich KI unter anderem den Wissenschaftspreis des Landes Niederösterreich 2025, den Preis „Digitaler Humanismus in der Praxis“ 2026 sowie in früheren Jahren den NÖ Innovationpreis und den eAward.


Quelle: Land Niederösterreich



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